Grenzüberschreitungen im Studium/am Arbeitsplatz – Handlungsmöglichkeiten

Das Spektrum möglicher Grenzverletzungen reicht von verbaler sexueller Belästigung über Handgreiflichkeiten bis hin zu Vergewaltigung. Dieses Fehlverhalten schadet in seinen Auswirkungen den Betroffenen und dem Arbeitsklima. Bei den Betroffenen hinterlässt die Belästigung meist zunächst eine Irritation und dann ein Gefühl von Scham oder Verletzung. Der erste Schritt zur Bewältigung einer Grenzverletzung liegt schon darin, zu erkennen, dass es sich um eine solche handelt und dass es legitim ist, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Daher hier im Folgenden die wichtigsten Paragraphen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und einige Beispiele für sexuelle Belästigungen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben:

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) (früher: Antidiskriminierungsgesetz)

§ 1 Ziel des Gesetzes

Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen.

Gemäß dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) wird sexuelle Belästigung durch folgende Merkmale erkennbar:

§ 3 Abs. 4:

(4) Eine sexuelle Belästigung ist eine Benachteiligung (…), wenn ein unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornographischen Darstellungen gehören, bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Personen verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterung, Anfeindung, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird.

Andere Beispiele sexueller Grenzverletzungen können sein:

  • Sexistische Äußerungen durch Gesten oder Worte
  • Unerwünschter körperlicher Kontakt, z.B. Tätscheln oder Streicheln
  • Persönliche verletzende Bemerkungen, z.B. über das Aussehen oder das Privatleben
  • Anzügliche Witze
  • Zeigen, Zusenden oder Ablegen pornographischer Bilder
  • Zeigen oder Versenden von Links zu pornographischen Internetseiten
  • Exhibitionistische Aktionen
  • Sexuelle Nötigung und tätliche Bedrohung (Strafbestand §177)

§13 Beschwerderecht

„Die Beschäftigten haben das Recht, sich bei den zuständigen Stellen des Betriebs, des Unternehmens oder der Dienststelle zu beschweren, wenn sie sich im Zusammenhang mit ihrem Beschäftigungsverhältnis vom Arbeitgeber, von Vorgesetzen, anderen Beschäftigten oder Dritten wegen eines in §1 genannten Grundes benachteiligt fühlen. Die Beschwerde ist zu prüfen und das Ergebnis der oder dem beschwerdeführenden Beschäftigten mitzuteilen.“

Kontaktformular:

Über das Kontaktformular kann die Gleichstellungskommission Ihnen einen Gesprächstermin mit einem der Mitglieder anbieten, um Ihre Beschwerde bezüglich einer Grenzüberschreitung am Arbeitsplatz/im Studium mit Ihnen zu besprechen. Weiteres Vorgehen werden wir mit Ihnen abstimmen.

In jedem Fall wird Ihre Meldung streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Nach der Kontaktaufnahme erhalten Sie eine Bestätigungsmail und in Kürze wird ein Mitglied der Gleichstellungskommission mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

Die derzeitigen Mitglieder der Gleichstellungskommission sind hier aufgelistet.

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