Forschungsgruppe Biographie- und Kulturanalyse aqua.rium: Arbeitsforum qual.-emp. Abschlussarbeiten Universität Bielefeld

Universität |  International |  Benutzer | 
 You are here:
 · Universität Bielefeld
   · University
     · Departments
       · Redirect /fakultaeten/
         · Fakultät für Pädagogik
           ·
             · aqua.rium
 
aqua.rium
 

 

Entwicklung einer Forschungsfrage



In die Entwicklung einer Forschungsfrage gehen wissenschaftliches Wissen, Alltagstheorien und Vorerfahrungen ein. Nicht hinterfragte Vorannahmen - seien sie aus wissenschaftlichen Theorien abgeleitet oder eher alltagstheoretischer Art - können die Perspektive der Forschenden unangemessen einengen und dazu beitragen, dass der Forschungsprozess nicht über die Bestätigung des implizit bereits Gewussten hinaus gelangt. Ein produktiver Umgang mit diesen Wissensbeständen bedarf der Reflexion. Fragen, die eine solche Reflexion anleiten können, sind: Welche Theorien liegen den in der Problemformulierung verwendeten Schlüsselbegriffen zugrunde? Sind in der Fragestellung Hypothesen über Wirkungszusammenhänge enthalten? Ziel der Arbeit an der Problemformulierung ist es, Vorannahmen zu explizieren und auf diese Weise die Forschungsfrage zu öffnen. Dazu ein Beispiel.

Für die Arbeit an der Fragestellung sind erste Erfahrungen im Forschungsfeld von großer Bedeutung. Probeinterviews oder erste Feldbeobachtungen (Protokolle und ihre Interpretationen) können ein Mittel zur Klärung und Präzisierung der Fragestellung sein, die dann wiederum die nächsten Beobachtungen im Feld orientiert. In der Folge wird es zu erneutem Nachdenken über die Fragestellung und zu ihrer weiteren Ausarbeitung führen usw.

In diesem Prozess ist es auch erforderlich, wissenschaftliche Literatur zu bearbeiten. Die Fragestellung wird so ausgearbeitet, dass der theoretische Hintergrund und das sensibilisierende Konzept der Studie deutlich werden. Dieses Vorgehen trägt gleichzeitig zur Klärung des Forschungsgegenstands bei. Er ist nicht einfach empirisch "gegeben", sondern wird erst im Forschungsprozess konstruiert, indem die Forschenden ein bestimmtes empirisches Phänomen unter einer bestimmten theoretischen Perspektive (und einer Fragestellung) betrachten. Dazu ein weiteres Beispiel.

Modifizierungen der Fragestellung können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt des Forschungsprozesses erfolgen. Dies ist keineswegs als Korrektur eines Fehlers zu verstehen, sondern als Annäherung an den zu untersuchenden Gegenstand, und stellt damit bereits einen wichtigen Erkenntnisgewinn dar. In Diskussionen über die Forschungsfragestellung, wie sie in der Forschungswerkstatt oder mit dem/der BetreuerIn stattfinden, können Entscheidungen für den weiteren Forschungsprozess getroffen werden, die das Projekt insgesamt voranbringen.


 
To top of page