Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Forschungs- methoden
· Forschungsfragen
· Wirtschaftliche Situation nach der Trennung
· Umgang mit wirtschaftlichen Folgen
· Risikogruppen
· Risikofaktoren
· Politische Schlussfolgerungen
· Literatur und Links
· Das Projektteam


Überschrift
Skeptisch beurteilen die Autoren die Möglichkeiten, im Rahmen des Scheidungsverfahrens zu einer verbindlicheren Überprüfung der wirtschaftlichen Folgesachen zu gelangen, weil das bundesdeutsche Rechtssystem in zivilrechtlichen Fragen darauf angelegt ist, dass die betroffenen Personen selbst die Initiative ergreifen.

Nicht zu übersehen sind jedoch die Probleme bei der Unterhaltspraxis. Vorschläge, das Unterhaltsrecht zu vereinfachen oder stärker zu pauschalisieren, werden unter Rechtspraktikern kontrovers diskutiert: Einerseits wird argumentiert, ein vereinfachtes Recht sei den Mandanten besser zu vermitteln, stärke auch deren Handlungskompetenz, führe zur Vereinheitlichung der rechtlichen Entscheidungen und der Ausgang eines Verfahrens könne besser prognostiziert werden. Andererseits sei eine Pauschalisierung bei bestimmten Personengruppen schwierig (z.B. bei Selbständigen), die Einzelfallgerechtigkeit gehe verloren und es gäbe keinen Spielraum mehr für fallangemessene Entscheidungen.

Die Autoren der Untersuchung geben jedoch zu bedenken, ob nicht wenigstens zur Absicherung von Basisansprüchen auf Kindes- und Ehegattenunterhalt vereinfachte Verfahren anwendbar sind:

  1. durch Verwendung vereinfachter Berechnungsprozeduren, die regelmäßig den Lebenshaltungskosten angepasst werden, und
  2. durch Einschaltung spezialisierter Institutionen mit entsprechenden Fachkompetenzen und Sanktionsmöglichkeiten.
Das soll weitergehende juristische Regelungen im Einzelfall nicht ausschließen, um die sich jedoch die Individuen durch private Vereinbarungen (mit oder ohne notarielle Beglaubigung) oder durch gerichtliche Entscheidungen bemühen müssten. Ziel muss es sein, so die Autoren, eine gewisse Minimalversorgung im Unterhaltsbereich ohne große rechtliche und bürokratische Hürden zu garantieren.


:: Wie könnte ein verbessertes Verfahren aussehen?

pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß, Dipl.-Soz. Barbara Borgloh, Dipl.-Soz. Miriam Güllner