Interviews & Features    

 
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Überschrift
Zwei Drittel der Frauen, die einen Anspruch auf Trennungsunterhalt haben, erhalten keine Zahlungen (vgl. Tabelle 2 ). Bei den wenigen unterhaltsberechtigten Männern sind die Zahlen noch viel schlechter: Nur etwa jeder zehnte unterhaltsberechtigte Mann erhält entsprechende Zahlungen.

Nicht ganz so dramatisch ist die Situation beim Kindesunterhalt: Nur etwa ein Viertel der großen Zahl kindesunterhaltsberechtigter Frauen, aber ca. vier Fünftel der eher kleinen Zahl kindesunterhaltsberechtig-ter Männer erhalten keinen Kindesunterhalt.

Rechnet man jedoch die Fälle mit unregelmäßigen und / oder unvollständigen Unterhaltszahlungen bei den Frauen hinzu, steigt der Anteil mit unzureichenden Kindesunterhaltszahlungen auf fast die Hälfte aller berechtigten Frauen.

Unabhängig von der Höhe der Unterhaltszahlungen ist also bereits auf der Ebene der Berechtigungen festzustellen, dass in einer großen Zahl von Fällen, insbesondere beim Ehegattenunterhalt, berechtigte Ansprüche nicht eingelöst werden.

Dabei ist die große Mehrheit der Unterhaltspflichtigen, so die Ergebnisse der Untersuchung, zumindest prinzipiell leistungsfähig. Wie weit sie mit ihren Einkommen den Selbstbehalt, das heißt den Einkommensanteil, der zur Absicherung des eigenen Lebensunterhalts angesetzt wird, überschreiten, konnte mangels entsprechender Daten jedoch nicht genau überprüft werden.

Die tatsächlich geleisteten Zahlungen sind jedenfalls nicht besonders hoch: Die Hälfte der Geschiedenen, die Trennungs- oder Ehegatten-unterhalt empfangen haben, erhielt Zahlungen von weniger als 750 DM pro Monat. Die Hälfte der Kindesunterhaltszahlungen betrug weniger als 350 DM pro Monat und Kind.



pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Prof. Dr. Hans-Jürgen Andreß, Dipl.-Soz. Barbara Borgloh, Dipl.-Soz. Miriam Güllner