Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Unterschwellige Reize
· Bielefelder Forschung zum Thema
· Maskierte Testreize
Dissoziationen zwischen Handlung und Bewusstsein
· Hat die Legende doch Recht?
· Die Bedeutung der Aufmerksamkeit
· Das Unbewusste
· Experiment
· Literatur
· Die Autoren
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Unsichtbare Testreize können sich also auf Handlungen auswirken. Das finden wir nicht nur beim Drücken von Tasten, sondern auch bei natürlicheren Handlungen wie Zeigen (1), Sprechen (2) oder Springen (3), und nicht nur mit geometrischen Figuren als Material, sondern auch mit Ziffern und Wörtern (4,5).

Den Widerspruch zwischen dem Einfluss des Testreizes auf die Handlungssteuerung und der Tatsache, dass er nicht bewusst wird, nennt man eine Dissoziation. Solche Dissoziationen kennt man auch aus anderen Bereichen. Zum Beispiel entstehen nach bestimmten Gehirnschädigungen blinde Bereiche (sogenannte Skotome) im Gesichtsfeld. Patienten mit solchen Schädigungen können Gegenstände im blinden Bereich nicht sehen. Trotzdem sind viele dieser Patienten in der Lage, auf diese Gegenstände zu zeigen oder ihre Augen zu diesen Gegenständen zu bewegen (6). Bei anderen Dissoziation können die Patienten Gegenstände zwar sehen, jedoch nicht “behandeln“, zum Beispiel ergreifen (7).

Wie unsere Befunde zur Wirkung nicht-bewusster Information zeigen, belegen auch solche klinischen Fälle, dass Information im kognitiven System auf zwei unterschiedliche und teilweise unabhängige Weisen verarbeitet wird - zum einen für Zwecke der Handlungssteuerung, zum anderen zur bewussten Wahrnehmung (8).




pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr. Ingrid Scharlau & Dr. Ulrich Ansorge