Interviews & Features    

 
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Maskierte Testreize
· Dissoziationen zwischen Handlung und Bewusstsein
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Elektrophysiologische Daten stützen unsere Annahme, dass die Effekte des unsichtbaren Testreizes auf Reaktionsvorbereitung beruhen. Dazu messen wir die Aktivität über Regionen des Gehirns, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Hier lässt sich mit dem EEG das lateralisierte Bereitschaftspotential ableiten (Abbildung 6 zeigt eine Versuchsperson beim EEG). Im lateralisierten Bereitschaftspotential kann man beispielsweise sehen, welche Hand die Versuchsperson bewegt oder bewegen will (1).




Kurz nachdem die Testreize gezeigt wurden, ändert sich das lateralisierte Bereitschaftspotential. In Abbildung 7 kann man erkennen, dass kongruente und inkongruente Testreize eine Reaktion früher aktivieren als neutrale Testreize (die Pfeile zeigen auf den Beginn der Reaktionsaktivierung). Wichtiger noch: Kongruente Testreize aktivieren die richtige Hand, inkongruente hingegen die falsche. Diese Aktivierung der falschen Hand geht schnell vorbei. Das lateralisierte Bereitschaftspotential beginnt zwar in der falschen Richtung (was der Aktivierung der gegenüberliegenden Hand entspricht), kehrt sich aber nach einer Weile um. Dann aktiviert die Versuchsperson die richtige Hand, also so, wie das durch die sichtbaren Zielreize gefordert wird.


Klicken Sie auf die Abbildung, um sie zu vergrößern

Das lateralisierte Bereitschaftspotential muss eine bestimmte Stärke erreichen, damit die Hand tatsächlich bewegt wird. Die horizontale Linie in Abbildung 7 deutet eine solche Schwelle an. Wie man sehen kann, wird die Schwelle in kongruenten Durchgängen am schnellsten erreicht und in inkongruenten am langsamsten. Das entspricht genau den Reaktionszeiten, die wir gemessen haben (2).


:: Dissoziationen zwischen Handlung und Bewusstsein


pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr. Ingrid Scharlau & Dr. Ulrich Ansorge