Interviews & Features    

 
· Einleitung
· Unterschwellige Reize
· Bielefelder Forschung zum Thema
· Maskierte Testreize
· Dissoziationen zwischen Handlung und Bewusstsein
· Hat die Legende doch Recht?
· Die Bedeutung der Aufmerksamkeit
Das Unbewusste
· Experiment
· Literatur
· Die Autoren
· Feedback




Der Psychoanalytiker Sigmund Freud hat die Vorstellung populär gemacht, dass Menschen von einem irrationalen Unbewussten beherrscht werden, und dass sich ihr bewusstes Ich in einem mühseligen Prozess gegen das triebhafte Es auf der einen Seite und das anspruchsvolle Über-Ich auf der anderen Seite durchsetzen muss. Damit war die Vorstellung verbunden, dass das Ich nicht „Herr im eigenen Haus“ ist. Die Angst vor Manipulation durch unbewusste Reize baut möglicherweise auf dieser Vorstellung Freuds auf.

Wie wir oben dargelegt haben, stellt sich die Wirkung unbewusster Reize anders dar, wenn sie mit den Methoden einer exakten Naturwissenschaft untersucht wird. Tatsächlich ziehen wir es in diesem Zusammenhang vor, von „nicht-bewusster“ Information zu sprechen, um jedwede Verwechslung mit den Freudschen Annahmen auszuschließen. Es gibt Verarbeitung ohne ein Bewusstsein der entsprechenden Information. Aber die dabei verwendete Information entzieht sich nicht vollständig unserer Kontrolle. Es ist gerade umgekehrt: Wir sind sehr wohl Herr im eigenen Hause, denn unsere Absichten gebieten über die Verarbeitung der nicht bewusst wahrgenommenen Information.




pictureVerantwortlich für den Inhalt dieser Seite: Dr. Ingrid Scharlau & Dr. Ulrich Ansorge