Öffentliche Veranstaltung am ZiF - Vortrag
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Wege aus der europäischen Krise: Schriftsteller zu einer Verfassung für Europa


Termin: 16. Mai 2018, 18:15
Ort: Plenarsaal des ZiF
Paul Michael Lützeler (St. Louis, USA)

Den literarischen Europa-Diskurs gibt es seit der frühen Neuzeit und er wurde intensiviert nach den großen kontinentalen Kriegen in den folgenden Jahrhunderten. Am Ende der Napoleonischen Epoche, die einen Schritt hin zu einem stärkeren kontinentalen Gemeinschaftsdenken bedeutete, wurde den Befürwortern einer europäischen Konföderation klar, dass sie ohne eine transnationale Verfassung nicht zu haben sei. Bis heute — von Saint-Simon über Schmidt-Phiseldek, Joseph Goerres, Coudenhove-Kalergi, Ernst Jünger, Reinhold Schneider und Hans Magnus Enzensberger — wird dieses Plädoyer von den Teilnehmern am Europa-Diskurs wiederholt. Public intellectuals wie Jürgen Habermas haben sich in jüngster Zeit für die europäische Verfassung stark gemacht, obwohl oder gerade weil der EU-Versuch einer europäischen Konstitution 2005 fehlgeschlagen ist.

Paul Michael Lützeler ist Germanist und Rosa May Distinguished University Professor in the Humanities an der Washington University in Saint Louis/USA. Dort gründete er 1983 das European Studies-Programm, 1985 das Max Kade-Zentrum für deutschsprachige Gegenwartsliteratur, das er bis heute leitet, und 2002 'Gegenwartsliteratur. Ein germanistisches Jahrbuch'. Seine Forschungsschwerpunkte sind deutschsprachige Gegenwartsliteratur, der literarische Europa-Diskurs, deutschsprachige Exilliteratur, insbesondere in den USA, sowie deutsche und europäische Literatur der Romantik.

Paul Michael Lützeler wurde für seine zahlreichen Publikationen mit vielen Preisen und Stipendien ausgezeichnet.