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Bielefeld Graduate School

in History and Sociology

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Andrea Kretschmann

E-Mail: kretschmann@cmb.hu-berlin.de

Web: https://cmb.hu-berlin.de/team/profil/andrea-kretschmann

Die Dissertation wurde mit dem Theodor Körner Preis 2015 (Österreich) ausgezeichnet: http://www.theodorkoernerfonds.at/2015/ausgezeichnete-arbeiten/

Die Regulierung des Irregulären: Carework und die symbolische Qualität des Rechts

Zwischen 2006 und 2009 wurde die so genannte '24-Stunden-Pflege' - Pflege und Betreuung für ältere Menschen in Privathaushalten rund um die Uhr - in Österreich rechtlich reguliert. Damit wurde AkteurInnen des RechtsadressatInnenkreises erstmals die Möglichkeit eröffnet, auf Angestellten- oder Selbständigenbasis in der '24-Stunden-Pflege' zu arbeiten beziehungsweise zu beschäftigen. Der in Österreich seit den 1990er Jahren bestehende irreguläre Markt für Carework , auf dem vorwiegend weibliche MigrantInnen slowakischer Herkunft und Angehörige von Pflegebedürftigen ArbeitgeberInnen-ArbeitnehmerInnen-Beziehungen eingingen, sollte auf diese Weise einer Regularisierung zugeführt werden - ein politisches Anliegen, das sich als relativ erfolgreich erwies.

Die Dissertation untersucht aus rechtssoziologischer Perspektive, wie die Regulierung der '24-Stunden-Pflege' von den AkteurInnen des RechtsadressatInnenkreises überwiegend affirmativ adaptiert wird. In einem weiteren Sinne interessiert sie sich für das Zustandekommen der Autorität und Legitimität des Rechts. Damit verbunden ist ein zweites Erkenntnisinteresse: Jenes nach einem geeigneten theoretischen Begriffswerkzeug für die Untersuchung von Rechtskonformität. Mit der Arbeit werden zum einen Erkenntnisse über die Beschaffenheit rechtskonformer Handlungsorientierungen, mithin über Möglichkeiten und Grenzen regulativen Rechts in ethnisierten, vergeschlechtlichten, gering formalisierten und gering bezahlten Beschäftigungen im Privathaushalt erlangt. Zum anderen wird mit heuristisch integrativem Fokus auf alle maßgeblichen Begriffskonzeptionen von Rechtskonformität eine kulturtheoretisch-praxeologische Perspektive entwickelt. Als empirische Basis dienen der Arbeit problemzentrierte Interviews mit den Angehörigen von Pflegebedürftigen und den in der "24-Stunden-Pflege" Beschäftigten.




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