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Bielefeld Graduate School

in History and Sociology

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Jelena Adeli

E-Mail: mail@jelena-adeli.com

Grüne Verflechtungen. Naturschutz und Politiken der Zugehörigkeit in Kap Verde

Die Dissertation "Grüne Verflechtungen. Naturschutz und Politiken der Zugehörigkeit in Kap Verde" entstand im interdisziplinären Forschungsprojekt "KlimaWelten", das von der Bielefeld Graduate School in History and Sociology (BGHS) und dem Kulturwissenschaftlichen InstitutEssen (KWI) getragen wurde. Vier NachwuchsforscherInnen untersuchten über einen Zeitraum von 20 Monaten mit ethnographischen Methoden, wie Menschen in Küstenregionen (Kap Verde, Tokio, Hudson Bay, Ameland) den Klimawandel im Alltag wahrnehmen. Das Projekt wurde filmisch begleitet und als Dokumentation "Klimawelten. Von den Kapverden zur Hudson Bay" im Rahmen des Arte-Themenabends "Klimawandel oder nach uns die Sinnflut?" erstmals am 17.07.2012 ausgestrahlt. Die methodische Herangehensweise der Teamforschung wurde in dem DFG-Lehrfilm "The social facts of climate change - an ethnographic approach" (2012) aufgegriffen.

Die Bewohner der kapverdischen Inseln sehen sich angesichts des Sahel-Klimas, wiederkehrender Dürreperioden und Wasserknappheit täglichen Herausforderungen gegenüber, die sich durch die Folgen des Klimawandels verstärken. Der Druck auf die natürlichen Ressourcen wird zudem mit dem Aufbau des Tourismus als wichtiger ökonomischer Wachstumszweig erhöht. Hieraus entwickelt sich die Ausgangsfrage der Dissertation: Wie soll das Verhältnis zwischen Menschen und ihrer Umwelt in Zukunft gestaltet werden.
Im Zentrum der Untersuchung stehen das Spannungsfeld ökologischer Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Entwicklung sowie die Entstehung und soziale Aushandlung von Naturschutzpraktiken und Umweltdiskursen. Nachgezeichnet und analysiert werden die Interessenskonflikte zwischen lokalen Bevölkerungsgruppen, NaturschützerInnen und VertreterInnen der Privatwirtschaft und als drei Fallstudien "Touristische Entwicklungszonen und Naturschutzgebiete", "Schildkrötenkonsum und Tierschutz" und "Sandabbau und Küstenschutz" konzipiert. Ich zeige einerseits, dass Umweltpolitiken und Naturschutzprojekte direkt in den Lebensalltag eingreifen und zu moralischen und sozialen Grenzziehungen werden. Andererseits stelle ich die Handlungen der verschiedenen Akteure als Politiken der Zugehörigkeit heraus, mit denen Menschen zivil-bürgerschaftliche Formen von Beteiligung einfordern.
Das Ergebnis der Studie ist, dass Menschen dann für Nachhaltigkeit eintreten, wenn dabei ihre sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Naturschutz begreife ich dabei als Ventil, mit dem Menschen ihrem Verständnis von Bürgerschaftlichkeit Ausdruck verleihen und eine Partizipationskultur "von unten" entwickeln. Die Studie zeichnet ein Bild der lokalen Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen in Kap Verde. Sie bietet einen methodischen Ansatz, um den Umgang mit Umweltveränderungen auch in anderen Regionen der Welt zu untersuchen. Die innovative Anwendung des Zugehörigkeitskonzepts auf den Bereich "Umwelt" macht die Ergebnisse der Studie besonders für (umweltbezogene) Forschungen zu Grenzziehungen, Partizipation und Demokratisierung "von unten" bedeutsam.






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