Sportbiologie

Entwicklung, Durchführung und Evaluation fächerübergreifender Workshops

Sportbiologie

Fachgrenzen überschreiten, Inhalte verknüpfen - Möglichkeiten eines fächerübergreifenden Unterrichts in den Fächern Biologie und Sport

Sportbiologie

Fachgrenzen überschreiten, Inhalte verknüpfen - Möglichkeiten eines fächerübergreifenden Unterrichts in den Fächern Biologie und Sport

Sportbiologie

Fachgrenzen überschreiten, Inhalte verknüpfen - Möglichkeiten eines fächerübergreifenden Unterrichts in den Fächern Biologie und Sport

Das Projekt "Sportbiologie" verbindet die Fächer Biologie und Sport und öffnet damit die fachlichen Grenzen, um die Zugänge über die unterschiedlichen Fachbereiche in all ihren Möglichkeiten nutzen zu können. Hierdurch können Schüler*innen mit unterschiedlichsten Begabungen gefördert werden. Die fächerübergreifende Lehre gilt hier allgemein als grundlegender Gedanke und soll als speziell für Schulen konzipierte Module in Form von Workshops entwickelt, evaluiert und etabliert werden.

Dafür planen Studierende Workshops für Schülergruppen ab der achten Jahrgangsstufen zu den unterschiedlichsten Themen. Zu nennen sind hier beispielshalber Projekttage zum "Herz-Kreislauf-System" oder zur "neuronalen Ansteuerung der Muskulatur", welche sportliche mit biologischen Inhalten sinnvoll und jahrgangsstufengerecht verbinden und hierdurch einen vertieften Lebensweltbezug und dadurch ein besseres Verständnis der Inhalte ermöglicht.

Durchgeführt werden die Workshops in den Räumlichkeiten der Schule selbst oder an der Universität Bielefeld. Die Anmeldung einer Schülergruppe für einen Workshop sowie notwendige Absprachen erfolgen per Mail.

Lehramtsstudierende der Universität Bielefeld haben im Rahmen eines Projektmoduls die Möglichkeit, fächerübergreifende Angebote für Schüler*innen zu gestalten und diese innerhalb des Projekts durchzuführen. Außerdem können Abschlussarbeiten im Rahmen des Projekts geschrieben werden.

Ursprung des Forschungsprojekts:

Das Projekt entwickelte sich aus einer mehrjährigen Auseinandersetzung mit fächerübergreifendem Unterricht in einem Hochschulseminar. Ab dem Jahr 2015 wurde dieses für Lehramtsstudierende im Bachelor angeboten und setzte sich inhaltlich mit der Verknüpfung der Fächer "Biologie" und "Sport" auseinander. Innerhalb des Seminars wurden fächerübergreifende Projekttage zu verschiedenen Themen wie "Das Herz-Kreislauf-System", "Ernährung" oder "Training und Anpassung" von den Studierenden entwickelt und anschließend mit Schülergruppen an der Universität durchgeführt. Begleitend wuchs das Interesse an möglichen Auswirkungen fächerübergreifender Konzepte an Schulen. Dieses Interesse mündete in dem heutigen Forschungsprojekt, das im Jahr 2018 von Niklas Kramer gegründet wurde. In diesem werden seitdem fächerübergreifende Module entwickelt, an Schulen durchgeführt und empirisch begleitet.

Ziel des Forschungsprojekts: Der fächerübergreifende Unterricht ist kein neues Konzept, dennoch wird es in Deutschland recht selten umgesetzt, wohingegen es in anderen Ländern wie der Schweiz und Finnland vielfach genutzt wird. Doch ist es überhaupt sinnvoll, fächerübergreifend zu unterrichten? Ausgehend von dieser Frage sollen in diesem Projekt die Effekte eines fächerübergreifenden Unterrichts am Beispiel der Fachdisziplinen Biologie und Sport erforscht werden. Dazu werden die fächerübergreifenden Module an den Schulen durchgeführt und mittels eines quantitativen Fragebogens begleitet. Unter anderem wird untersucht wie sich die fächerübergreifenden Interventionen auf die Motivation und das Selbstkonzept der Schüler*innen auswirkt.

Aktuelle Workshop-Angebote des Projekts

Im Projekt "Sportbiologie" werden sowohl Konzepte zur Umsetzung im Regelunterricht als auch Wochen- und Tagesworkshops entwickelt und empirisch begleitet. Folgende Workshops können aktuell angefragt und gebucht werden:

Workshop "Herz-Kreislauf-System": Innerhalb dieses Projekts werden die Bestandteile des Herz-Kreislauf-Systems biologisch näher betrachtet und Hypothesen formuliert, welche langfristigen Veränderungen durch eine sportliche Aktivität ausgelöst werden könnten. Dabei soll das Thema sehr praktisch erlebbar gemacht werden. Hierfür erheben die Schüler*innen selbstständig eigene Körperpaarmeter, wie das Lungenvolumen, die Sauerstoffsättigung oder den Puls. In sportpraktischen Teilen wird ein Ausdauertraining spielerisch absolviert und Veränderungen der einzelnen erhobenen Parameter dokumentiert. Mit Hilfe der theoretischen Grundlagen und der erhobenen Werte sollen die anfänglich aufgestellten Hypothesen verifiziert, falsifiziert und erweitert, sowie Konsequenzen für das eigene sportliche Handeln abgeleitet werden.

Workshop "Neurale Ansteuerung der Muskulatur": Was ist notwendig, damit eine sportliche Bewegung ausgeführt werden kann? Um diese Frage beantworten zu können, wird in diesem Tagesworkshop der Weg von der sensorischen Wahrnehmung bis hin zur motorischen Umsetzung von Bewegung nachgegangen und innerhalb eine Stationsarbeit schülerorientiert erarbeitet. Anschließend wird die Leistungsfähigkeit dieses sensomotorischen Systems über verschiedene Testinstrumente wie einer EMG-Messung oder der Erfassung der Griffkraft mit Hilfe eines Dynamometers individuell erfasst. Wie der Leistungsstand der Schüler*innen verbessert werden kann, wird über ein funktionelles und ein klassisches Krafttraining sportpraktisch veranschaulicht. Anhand der Erfahrungen aus dem sportpraktischen Teil wird abschließend erarbeitet, welche biologischen Anpassungen durch die einzelnen Krafttrainingsformen im Körper angeregt werden.

Workshop "Gehirntraining durch Sport": Dieser Tagesworkshop befindet sich aktuell in der Planung und kann ab April von Schulen gebucht werden. Inhaltlich befasst sich der Workshop mit einem koordinativen Training und den Auswirkungen auf das Gehirn, die nicht nur das Bewegungslernen, sondern auch Lernprozesse im Allgemeinen positiv beeinflussen. Mit Hilfe des Wissens über den Aufbau des Gehirns wird ermittelt, warum koordinative Übungen so anspruchsvoll sind und welche Prozesse im Gehirn ausgelöst werden, wenn ein entsprechendes Training durchgeführt wird. Die Schüler*innen bekommen einen Einblick in die biologischen Anpassungsmechanismen im Gehirn (Langzeitpotenzierung, Neurogenese) und erfassen ihre eigene koordinative Leistungsfähigkeit. Wie diese verbessert werden kann, zeigt das anschließende koordinative Training, in dessen Durchführung die Schüler*innen kreativ eingebunden werden. Zudem bekommen die Schüler*innen Übungen an die Hand, die sie im Alltag ganz einfach umsetzen können.

Möglichkeiten der Teilnahme

Für Schulen:

Haben Sie Interesse an dem Projekt mit einem Kurs teilzunehmen? Die oben angesprochenen Konzepte können zum jetzigen Zeitpunkt gerne von allen Schulen mit einer gymnasialen Oberstufe angefragt werden. Dabei unterscheiden sich Wochen- und Tagesworkshops wie folgt:

1. Die Wochenworkshops sind auf eine gesamte Woche ausgelegt. Ein Tag umfasst einschließlich der Pausen ca. fünf Stunden. Innerhalb der Schulen müsste über den Projektzeitraum ein Seminarraum und an jedem Tag ein Hallendrittel für ca. 2 Stunden zur Verfügung stehen. Eine Aufteilung des Workshops über mehrere Wochen ist ebenfalls denkbar.

2. Tagesworkshops: Diese Workshops sind für einen Tag buchbar und zeitlich auf ca. 6 bis 7 Zeitstunden festgelegt. Auch hier sind ein Seminarraum und die Verfügbarkeit eines Hallendrittels über den Projektzeitraum erforderlich. Innerhalb der Semesterferien kann das Projekt auch an der Universität Bielefeld durchgeführt werden.

Für Studierende:

Sie sind Studierende/r der Biologie und/oder Sportwissenschaft und stehen vor Ihrer Abschlussarbeit? Dann gibt es zwei Varianten, wie Sie das Projekt im Rahmen einer Abschlussarbeit begleiten können:

1. Konzeption und Durchführung eines neuen fächerübergreifenden Workshops: Bei dieser Variante würde zunächst ein eigenes fächerübergreifendes Konzept entwickelt werden. Dazu gehört neben der Planung der einzelnen didaktischen Schritte auch die Erstellung jeglichen Materials. Nach der Entwicklungsphase würde der Workshop an den Schulen durchgeführt und anschließend reflektiert werden.

2. Evaluation bestehender Projekte: Bei dieser Variante würden schon bestehende Projekte an Schulen eigenständig durchgeführt, empirisch begleitet und statistisch ausgewertet werden. Dabei liegt der Fokus auf quantitativen Verfahren, wobei in Einzelfällen auch qualitative Ansätze denkbar sind.

Alle Bestimmungen gelten ebenso für beabsichtigte Masterarbeiten, die innerhalb des Projektes verfasst werden sollen. Diese unterscheiden sich durch einen höheren Umfang und/oder eine vertiefende Schwerpunktsetzung.

Wenn Sie Interesse an dem Projekt haben, können Sie sich gerne bei Niklas Kramer unter folgender E-Mail-Adresse melden:niklas.kramer@uni-bielefeld.de

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