skip to main contentskip to main menuskip to footer Universität Bielefeld Play
  • Bielefeld School of Education - BiSEd

    Bielefelder Lehrer*innenbildung

    Campus der Universität Bielefeld
    © Julia Schweitzer
Zum Hauptinhalt der Sektion wechseln
Logo der BiSEd vom Zentrum Praxisreflexion

Ansprechpartnerin

Dr.'in Nicole Valdorf

Dr.'in Nicole Valdorf

Schwerpunkte: Praxisreflexion durch Fallberatung und Portfolioarbeit

Telephone
+49 521 106-4246
Room
UHG L5-122

Eignungsreflexion: "Passt der Lehrer*innenberuf zu mir, passe ich zu ihm?"

Sie stellen sich die Frage, ob der Lehrer*innenberuf zu Ihnen passt und ob Sie zu ihm passen?

Mit der Entscheidung für ein Lehramtsstudium legen sich Studierende in der Regel – anders als dies bei den meisten anderen Studiengängen der Fall ist – auf eine spezifische  Berufstätigkeit fest. Daher ist es von besonderer Bedeutung, bereits frühzeitig entsprechende Kenntnisse und ein wirklichkeitsnahes Bild hinsichtlich der späteren Tätigkeit als Lehrerin bzw. Lehrer zu entwickeln. 

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass die berufsrelevanten Kompetenzen weitgehend erlernbar sind, denn „Kompetenzen sind nicht etwas Statisches, sondern dynamisch und einer ständigen Veränderung ausgesetzt“ (Hascher & Thonhauser 2004, S. 5). Unter professionstheoretischen Gesichtspunkten ist es dennoch bedeutend, Lehramtsstudierende frühzeitig und kontinuierlich im Aufbau eines reflektierten Berufsbildes zu unterstützen.

Eine Eignungsreflexion ist eine kontinuierliche Selbstklärungsaufgabe in der Berufsbiografie und keine nur punktuell zu klärende Frage. Jedoch gibt es sicherlich besonders sensible Phasen für eine Reflexion der persönlichen Eignung – etwa vor bzw. zu Studienbeginn oder die Praxisstudien.

Im Folgenden finden Sie Tipps für Ihre persönliche Eignungsreflexion:

Die Praxisstudien haben das Ziel, Studierenden einen Einblick in das Berufsfeld Schule und die damit verbunden Aufgaben- und Handlungsfelder zu ermöglichen und berufsspezifische Kompetenzen (weiter) zu entwickeln respektive anzubahnen. Die universitären Praxisstudien knüpfen an bereits erworbene fachwissenschaftliche, fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Kenntnisse an und können im Idealfall geeignet sein, Impulse und Fragestellungen für die weitere Ausbildung zu liefern. Darüber hinaus bieten Praxisstudien die Gelegenheit, die persönliche Berufswahl im Blick auf die eigenen schulpraktischen Erfahrungen zu reflektieren. Ein Tipp: Planen Sie Ihre Praxisstudie eigenaktiv und setzen Sie sich Lernziele, die Sie zusammen mit Ihren Mentor*innen an der Praktikumsschule konkretisieren können.

Unterstützt wird Ihre persönliche Eignungsreflexion in den Praxisstudien durch die Portfolioarbeit (siehe dazu auch die nachfolgende Infobox) und durch strukturierte Reflexionsgespräche.

 

Strukturierte Reflexionsgespräche in den Praxisstudien

Neben verschiedenen Gesprächen und Unterrichtsvor- und -nachbesprechungen, die Sie mit Ihren Mentor*innen an den Praktikumsschulen führen werden, sind auch strukturierte Reflexionsanlässe vorgesehen.

In der Orientierenden Praxisstudie mit Eignungsreflexion (OPSE) stellt – wie der Name bereits vermuten lässt – Ihre persönliche Eignungsreflexion ein grundsätzliches Element dar. Ansatzpunkte und Themenfelder für eine Reflexion der persönlichen Eignung für den Lehrer*innenberuf bieten dabei beispielsweise der beginnende Rollenwechsel aus der Schüler*innen- hin zur Lehrer*innenperspektive, Ihre individuellen Berufswahlmotive, Ihre eigenen Erwartungen und Vorannahmen zu Schule und Unterricht im Kontext der erlebten Schulpraxis und die professionsorientierte Planung des weiteren Studienverlaufs.

Im abschließenden schulischen Reflexionsgespräch soll diese Reflexion unterstützt werden. Die Rückmeldungen der Mentorin oder des Mentors dienen Ihnen zum Abgleich mit den eigenen Wahrnehmungen und können Rückschlüsse offenbaren, welche Kompetenzen im weiteren Verlauf des Lehramtsstudiums ausgebaut werden sollten.

Die Reflexion der persönlichen Studien- und Berufswahl ist somit ein wesentliches Ziel des Gesprächs. Es dient jedoch nicht zur Feststellung einer generellen Eignung oder Nichteignung für den Lehrer*innenberuf, da sich Ihre Kompetenzen im weiteren Verlauf der Ausbildung weiterentwickeln werden.

In der Regel findet das Gespräch mit der Mentorin oder dem Mentor oder einer anderen Schulvertreterin bzw. einem Schulvertreter, die oder der Sie hauptsächlich begleitet hat, statt.

Die Portfolioeinlage für das schulische Reflexionsgespräch mit weiteren Informationen finden Sie hier: Bogen für das abschließende schulische Reflexionsgespräch in der OPSE

Hier finden Sie weitere Informationen zur OPSE.

 


 

Im Masterstudium absolvieren Sie das Praxissemester mit einem fünfmonatigen schulpraktischen Teil und einem Schulforschungsteil. Eine Anforderung dieser Praxisstudie stellt es dar, wissenschaftliches Theorie- und Reflexionswissen in forschender Grundhaltung mit berufspraktischer Tätigkeit zu verknüpfen. Auch hier wird die kontinuierliche (Selbst-)Reflexion über das Berufsziel Lehramt aufgegriffen und durch Reflexionsgespräche mit den am Praxissemester beteiligten Akteur*innen unterstützt.

Einen strukturierten Reflexionsanlass bildet das Bilanz- und Perspektivgespräch (BPG) gegen Ende des schulpraktischen Teils. Das von Ihnen eigenaktiv vorbereitete Gespräch dient der Bilanzierung Ihrer individuellen professionellen Entwicklung und der Diskussion individueller Entwicklungsmöglichkeiten. Neben Ihnen nehmen grundsätzlich je eine an der Ausbildung beteiligte Person des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) und der Schule teil. Zusätzlich ist die Beteiligung einer Lehrenden oder eines Lehrenden der Hochschule möglich.

Hier finden Sie den von der Leitkonzeptgruppe entwickelten Leitfaden für das BPG sowie die Portfolioeinlage für das Praxissemester, welche für die Vorbereitung des BPG vorgesehen ist.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Praxissemester.

 

Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Lehrer*innenausbildung wird ein phasenübergreifendes Portfolio zur Reflexion und Dokumentation der berufsbezogenen Kompetenzentwicklung geführt. An der Universität Bielefeld ist dies das Bielefelder Portfolio Praxisstudien.

In diesem übergreifenden Lehramtsportfolio dokumentieren und reflektieren Sie Ihren eigenen berufsbezogenen Entwicklungsprozess in einem bewertungsfreien Raum ab Beginn des Studiums bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes. Hierbei spielt auch die persönliche Eignungsreflexion eine wichtige Rolle. Im Verlauf Ihrer Ausbildung können Sie in der Arbeit mit und an dem Portfolio beispielsweise Ihre Berufswahlmotive und Ihre Annahmen über Schule und Unterricht im Blick behalten und hinterfragen. Dabei lernen Sie viel über sich selbst und können Ihre persönlichen Stärken und Entwicklungsfelder identifizieren. In Ihre Reflexion können Sie dabei miteinbeziehen, wo und wie Sie Ihre Entwicklungsfelder gezielt bearbeiten können.

Auf den Infoseiten zum Lehramtsportfolio und im LernraumPlus für die Portfolioarbeit im Lehramtsstudium finden Sie Anregungen für Ihre eigenaktive Portfolioarbeit.

Für Ihre Reflexionen vor, während und nach den Praxisstudien in Ihrem Lehramtsstudium stehen Ihnen spezifische Portfolioeinlagen mit Reflexionsimpulsen zur Verfügung. Darüber hinaus können Sie eine Fülle an reflexiven Schreibübungen für Ihre Portfolioarbeit nutzen. Schreibübungen wie beispielsweise das One Minute Paper oder das Free Writing sind aufgrund ihrer Offenheit besonders gut geeignet, um sie an eigene Reflexionsfragen und -anlässe anzupassen. Lassen Sie sich hier inspirieren und modifizieren Sie die Reflexionsimpulse gerne für Ihre Zwecke:

  • Inwiefern passt der Lehramtsberuf zu meinen Interessen?
  • Was sind meine Befürchtungen?
  • Welche günstigen/ ungünstigen Voraussetzungen bringe ich mit?
  • Wo sehe ich persönliche Herausforderungen?
  • Was würde jemand, der mich gut kennt, zu meiner Berufswahl sagen?
  • Was sind meine Ziele für die nächste Praxisstudie?
  • Welche Eindrücke nehme ich aus meinem bisherigen Studium mit?
  • ...

Im Rahmen Ihrer Ausbildung bietet Ihnen Beobachtung einen Zugang zum Forschenden Lernen und zur Praxisreflexion. Ihre Beobachtungserfahrungen, die Sie in Praxisstudien und Lehrveranstaltungen machen, können dabei eine wichtige Grundlage für Ihre (Selbst-)Reflexionsprozesse über das Berufsziel Lehramt bilden.

Die Auseinandersetzung mit Beobachtungssituationen aus der schulischen Praxis ermöglicht Ihnen eine Reflexion der individuellen Berufswahlmotivation, der (eigenen) Bilder von Lehrer*innen und der subjektiven Theorien von Schule und Unterricht.

Neben der Beobachtung schulischer Praxis im Rahmen der Praxisstudien können auch Unterrichtsvideos eine geeignete Beobachtungsgrundlage bieten. Eine Sammlung vielfältiger Unterrichtsvideos für Praxiseinblicke und Reflexionsanlässe bietet das von der Universität Münster koordinierte Meta-Videoportal. Nach entsprechender Registrierung bei den jeweiligen Inhaltsanbietern stehen die Videos in der Regel auch Lehramtsstudierenden zur Verfügung.

Im LernraumPlus Portfolioarbeit im Lehramtsstudium stehen reflexive Schreibübungen für die Vor- und Nachbereitung von Beobachtungssituationen zur Verfügung.

Tipp: Zur Vorbereitung auf die Beobachtungsaufgaben in den Praxisstudien hat das Team PULS für das bildungswissenschaftliche Einführungsmodul ein asynchrones Beobachtungstraining entwickelt, welches den Studierenden die Möglichkeit bietet, ihre persönlichen Beobachtungskompetenzen zu reflektieren und zu trainieren. Zugleich werden Studierende für subjektive Theorien zu Schule und Unterricht sensibilisiert.

Es existieren unterschiedliche onlinebasierte Self-Assessment-Verfahren, die Sie bei Ihrer persönlichen Eignungsreflexion unterstützen können. Diese Verfahren greifen Erkenntnisse aus der Forschung zum Lehrer*innenberuf (etwa zur Lehrer*innengesundheit und zu Berufswahlmotiven) auf und können ein Element in Ihrem Selbstreflexionsprozess bilden.

Hier finden Sie eine Auswahl an Self-Assessment-Verfahren:

Diese Verfahren können hilfreich sein, um sich mit dem eigenen Berufsbild auseinanderzusetzen und die persönliche Eignung für den Lehrer*innenberuf zu reflektieren. Der Einsatz solcher Verfahren ist jedoch nicht unumstritten, da überzeugende Belege für die prognostische Validität dieser Instrumente nicht vorliegen (vgl. Köller, Klusmann, Reteldorf & Möller 2013) und diese Instrumente somit den Studierenden fälschlicherweise den Eindruck vermitteln könnten, sie könnten Erfolg im Studium und im späteren Beruf vorhersagen. Zweifelsohne werden in diesen Instrumente aber Dimensionen angesprochen, die für den späteren Beruf Lehrerin bzw. Lehrer relevant sind, wie das berufliche Interesse und soziale Kompetenzen wie das Einfühlungsvermögen.

  • Um ein realistisches Berufsbild aufbauen zu können, sollten Sie Ihre eigenen bildungsbiografischen Erfahrungen kontinuierlich um weitere Informationen und Erkenntnisse zum Lehrer*innenberuf anreichern. Ein Tipp: In den von der Kultusministerkonferenz formulierten bildungswissenschaftlichen und fachbezogenen Standards für die Lehrer*innenbildung werden Anforderungen und Aufgabenfelder von Lehrkräften transparent. In einer Auseinandersetzung mit diesen Standards können Sie beispielsweise die sich darin abbildenden (bildungspolitischen) Erwartungen an zukünftige Lehrkräfte vor dem Hintergrund Ihrer eigenen Erwartungen reflektieren.
     
  • Über den Austausch mit anderen können Sie Ihre Selbsteinschätzungen durch Fremdwahrnehmungen ergänzen. Ein Tipp: In der PeerBeratung können Studierende des weiterführenden Lehramts gemeinsam die eigene pädagogische Tätigkeit und die Berufsrolle reflektieren.
     
  • Reflexions- und Feedbackgespräche mit Akteur*innen der Lehrer*innenbildung geben Ihnen die Möglichkeit, die Anforderungen der Praxis und Ihre eigene professionelle Ent­wicklung zu reflektieren und Schlussfolgerungen für die individuelle Aus­gestaltung Ihrer weiteren Ausbil­dung abzuleiten. Theoretische Bezüge zu den Konstrukten ›Reflexion‹ und ›Feedback‹ (z. B. das ALACT Modell von Korthagen (1999) oder die Feedbackebenen nach Hattie & Timperley (2007)) eignen sich, um Regeln für konstruktive Reflexions- und Feedbackgespräche daraus abzuleiten und konkrete Gespräche planen und durchführen zu können.
  • Denken Sie an einen Ausstieg aus dem Lehramtsstudium? Beratung zur Berufsorientierung bietet der Career Service der Universität Bielefeld.

 

Wünschen Sie sich Unterstützung in Ihren Entscheidungsprozessen hinsichtlich Ihrer Berufswahl? Für ein gemeinsames Gespräch vor dem Hintergrund der beruflichen Anforderungen als Lehrer*in, der eigenen Erwartungen sowie der persönlichen Kompetenzen und Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontaktieren Sie für eine individuelle Terminvereinbarung Nicole Valdorf.

 

Noch ein Hinweis: Erfahrungsgemäß ist es im Rahmen der Eignungsreflexion – insbesondere vor oder zu Studienbeginn – hilfreich, wenn Sie zunächst die Fragen rund um die Studiengangs(wechsel)organisation und allgemeine Fragen zum Lehramtsstudium beantwortet bekommen. Oftmals zeigen sich hier bereits Synergien für die Entscheidung bezogen auf die Eignungsfrage. Für Fragen rund um die Themen Zugangsmöglichkeiten, Aufbau des Lehramtsstudiums, die unterschiedlichen Studiengangstypen im Lehramt, Prognose der Einstellungschancen u. ä. sind andere Kolleg*innen in der Bielefeld School of Education die Expert*innen. Deren Kontaktdaten finden Sie hier:

https://www.uni-bielefeld.de/einrichtungen/bised/studiumlehramt/beratungsangebote/

Video: Geeignet für den Lehrer*innenberuf!? Impulse für Ihre Eignungsreflexion

In dem Video gibt Dr. Lilian Streblow Ihnen einen Einblick in das Thema "Eignungsfeststellung & Eignungsreflexion im Lehrer*innenberuf" und stellt Instrumente vor, die Sie für Ihre persönliche Auseinandersetzung mit der Eignungsfrage nutzen können.

Das Video richtet sich insbesondere an Studierende der ersten beiden Semester.

Über diesen Link gelangen Sie zu Panopto und können sich nach Ihrer Anmeldung über die Uni-Zugangsdaten das Video anschauen:
Video "Geeignet für den Lehrer*innenberuf!? Impulse für Ihre Eignungsreflexion" (37 Min.)

Hascher, T. & Thonhauser, J. (2004). Die Entwicklung von Kompetenzen beurteilen. Ein gleichermaßen brisantes wie vernachlässigtes Thema in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Journal für LehrerInnenbildung, 4 (1), 4-9.

Hattie, J. & Timperley, H. (2007). The Power of Feedback. Review of Educational Research, 77 (1), 81-112.

Korthagen, F. (1999). Linking Reflection and Technical Competence: the logbook as an instrument in teacher education. European Journal of Teacher Education, 22 (2/3), 191-207.

Köller, M.; Klusmann, U.; Retelsdorf, J. & Möller, J. (2013). Erwiderung: Self-Assessments sind Eignungsdiagnostik – eine Replik auf Mayr et al. und Schaarschmidt. Unterrichtswissenschaft, 41(1), 84-89.


back to top