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Frühjahrs- / Herbstwerkstatt (Interpretative Forschungsmethoden)

Die qualitative Untersuchung von Text-, Film- und Bildmaterial, von Interviewäußerungen oder von Geschehen in sozialen Feldern ist eine auslegende, deutende, re- oder kokonstruierende, allgemein: eine interpretative Forschung. Die Logik dieses Forschungstyps bringt es mit sich, dass Kommunikationsprozesse - faktischen (z.B. in Interpretationsgruppen) und auch vorgestellten ("Was will mir das Material sagen?") - eine große Bedeutung für die Generierung von Erkenntnissen haben. Vor diesem Hintergrund wird in interpretativen Ansätzen ein besonderes Augenmerk auf kommunikative Räume zur Auseinandersetzung mit dem jeweils untersuchten Material gelegt, auf Räume beispielsweise der Erprobung von Lesarten, ihrer Modifikation und Sicherung, zur Thematisierung methodologischer und methodischer Fragen. Qualitative Forschung ist auf die Herstellung und institutionelle Sicherung solcher Erprobungs- und Reflexionsräume angewiesen. Da diese Bedingungen in vielen Fällen, insbesondere bei Qualifikationsarbeiten, nicht immer "ortsnah" zugänglich sind, haben sich seit etlichen Jahren überregionale Angebote für Qualifizierung und Austausch etabliert. Das Spektrum reicht von Methodentagungen und -workshops, bei denen in kurzer Zeit viele unterschiedliche Ansätze vorgestellt werden, über zwei- und mehrwöchige "Summerschools", die intensive Arbeits- und Lernprozesse ermöglichen, bis hin zu kontinuierlichen Forschungswerkstätten und kleinen Interpretationsgruppen, die oft über Jahre zusammen arbeiten.

Die Herbstwerkstatt/ Frühjahrswerkstatt Interpretative Forschungsmethoden wird gemeinsam ein oder zwei Mal im Jahr in Oldenburg und in Wien veranstaltet von Prof. Dr. Bettina Dausien (Uni Wien) und Prof. Dr. Paul Mecheril (Uni Oldenburg). Mit der Herbstwerkstatt Interpretative Forschungsmethoden 2008 in Flensburg, der nachfolgenden Frühjahrswerkstatt 2010 in Innsbruck und der Herbstwerkstatt 2010 in Wien haben wir ein bestimmtes Angebot in diesem Feld eröffnet. In einem zeitlichen Rahmen von etwa vier Tagen und in einer überschaubaren Gruppe von maximal 25-30 Teilnehmenden, wendet sich die Herbstwerkstatt/ Frühjahrswerkstatt in erster Linie an Promovend/innen und Habilitand/innen der Erziehungs-, Bildungs-Kultur- und Sozialwissenschaften, die im Rahmen des interpretativen Paradigmas empirische Studien durchführen. Raum für intensive Auseinandersetzung mit methodologischen und methodischen, theoretischen und praktischen Fragen qualitativer Forschung kennzeichnet die Werkstatt Interpretative Forschungsmethoden.