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AG 4: Schulentwicklung und Schulforschung

Bilateraler Workshop Deutschland-Türkei an der Fakultät Erziehungswissenschaft an der Universität Bielefeld - ein Beitrag zur Internationalisierung

Vom 4. bis 7. Februar 2014 trafen sich elf deutsche und ebenso viele Erziehungswissenschaftler aus allen Teilen der Türkei zu einem bilateralen Workshop in Bielefeld zum Thema "Portfolio in der Lehrerbildung" initiiert und geleitet von Prof. Dr. Barbara Koch-Priewe (Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft AG4) und Ass. Prof. Dr. Fisun Aksit (Erciyes Universität, Kayseri, Türkei). Der Austausch wurde durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das Erarbeiten eines Portfolios ist im neuen NRW-Lehrerausbildungsgesetz (LABG) verankert und daher seit 2011 für Lehramtsstudierende eine verbindliche Aufgabe. Auch in der Türkei werden Portfolios im Rahmen der Lehrerbildung angefertigt.

Der Workshop im Februar dieses Jahres setzte die Kooperation fort, die mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Frühjahr 2012 an der Erciyes Universität in Kayseri, Türkei, begonnen wurde. Das bilaterale Projekt erhält auch über den Workshop in Bielefeld hinaus Unterstützung durch das BMBF, das in 2014 im Rahmen des Programms des "Deutsch-Türkischen Jahres der Forschung, Bildung und Innovation" weitere Mittel bereitgestellt hat.

Im Mittelpunkt des viertägigen Workshops stand die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Portfoliokonzepten in der deutschen und türkischen LehrerInnenbildung. Insbesondere die Arbeit mit konkreten studentischen Portfolioprodukten und Videografien von Feedback- und Reflexionsgesprächen über den Portfolioprozess und die dabei entstandenen Produkte konnten die existierende Vielfalt sowie Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Ländern beim Einsatz von Portfolios deutlich machen. Im Austausch und in der Diskussion über die Erfahrungen der deutschen und türkischen ErziehungswissenschaftlerInnen/LehrerbildnerInnen konnte bei aller Verschiedenheit dennoch eine gemeinsame Basis für ein Portfolioverständnis gefunden und vor allem Grundvoraussetzungen ausgemacht werden, die bei einem Austausch über Portfolios dargelegt werden müssen, um die zahlreichen unterschiedlichen Konzepte und Einsatzmöglichkeiten einordnen, verstehen und diskutieren zu können. Der im Februar intensivierte Diskurs über Portfolios in der LehrerInnenbildung in den beiden Ländern wurde von beiden Seiten als sehr fruchtbar und gewinnbringend wahrgenommen und wird daher im Juni 2014 bei einem weiteren Workshop in Izmir in der Türkei fortgeführt. Ziel ist es, ein gemeinsames Handbuch für die Portfolioarbeit in der LehrerInnenbildung zu erstellen, in dem diejenigen Konzepte präsentiert werden sollen, die sich in der deutschen und türkischen LehrerInnenbildung bisher bewährt haben.

Da die Erziehungswissenschaftler aus der Türkei auch an der innovativen Pädagogik der Bielefelder Versuchsschulen interessiert waren, wurde im Rahmen des Workshops zusätzlich Hospitationen und Gespräche an der Laborschule und dem Oberstufen-Kolleg ermöglicht.