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Gendersensible Sprache

Die Wertschätzung verschiedener Lebensentwürfe schlägt sich auch auf den Gebrauch von Sprache nieder. Da Sprache alle Aspekte des menschlichen Lebens durchdringt, werden die Achtung und der Gebrauch einer gendersensiblen Sprache zur Wahrung der menschlichen Würde als grundlegend erachtet. Hierzu zählt es auch, sich nicht auf die Verwendung des generischen Maskulinums zu beschränken. Vielmehr muss den Suchbewegungen in der Nutzung gendergerechter Sprache Rechnung getragen werden, um sowohl in der gesprochenen als auch in der Schriftsprache gemäß der menschlichen Würde und Achtung alle Menschen bewusst und vor allem sprachlich sichtbar zu adressieren. Dies dient insbesondere auch der Anerkennung der Erweiterung der Kategorie „Geschlecht“, da der Schutz und die Sichtbarkeit von Personen, die sich nicht dem binären Geschlechterverständnis zuordnen, bislang kaum gewährleistet sind.

Im Folgenden stellen wir einige Tipps und Hinweise zum Gebrauch gendersensibler Sprache für Sie bereit. Diese Hinweise zielen auf die Schriftsprache ab. Darüber hinaus sollte aber darauf geachtet werden, auch in der verbalen Kommunikation auf geschlechtersensible Sprache zu achten.
Sollten Sie Fragen oder Ergänzungen zum Thema haben, freuen wir uns auf Ihre E-Mail an gleichstellung-ew@uni-bielefeld.de.

Fünf Tipps zum Einstieg in die Verwendung gendersensibler Sprache

1. Zur sprachlichen Berücksichtigung von Frauen und Männern gleichermaßen (binäres Geschlechterverständnis) gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Beidnennung/Paarform: „Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen…“
  • „Splitting“: „Der Verfasser/die Verfasserin konstatiert, dass…“
  • Binnen-I: „Die MitarbeiterInnen werden gebeten, beim Verlassen ihres Büros die Fenster zu schließen und das Licht auszuschalten.“

2. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um auch Personen, die sich nicht dem binären Geschlechterverständnis zuordnen, sprachlich mit einzuschließen:

  • Gender-Gap: „Die Mitarbeiter_innen werden gebeten, beim Verlassen ihres Büros die Fenster zu schließen und das Licht auszuschalten.“
  • Gender-Sternchen: „Die Mitarbeiter*innen werden gebeten, beim Verlassen ihres Büros die Fenster zu schließen und das Licht auszuschalten.“

3. Des Weiteren bietet es sich an, geschlechtsneutrale Begriffsalternativen zu verwenden (s. hierzu auch „Geschickt Gendern. Das Genderwörterbuch .“):

  • „die Lehrperson“ anstelle von „der_die Dozent_in“
  • „die Studierenden“ anstelle von „die Studentinnen und Studenten“

4. Um bei der Aufzählung von Personen eine geschlechter- oder statusbezogene Hierarchisierung zu vermeiden bietet es sich an, die aufzuzählenden Personen alphabetisch zu ordnen. Im Arbeitsalltag geschieht dies z.B. etwa häufig bei der Benennung von Mitgliedern einer Arbeitsgruppe.

  • Zum Beispiel „Das Forschungsteam Prof.in Dr.in Inga Ingel, Dr. Lars Lustig und Prof. Dr. Thomas Thomsen“ anstelle von „Prof. Dr. Thomas Thomsen und seine Forschungskolleg*innen Dr. Lars Lustig und Prof.in Dr.in Inga Ingel“.

5. Auch die korrekte und vollständige Betitelung ist von grundlegender Bedeutung für gendergerechte Ansprache – entweder ganz oder gar nicht. Zudem empfiehlt es sich, auch den Titel selbst zu gendern.

  • „Das Forschungsteam Prof.in Dr.in Inga Ingel, Dr. Lars Lustig und Prof. Dr. Thomas Thomsen“ anstelle von „Das Forschungsteam Inga Ingel, Dr. Lars Lustig und Prof. Dr. Thomas Thomsen“.

Achtung: Schnell geht im täglichen Sprachgebrauch unter, dass auch auf die korrekte Anpassung von Pronomina und weitergehender Beschreibungen zu achten ist.

Beispiel:

Die Universität als Arbeitgeberin sollte ihre Aufgaben und Pflichten hinsichtlich familienfreundlicher Arbeitszeiten vollumfänglich wahrnehmen.

Einen umfassenden Einstieg in die Thematik mit zahlreichen Tipps und Erklärungen bietet der Leitfaden „ÜberzeuGENDERe Sprache. Leitfaden für eine geschlechtersensible und inklusive Sprache“ der Gleichstellungsbeauftragen der Universität zu Köln (2017).

Auf der Seite „Geschickt Gendern. Das Genderwörterbuch “ finden Sie zudem weitere Tipps und Hinweise zu gendersensibler Sprache sowie ein Wörterbuch mit begrifflichen Alternativen zum generischen Maskulinum oder gänzlich geschlechtsneutralen Bezeichnungen.