Leitfäden zu Studientechniken
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Leitfaden zur Literaturrecherche

Es ist grundlegender Bestandteil eines jeden Studiums, dass Sie lernen, sich mit fachwissenschaftlicher Literatur sinnvoll auseinander zu setzen. Dieser Leitfaden soll Ihnen helfen, praktische Such- und Auswertungsstrategien für Ihre Recherche kennen zu lernen.

Dieser Leitfaden gibt Ihnen Antworten auf die folgenden Fragen:

  1. Wozu dient die Literaturrecherche?
  2. Welche Vorgehensweise ist sinnvoll?
  3. Hilfreiche Links zur Erstorientierung
  4. Wo finde ich weitere Informationen?

Auf der letzten Seite des PDF-Dokuments finden Sie eine „Checkliste zur Literaturrecherche“, die Sie verwenden können, um die Vorgehensweise und die Ergebnisse Ihrer Literaturrecherche zu optimieren.

 

1.    Wozu dient die Literaturrecherche?

Die systematische Auswahl und Verwendung von Literatur ist unerlässlich für Sie, wenn Sie eine wissenschaftliche Arbeit verfassen. Die intensive Auseinandersetzung mit Primär- und Sekundärliteratur hilft Ihnen, sich über ein Thema kundig zu machen, Ergebnisse argumentativ abzusichern und auf Grundlage des analysierten Materials zu eigenen Thesen zu gelangen. Die Auswahl nützlicher Literatur soll Ihnen helfen, nicht den Überblick zu verlieren und stattdessen themenorientiert Ihre Literaturliste einzugrenzen.

 

2.    Welche Vorgehensweise ist sinnvoll?

Eine Literaturrecherche gliedert sich im Wesentlichen in drei Arbeitsschritte: die Literatursuche (welche Literatur ist bereits bekannt und darüber hinaus recherchierbar?), die Literaturauswahl (was ist relevant?) und die Literaturbeschaffung (wie kommen Sie an die jeweiligen Literatur?).

Sofern Sie bereits eine thematische Idee für Ihre Arbeit haben, haben Sie aller Wahrscheinlichkeit nach auch schon etwas hierzu gelesen. In den bereits gelesenen Texten finden Sie stets Hinweise auf andere Texte (Fußnoten, Literaturanhang etc.), die Sie nutzen können, um weiter in das Thema einzusteigen.

Analog hierzu gehen Sie bei der somit ermittelten weiteren Literatur vor, in welcher wiederum auf andere Texte Bezug genommen wird. Aufhorchen sollten Sie nur, wenn dieses Schneeballsystem dazu führt, dass Sie in einen sogenannten Zitier-Zirkel geraten; also dass Sie Literatur vorliegen haben, in der sich einige Autoren stets gegenseitig zitieren (vgl. Sesink 2003, S. 52ff).

Eine weitere gute Möglichkeit, Literatur zu erschließen, ist es, das Internet oder die Recherchedatenbanken der Universitätsbibliothek zu nutzen.

Hierfür ist es notwendig, dass Sie Ihr Thema präzise mit Schlag- und Stichwörtern versehen können, um diese in die Suchmaske einzugeben (vgl. Franck 1998, S. 65). Finden Sie nichts unter diesen Suchschlüsseln, dann versuchen Sie es mit Synonymen oder allgemeineren Termini. Außerdem können Sie es mit Trunkierung versuchen: Ein Sternchen (*) ersetzt mehrere Zeichen („Schul*“ sucht nach Schulgeschichte, Schulpädagogik etc.) (vgl. Boeglin 2007, S. 86).

Weiterhin sollten Sie wissen, welche Art von Literatur sie suchen: Primär- und/oder Sekundärliteratur. Ein Beispiel: Wenn Sie über Maria Montessoris „Über die Bildung des Menschen“ schreiben, dann ist dieses Werk die Primärliteratur, wohingegen Texte über dieses Buch als Swkundärliteratur gelten (vgl. Franck 1998, S. 66).

Tipp: Nutzen Sie ebenso die Möglichkeit, die Ihnen ein systematisch geordneter Buchbestand in der Bibliothek gibt! Machen Sie sich mit der Bibliothekssystematik vertraut und durchstöbern Sie die entsprechenden Regalreihen (vgl. Sesink 2003, S. 56).

Für die Sichtung und Auswahl relevanter Literatur können Sie zum Einen mit Ihrer Literaturliste zu Ihrem Dozenten gehen und direkt nachfragen, wie er Ihre Auswahl bewertet und sich weitere Tipps holen. Zum Anderen können Sie die Literaturrelevanz auch selbst prüfen, indem Sie Inhaltsverzeichnis, Gliederung, Literaturverzeichnis oder Einleitung querlesen. Gibt es ein zusammenfassendes Kapitel, dann kann dieses sehr aufschlussreich für Sie sein. Der Klappentext ist ebenfalls hilfreich, aber hier ist u. U. auch Eigenwerbung miteingeflossen (vgl. ebd., S. 63ff).

Mit dem dritten Schritt, der Literaturbeschaffung, sollten Sie nicht zu lange warten und sich in der Bibliothek erkundigen, inwiefern die Titel vorrätig sind. Sollten diese vorhanden sein, dann können Sie sie direkt ausleihen. Ist ein wichtiges Buch gerade entliehen und es existiert kein Zweitexemplar, sollten Sie es vormerken lassen, wobei in diesem Fall mit einer Wartezeit zu rechnen ist. Manche Bücher werden nicht im Bestand der Bibliothek sein. Hier können Sie von der Fernleihe Gebrauch machen und das Buch bestellen.

Tipp:Stellen Sie fest, dass Ihr Abgabetermin auf Grund von Beschaffungsschwierigkeiten nicht mehr einzuhalten ist, sollten Sie mit Ihrem Dozenten sprechen. Eventuell kann er Ihnen eine Fristverlängerung einräumen oder Ihnen einen Alternativtipp geben.

Einige Bücher sind Präsenzexemplare, d.h. sie können nicht entliehen werden. Sie müssen also die entsprechenden Stellen kopieren oder direkt vor Ort damit arbeiten (vgl. ebd., S. 66f).

Insbesondere Schritt zwei und drei gehen zeitlich häufig parallel. Wenn Sie in der Bibliothek sind und ein Buch in den Händen halten, können Sie die Relevanzprüfung natürlich sofort durchführen und das Buch gegebenenfalls direkt ausleihen.

Tipp: Nutzen Sie das allgemeine und spezielle Schulungsangebot Ihrer Universitätsbibliothek! Diese Kurse werden regelmäßig angeboten. Bei akuten Fragen können Sie sich ebenso an die Mitarbeiter wenden.

Tipp:Hilfestellungen zur Literaturverwaltung finden Sie im ensprechenden Leitfaden.

 

3.    Hilfreiche Links zur Erstorientierung

Recherchedatenbanken der Universitätsbibliothek

Fachportal Pädagogik

Dortmunder Fachinformation Erziehungswissenschaft              

Fachinformationssystem Bildung (FIS)       

Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGFE)

Google Bücher

Worldcat

 

4.    Wo finde ich weitere Informationen?

Boeglin, Martha 2007: Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. München

Dahinden, Urs / Sturzenegger, Sabina / Neuroni, Alessia 2006: Wissenschaftliches Arbeiten in der Kommunikationswissenschaft. Bern

Franck, Norbert 1998: Fit fürs Studium. 2. Aufl. München

Franck, Norbert 2004: Handbuch Wissenschaftliches Arbeiten. Frankfurt a.M.

Franck, Norbert / Stary, Joachim (Hrsg.) 2008: Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens. 14. Aufl. Paderborn

Fromm, Martin/Paschelke, Sarah (2006): Wissenschaftliches Denken und Arbeiten. Eine Einführung und Anleitung für pädagogische Studiengänge. Münster

Sesink, Werner 2003: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. 6. Aufl. München

Tipp:Auf unseren Webseiten finden Sie weitere Hilfestellungen und unterstützende eTools.