
Das Netzwerk Begabungsförderung OWL, ehemals Regional-Akademie OWL (seit 2010), ist ein Projekt in Kooperation mit der Bezirksregierung Detmold zur Förderung besonders begabter Schüler:innen der Jahrgangsstufen sieben bis neun des Gymnasiums. Ziel ist es, eine dauerhafte Einrichtung und Akademie zu werden, um auch in Zukunft außerschulische Lehrangebote in Form von Workshops für besonders begabte Schüler:innen anbieten zu können.
Häufig reichen die schulischen Möglichkeiten für spezielle Förderrungen nicht aus. Im Netzwerk Begabungsförderung OWL der Bezirksregierung Detmold werden die Schüler:innen mit besonderen Begabungen und Hochbegabungen in den Blick genommen.
Außerhalb der Schule bietet die Bezirksregierung ein Enrichmentprogramm zur Förderung von besonders begabten Schüler:innen in Kooperation mit dem OZHB an. Weiterhin hat das Netzwerk eine Plattform für den Austausch der schulischen Ansprechpersonen eingerichtet. Ein zentraler Bestandteil ist die Organisation von Workshops, die die Förderung von verschiedenen Kompetenzen zum Ziel haben.
Das Netzwerk lebt von der langfristigen Zusammenarbeit der verschiedenen Schulen und der außerschulischen Partnerschaften sowie der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Osthushenrich-Stiftung und Stiftung Bildung.
Im Regierungsbezirk Detmold entstand 2011 unter der damaligen Leitung von Frau Gertrud Pannek und Herrn Prof. Dr. Wegner ein Enrichmentprogramm zur Förderung von besonders begabten Schüler.innen. Primäres Ziel des schul(form)übergreifenden Förderprogramms Netzwerk Begabungsförderung OWL (ehemals Regionalakademie OWL) ist es, besonders leistungsstarken Schüler:innen der Klassen 7 bis 9/10 der Gesamtschulen und Gymnasien die Chance zu bieten, ihren Lernbedingungen entsprechend in Themenfeldern mit Gleichgesinnten zu forschen und zu lernen.
Die Organisation der beteiligten Schulen im Arbeitskreis Netzwerk Begabungsförderung eröffnet so die Möglichkeit eines erheblich breiteren Förderangebotes für begabte Schüler:innen als es die Kapazitäten der Einzelschule erlaubt hätten.
In diesem Workshop stehen Vorbilder aus der Natur im Fokus. Es wird untersucht, wie diese Vorbilder für die Technik genutzt werden können. Du bekommst tiefere Einblicke in die vielfältigen Umweltanpassungen von Reptilien und Insekten und erfährst beispielsweise, warum Geckos an der Wand laufen können wie Spider-Man. Neben dem Gecko lernst du noch weitere Tiere kennen, von denen wir viel lernen können. Du kommst mit Pantherchamäleons, Stabheuschrecken und Co. in direkten Kontakt.
Neben den Anpassungen untersuchst du auch die Tarnung, die Morphologie und die Fortbewegung der Tiere. Durch das Beobachten der Tiere lernst du den Nutzen und die Funktion verschiedener Phänomene kennen. In der Universität können diese Phänomene in verschiedenen Versuchen modellhaft veranschaulicht werden.
Jeder hat ihn, aber nur wenige wissen es: In diesem Workshop erfährst du mehr über den Mikrocontroller. Sie stecken hinter der Fassade vieler elektronischer Produkte und helfen dabei, Prozesse in eurem Alltag automatisch zu schalten, zu steuern, zu regeln und zu kontrollieren. Auch Roboter werden über kleine Platinen gesteuert. Du willst mehr darüber erfahren? Dann bist du hier richtig!
Im Workshop lernst du wichtige Grundlagen für die Arbeit mit dem Mikrocontroller-Board. Du baust Schaltkreise zusammen und lernst dabei verschiedene elektronische Komponenten kennen. Schließlich betrachten wir die Programmierung des Mikrocontroller-Boards. Du lernst eigene Programme zu schreiben, um unterschiedliche Prozesse über das Arduino-Board zu steuern und Informationen aus der Umgebung zu verarbeiten! So schafft ihr es, in nur zwei Tagen ein mikrocontrollerbasiertes Fahrzeug zusammenzubauen und autonom zu steuern. Bist du schon gespannt, wer das schnellste Auto baut?
Ziel dieses Workshops ist es, die Lebensräume natürlicher Gewässer (Binnengewässer und Meere) zu erforschen. In der 20.000 l umfassenden Seewasseranlage kannst du Messungen und Untersuchungen direkt an der Universität Bielefeld durchführen. Die erhobenen chemischen und physikalischen Parameter werden in verschiedene Stoffkreisläufe eingeordnet und ausgewertet.
Du entdeckst und erforschst die Besonderheiten unserer Meerestiere (Seeanemonen, Clownfische, Katzenhaie & Co.) und lernst, welche Verantwortung Menschen für den Gewässerschutz tragen. Anhand von Versuchen und Experimenten wird untersucht, welche Gefahr der Mensch für die Gewässer darstellt. Wir schauen uns beispielsweise an, welche Schäden eine Ölpest verursacht und warum wir immer weniger Korallen im Meer finden.
Wie wird unser Herz eigentlich gesteuert? Was passiert mit unserem Kreislauf, wenn es nicht mehr schlägt? Wie funktioniert ein AED? Was mache ich bei einem medizinischen Notfall? Diese Fragen interessieren dich? Dann kannst du in diesem Workshop mehr darüber erfahren.
Leider erleiden Menschen immer wieder außerhalb von Krankenhäusern einen Herzstillstand. Dieser sollte sofort mit einer Herzdruckmassage behandelt werden. Auch wenn Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht immer die Ursache solcher Notfälle sind, sollten mehr Menschen darüber informiert werden. Zur gesellschaftlichen Verantwortung gehört es ebenso, sich um Mitmenschen in Not zu kümmern und nicht wegzuschauen! In diesem Workshop räumen wir mit vielen Mythen rund um das Thema Erste Hilfe auf: Bekommen nur alte Menschen einen Herzinfarkt? Stecke ich mich bei der Beatmung eines Fremden direkt mit Krankheiten an? Kann ich bei einer Herzdruckmassage Rippen brechen und alles viel schlimmer machen?! Diese Fragen werden im Workshop beantwortet. Zudem erhaltet ihr tiefere Einblicke in die Bereiche der Biomedizin, Medizintechnik und Humanmedizin. Dazu stehen euch in der Universität spezielle Übungsphantome, Kreislaufmodelle und moderne Messgeräte zur Verfügung.
Ob im Fernsehen, im Streamingdienst, auf YouTube oder TikTok: Wissenschaftskommunikation findet sich auf all diesen Plattformen. Die informativen Kurzvideos und Reportagen werden häufig von Wissenschaftsjournalist:innen erstellt, um die Bevölkerung über verschiedene wissenschaftliche Bereiche aufzuklären.
Interessierst du dich nicht nur für Wissenschaft, sondern auch für Kommunikation, Film und Darstellung? Dann bist du in diesem Workshop genau richtig! Durch Mitarbeiter:innen der Universität Bielefeld erfährst du, was es bedeutet, wissenschaftlich zu arbeiten und Inhalte ansprechend auszubauen. Du kannst beispielsweise die Themen Meeresbiologie, Bionik, Robotik oder Laienreanimation in einer eigenen Reportage präsentieren. Dabei finden wir gemeinsam heraus, ob du lieber vor oder hinter der Kamera stehst. Im Workshop kannst du dich ausprobieren. Wir zeigen euch verschiedene Interviewtechniken und Kameraeinstellungen, die eure Reportagen zum Leben erwecken. Durch zwei Vorbereitungstage, einen Drehtag und zwei Schnitttage hast du ausreichend Zeit, alle Techniken auszuprobieren und ihre Wirkung zu analysieren.
Wir statten dich und deine Gruppe mit unseren Geräten aus, damit ihr Videos in bester Auflösung aufnehmen könnt. Im Anschluss schneidet ihr eure Reportage im Making-Media-Space der Universität Bielefeld mit dem Schnittprogramm DaVinci. Du bist gefragt, kreative Ideen einzubringen!
Die Anmeldung erfolgt ausschließlich online. Die Schüler:innen werden dafür zunächst über einen durch die Schulen ausgehändigten Brief über das Workshop-Angebot informiert. Bei Interesse kann sich über den im Schreiben aufgeführten Link angemeldet werden. Der Link führt die Schüler:innen zu einer Anmeldemaske der Bezirksregierung, welche durch die gesamte Anmeldung lenkt und außerdem vorgibt, welche Informationen oder Dokumente für die vollständige Anmeldung erforderlich und/oder einzureichen sind.
In den letzten Jahren ist eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit verschiedenen Schulen und Schulformen entstanden. Weiterhin gibt es sehr tragfähige und äußerst kreative außerschulische Partnerschaften, die der obigen Tabelle zu entnehmen sind.
Durch die Zusammenarbeit mit der Osthushenrich-Stiftung, die die Workshops großzügig finanziell unterstützt, konnten mehr und verlässlich Workshops angeboten werden.