
Eine Besonderheit der AG Biologiedidaktik – Begabungsforschung ist der Uni-Zoo, der mit rund 45 vertretenen Tierarten eine Seltenheit unter den Hochschulen darstellt. Die Gründung und Betreuung des Uni-Zoos liegen bei Herrn Prof. Dr. Claas Wegner. Unter den gepflegten Tieren sind Reptilien, Amphibien, Fische und Insekten, ja sogar Katzenhaie und verschiedenste Korallen. Für letztere besitzt die AG einen großen Meerwasserraum mit mehreren großen und kleinen Aquarien.
Im Zuge unseres Projekts werden mehr als 50 verschiedene Tierarten gehalten, von denen einige ausgewählte im folgenden Verlauf kurz vorgestellt werden. Eine genauere Auflistung aller für das Projekt gehaltenen Tiere finden Sie im folgenden Dokument: Unser Uni-Zoo

Bei uns im Uni-Zoo leben zurzeit zwei Chamäleonarten, die Riesenchamäleons (Furcifer oustaleti) und die Pantherchamäleons (Furcifer pardalis). Die bis zu 55cm langen Pantherchamäleons kommen aus den tropischen Regenwäldern Madagaskars sowie dessen vorgelagerte Inseln. Charakteristische Merkmale dieser Tiere sind die unabhängig voneinander bewegbaren Augen, die Greifhände und die Fähigkeit ihre Körperfarbe entsprechend ihrer Stimmung und Körpertemperatur zu verändern, sowie der typische Zungenschuss um Erjagen der Beute.

Obwohl der Bartanolis (Anolis barbatus) häufig als Kubanisches Chamäleon bezeichnet wird, ist er nicht näher mit den Chamäleons verwandt, sondern ein Kleinleguan aus der Familie der Anolis. Beheimatet ist der Bartanolis auf Kuba, wo er in den Baumwipfeln der Wälder lebt und, perfekt getarnt, meist an der gleichen Stelle verharrt. Bartanolis bewegen sich nur, um zu fressen, vor Prädatoren zu fliehen oder mit Artgenossen zu interagieren. Weitere Vertreter dieser Familie im Uni-Zoo sind der Rotkehl- (Anolis carolinensis) und der Leopardanolis (Anolis marmoratus girafus).

Doppelfingergeckos (Diplodactylidae) sind eine in Australien, Neuseeland und Neukaledonien lebende Familie der Geckoartigen. Bei den bei uns vertretenen Arten handelt es sich um die Neukaledonischen Flechtengeckos (Mniarogekko chahoua) und die Höckerkopfgeckos (Rhacodactylus auriculatus), welche über Haftlamellen verfügen. Diese ermöglichen ein sicheres Klettern, selbst an glatten Oberflächen. Sie besitzen keine Augenlieder und müssen ihre Augen daher regelmäßig mit der Zunge reinigen und befeuchten. Außerdem können sie, wie viele andere Geckos, ihren Schwanz bei Gefahr abwerfen. Dieser wächst jedoch nicht wieder nach.

Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis) ist eines der giftigsten Tiere der Welt und namensgebend für die Familie der Pfeilgiftfrösche. Der Frosch wurde einst von der indigenen Bevölkerung der Chocó-Region in Kolumbien zum Präparieren der giftigen Blasrohrpfeile genutzt. Dazu wurden die Pfeile lediglich über den Rücken der Tiere gestrichen und waren für mehr als 2 Jahre giftig. Da die Frösche ihr Gift jedoch über ihre Nahrung aufnehmen müssen und nicht selbst produzieren können, verlieren die Tiere ihre Giftigkeit in der Tierhaltung und sind völlig ungefährlich.
Der Gelbgebänderte Pfeilgiftfrosch (Dendrobates leucomelas) stammt aus den tropischen Regenwäldern Venezuelas, Guyanas und angrenzender Gebiete Brasiliens. Seine auffällige schwarz-gelbe Bänderung ist ein klassisches Beispiel für Warnfärbung, mit der er potenzielle Fressfeinde vor seiner Giftigkeit warnt. Die Hautgifte entstehen bei Wildfängen durch die Aufnahme bestimmter Ameisen und Milben. Mit einer Körperlänge von etwa 3,5 bis 4,5 Zentimetern zählt die Art zu den größeren Vertretern der Baumsteigerfrösche. Tagaktiv und bodenbewohnend, bevorzugt sie feuchte, warme Terrarien mit dichter Bepflanzung und Versteckmöglichkeiten.

Gespenstschrecken sind eine Ordnung pflanzenfressender Insekten, welche mit ihrer Körperform und langsam wiegenden Fortbewegung Pflanzen nachahmen, um Fressfeinde zu täuschen. Biolog:innen nennen diese Form der Tarnung und Imitation des umgebenden Lebensraums auch Mimese. Im Uni-Zoo befinden sich drei Arten; die Annam-Stabschrecke (Medauroidea extradentata), das Wandelnde Blatt (Cryptophyllium celebicum) und die Kleine Dornschrecke (Aretaon asperrimus).

Zu dem Stamm der Stachelhäuter zählen insgesamt vier Klassen, darunter die Seeigel, Seesterne und Seegurken. Sie haben ein sehr gutes Regenerationsvermögen, können verlorene Körperteile neu anlegen und sich zum Teil auch auf die Weise vermehren. So können sich bei einigen Seesternarten aus abgetrennten Armen neue Seesterne bilden. Dies nennt man Fissiparie. Bei uns zu finden gibt es unter anderem den Rundarmseestern (Linckia sp. orange), den Karibischen Bohrseeigel (Echinometra lucunter) und die Rosafarbene Seegurke (Holothuria edulis).

Zehnfußkrebse bilden eine Ordnung der Klasse der Krebstiere. Hierzu gehören neben vielen Weiteren die Einsiedlerkrebse, Krabben und Garnelen, welche sich auch im Uni-Zoo finden lassen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Ökosystem und dienen nicht nur als Nahrung für andere Meerestiere, sondern sind auch wichtige Abfallbeseitiger. Interessante Arten bei uns sind zum Beispiel die Kardinalsputzergarnele (Lysmata debelius) und die Asiatische Strandkrabbe (Hemigrapsus sanguineus).

Im Uni-Zoo lebt eine bunte Vielfalt an tropischen Meerwasserfischen, die typischerweise in und an Korallenriffen vorzufinden sind. Dabei erfüllt jedes Tier eine wichtige Aufgabe, wie zum Beispiel das Fressen von Algen oder Schädlingen. Im Uni-Zoo leben zum Beispiel Traumkaiserfisch (Pomacanthusnavarchus) oder der Samtdoktorfisch (Acanthurus nigricans), welcher am Schwanzansatz ein sogenanntes Skalpell zur Verteidigung besitzt.

Der Kleingefleckte Katzenhai (Scyliorhinus canicula) lebt sowohl an der europäischen und nordafrikanischen Atlantikküste, als auch in der Nordsee sowie im Mittelmeer. Er hält sich eher am Meeresgrund auf, wird im Schnitt 80cm lang und verdankt seinen Namen den kleinen weißen, schwarzen und braunen Punkten am Körper. Die nachtaktiven Haie nehmen ihre Beutetiere mit den Lorenzinischen Ampullen im Kopfbereich war. Ihre Beute sind Krebstiere, Schnecken, Würmer und kleine Fische.

Steinkorallen gehören zu der Klasse der Blumentiere und bilden ein Kalkskelett, welches mitunter den Hauptbestandteil eines Korallenriffs ausmacht. Bei näherem Betrachten lässt sich feststellen, dass eine Koralle aus tausenden Einzelpolypen besteht. Dabei ist jeder Polyp ein einzelnes Tier. Steinkorallen leben oft in einer Symbiose mit Zooxanthellen. Diese besonderen Algen betreiben Photosynthese und ermöglichen der Koralle so ein schnelleres Wachstum. Bei uns zu finden sind unter anderem Geweihkorallen (Acropora tumida), Himbeerkorallen (Pocillopora damicornis) und Griffelkoralle (Stylophora Pistillata).

Oktokorallen sind eine Unterklasse der Blumentiere und beinhalten die Weich-, Leder- und Röhrenkorallen, sowie Gorgonien. Am Riffbau sind sie, bis auf einige Ausnahmen, nicht beteiligt, da ihr Skelett eher aus kleinen Kalknadeln besteht und sie sich nach ihrem Tod auflösen. Im Uni Zoo werden zum Beispiel Pumpende Xenien (Xenia umbellata) und Pilzlederkorallen (Sarcophyton ehrenbergi) gehalten.

Der Meerwasserraum zeigt verschiedene marine Lebensräume – vom kühlen Nordseebereich bis zu tropischen Korallenriffen. Alle Becken sind als Salzwasseranlagen mit spezieller Technik ausgestattet, um die jeweiligen Umweltbedingungen stabil zu halten.
Im großen Riffbecken werden Strukturen eines tropischen Korallenriffs nachgebildet. Korallen, Anemonenfische und weitere Riffbewohner leben hier in einer stabilen Gemeinschaft. Die Beleuchtung besteht überwiegend aus blauem Licht, das für die Photosynthese der symbiotischen Algen in den Korallen notwendig ist. In einem anderen Bereich werden Kaltwasserarten gepflegt, darunter Katzenhaie, Meeräschen und weitere Bewohner der Nordsee. Ihre Becken werden auf 14–16 °C gekühlt, um die natürlichen Bedingungen nachzuahmen.
Die technische Ausstattung umfasst Strömungspumpen zur Simulation von Wasserbewegung, Temperatursteuerungssysteme, Eiweißabschäumer zur Entfernung organischer Belastungen sowie Filteranlagen und Salzwasseraufbereitung. Diese Systeme sind notwendig, um die unterschiedlichen Lebensräume parallel in stabiler Qualität zu betreiben.
Die Tierhaltung in diesem Raum dient in erster Linie der Unterstützung von Bildungs- und Vermittlungsangeboten. So werden die Aquarien regelmäßig in Formaten wie den „Kolumbus-Kids“ oder den Ferienprogrammen des OZHB eingesetzt, um verschiedene Lebensräume des Meeres anschaulich zu vermitteln. Auch im Rahmen von Führungen spielt der Raum eine Rolle.

Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Unser Riffbecken im Meerwasserraum zeigt, wie dieses komplexe Ökosystem aufgebaut ist und wie es auch in einem künstlichen Umfeld funktionieren kann. Das Fundament bilden Steinkorallen, deren Kalkskelette im Laufe vieler Jahre eine verzweigte Architektur entstehen lassen. Zwischen ihren feinen Ästen leben unzählige weitere Organismen. Im Gewebe der Korallen befinden sich mikroskopisch kleine Algen, sogenannte Zooxanthellen, die mithilfe von Photosynthese Nährstoffe produzieren und damit die Korallen versorgen – eine Symbiose, die nur bei stabilen Licht- und Umweltbedingungen funktioniert.
Zwischen den Korallen bewegen sich Fische, Schnecken, Garnelen und andere wirbellose Tiere. Manche von ihnen weiden Algen ab und verhindern so, dass diese die Korallen überwuchern. Andere filtern Plankton oder winzige Partikel aus dem Wasser, räumen abgestorbenes Material weg oder halten durch ihr Jagdverhalten das biologische Gleichgewicht. Jede dieser Organismengruppen übernimmt eine spezielle Rolle, und alle zusammen sorgen dafür, dass das Riff als Lebensraum intakt bleibt.

Damit dieses Zusammenspiel auch in einem Aquarium möglich ist, braucht es eine ausgefeilte Technik. Strömungspumpen ahmen die Wasserbewegung der Meeresströmungen nach und verteilen Sauerstoff sowie Nährstoffe. Spezielle Blaulichtlampen liefern das für die Zooxanthellen entscheidende Lichtspektrum und lassen gleichzeitig die fluoreszierenden Farben vieler Korallen leuchten. Die Nachfüllanlage hält den Wasserstand und damit den Salzgehalt konstant, indem er verdunstetes Wasser mit Osmosewasser ersetzt. Die Temperaturregler sorgen für tropische Wärme und Filtersysteme reinigen das Wasser von überschüssigen Nährstoffen. All diese Elemente schaffen gemeinsam die Bedingungen, unter denen Korallen, Fische und andere Organismen auch hier gedeihen können – und machen deutlich, wie fein abgestimmt und empfindlich ein Korallenriff tatsächlich ist.

Der Reptilienraum ist vollklimatisiert und ermöglicht eine präzise Steuerung der Haltungsbedingungen. Tagsüber liegt die Temperatur bei etwa 26 °C, nachts wird sie auf 18 °C abgesenkt. Die Luftfeuchtigkeit wird automatisch geregelt und orientiert sich an natürlichen Tagesverläufen – tagsüber zwischen 60–70 %, nachts bei 75–85 %. Die Terrarien bieten den Tieren strukturierte Lebensräume mit Kletterästen, Versteckmöglichkeiten und gezielter Beleuchtung. Futtertiere wie Heimchen und andere Insekten werden direkt im Raum in den Boxen unter den Flexarien gehalten. Die Tierhaltung in diesem Raum dient in erster Linie der Unterstützung von Bildungsangeboten. So können Besuchergruppen bei Workshops und Programmen wie „Kolumbus-Kids“ die Reptilien aus nächster Nähe erleben und mehr über ihre Lebensweise erfahren.

Diese Terrarienanlage bietet unseren Reptilien ein großes Platzangebot und modernste Haltungsbedingungen. Die linke Seite bietet ein großzügiges Gehege für unsere Eritrea-Felsagame (Acanthocercus annectens) und Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps), dass durch eine massiv strukturierte Felsrückwand und weitläufige Kletteräste ein abwechslungsreiches Habitat schafft. Auf der rechten Seite ist das System unterteilt; hier bewohnen insgesamt 4 Sandskinken (Scincus scincus) das untere, spezialisierte Abteil, das mit feinem Sandsubstrat und gezielter Ausleuchtung optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Das obere Abteil wird von unseren zwei Leopardgeckos (Eublepharis macularius) bewohnt und bietet durch markante Felsvorsprünge, Plateaus und Korkröhren zusätzliche Kletter- und Rückzugsflächen. Dank der vollständig überarbeiteten Raumtechnik und des durchdachten Layouts bietet dieses Modell nun die ideale Basis, um verschiedene Arten unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten zu halten und zu beobachten.

Auf dieser Seite sind zwei große Terrarien zu sehen: Auf der linken Seite bietet das Terrarium ein weitläufiges Zuhause für unser Pantherchamäleon (Furcifer pardalis). Ausgezeichnet ist das Gehege durch viele Pflanzen und zahlreiche Äste, die an einen Tropenwald erinnern und unserem Chamäleon viele Klettermöglichkeiten und vertrautes zuhause anbieten. Das Rechte Terrarium wird bislang noch von niemandem bewohnt, ist jedoch jederzeit bereit dafür. Zusätzlich sind beide Terrarien mit einer modernen BRegenanlage ausgestattet und wurden aus den besten Materialien angefertigt.

Ein wahrer Blickfang im Reptilienraum ist das Riesenchamäleon (Furcifer oustaleti). Diese Art ist auf Madagaskar endemisch und gilt als die am weitesten verbreitete Chamäleonart der Insel. Sie besiedelt sehr unterschiedliche Lebensräume, von Trockenwäldern und Savannen bis hin zu verwilderten Gärten mitten in Antananarivo. Ihren Namen verdankt sie ihrer Größe: Das längste vermessene Exemplar erreichte eine Totallänge von 68,5 cm. Die Männchen tragen unscheinbares Graubraun. Die Weibchen treten deutlich bunter auf und können neben Brauntönen auch Grün, Weiß, Schwarz oder Rot zeigen.
Typisch für Chamäleons ist ihr blitzschneller Zungenschlag: In Sekundenbruchteilen schnellt die lange, klebrige Zunge nach vorn, um Insekten zu fangen. Gleichzeitig ermöglicht der unabhängig bewegliche Blick jedes Auges ein nahezu vollständiges Rundumfeld ohne Körperbewegung – ein Vorteil sowohl bei der Jagd als auch zur Feinderkennung.
Im Reptilienraum des Uni-Zoos werden die klimatischen Bedingungen des natürlichen Lebensraums sorgfältig nachgestellt: Tagsüber beträgt die Temperatur rund 26 °C, nachts kühlt sie auf etwa 20 °C ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 60 und 85 % und wird durch ein zentrales Befeuchtungssystem gesteuert, das gezielt die einzelnen Gehege regelmäßig vernebelt. Diese Kombination aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bepflanzung sorgt dafür, dass sich die Tiere auch fernab ihrer Heimat wohlfühlen und ihre natürlichen Verhaltensweisen zeigen können.

Auf dem Foto ist Tysons neues Zuhause zu sehen. Deutlich erkennbar ist, welcher Lebensraum für unseren größten Pflegling, den Grünen Leguan „King Tyson“, hier entstanden ist. Es ist der großzügig abgesicherte Bereich auf der rechten Seite zu sehen, der durch eine Trennwand mit stabilem Gitter vom restlichen Raum und den zwei weiteren Bereichen abgetrennt ist.
Der Bereich ist darauf ausgelegt, Tysons Bedürfnisse vollständig zu erfüllen: Bereits eingebaute erhöhte Liegeflächen dienen ihm als Sonnenplätze. Diese werden durch installierte Wärme- und UV-Lampen beleuchtet, die für seine Thermoregulation und Gesundheit unerlässlich sind. Die montierten Kletteräste und Plattformen bieten ihm vielfältige Möglichkeiten, seine typische Vorliebe für erhöhte Aussichtspunkte auszuleben.
Zudem gibt es bereits Rückzugsbereiche sowie erste sorgfältig ausgewählte Vegetation, die dazu beitragen wird, dass er sich sicher und wohlfühlt. Wir freuen uns sehr über Tysons Umzug und darüber, ihm diesen maßgeschneiderten Lebensraum bieten zu können.

Tyson ist mit rund 1,30 Metern Länge unser größter Pflegling – und schon allein dadurch eine imposante Erscheinung. Grüne Leguane stammen ursprünglich aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Dort leben sie überwiegend in den Baumkronen, wo sie sich dank ihrer kräftigen Gliedmaßen und langen Krallen sicher fortbewegen können. Sie sind geschickte Kletterer, die sonnige Plätze aufsuchen, um ihre Körpertemperatur zu regulieren. Ihre Ernährung besteht fast ausschließlich aus Blättern, Blüten und Früchten – also ein reiner Pflanzenfresser, der trotzdem erstaunlich kräftig ist.
Auch in menschlicher Obhut benötigen sie ein Umfeld, das ihren natürlichen Lebensraum nachahmt. Für King Tyson bedeutet das: ausreichend Platz zum Klettern, erhöhte Sonnenplätze mit Wärme- und UV-Licht, stabile Äste als Rückzugs- und Ruhebereiche sowie eine abwechslungsreiche pflanzliche Ernährung. Mit der Einrichtung seines neuen Raums werden wir ihm diese Bedingungen bieten, sodass er auch hier seine typischen Verhaltensweisen zeigen kann.

Zusammen mit unserem Leguan Tyson befinden sich in dem großen Gehege unsere drei Landschildkröten. Dabei handelt es sich um Griechische Landschildkröten (Testudo hermanni), die bei Bedarf auf die drei Gehege aufgeteilt werden können.
Diese Art stammt aus Südeuropa (unter anderem Südfrankreich, Spanien und Italien) und benötigt warme Temperaturen. Griechische Landschildkröten können ein Alter von 80 bis 100 Jahren erreichen.

Die bestehende Terrarienwand im Schülerlabor wurde vollständig erneuert. Die Terrarienwand ist funktional in zwei Ebenen gegliedert und umfasst insgesamt 13 Habitate: Die obere Reihe besteht aus vier großzügigen, hohen Terrarien, die durch ihre Weitläufigkeit ideal für kletternde Arten und eine üppige vertikale Bepflanzung mit Bromelien und Farnen geeignet sind. Direkt darunter befinden sich neun kompaktere Einheiten, die eine präzise Trennung verschiedener Mikrohabitate oder die Beobachtung kleinerer Spezies ermöglichen.
Das Innenleben aller Module ist bioaktiv gestaltet und verfügt über naturnah strukturierte Rückwände, die nicht nur die Optik eines Regenwaldes vermitteln, sondern den Bewohnern zusätzliche Kletter- und Versteckmöglichkeiten bieten. Außerdem bieten ausgewählte Module über integrierte kleine Wasserfälle und Wasserbereiche, die den Bewohnern naturnahes Verhalten ermöglichen.
Anstelle der alten Anlage wurde ein größeres und technisch modernisiertes System installiert, das mehr Platz für die Tiere bietet und eine präzisere Steuerung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung ermöglicht. Dadurch wird die Tierhaltung nicht nur effizienter, sondern auch langfristig flexibler für die Einbindung in Workshops und Lehrveranstaltungen.

Zu den eindrucksvollsten Bewohnern im Schülerlabor zählt der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis). Diese leuchtend gelb gefärbte Amphibie gilt in freier Wildbahn als eines der giftigsten Landtiere der Welt. Seine auffällige Färbung dient dabei als deutliche Warnung an mögliche Fressfeinde – ein Prinzip, das Biologen als „Aposematismus“ bezeichnen.
Interessant ist, dass die Tiere ihre Giftigkeit nicht von Geburt an besitzen, sondern über ihre Nahrung aufnehmen: In der Natur fressen sie bestimmte giftige Insekten und andere Kleintiere, deren Toxine sie in ihrer Haut einlagern. Fehlt diese spezielle Nahrungsquelle, wie es in menschlicher Obhut der Fall ist, sind die Frösche vollkommen ungefährlich.
Das Terrarium im Schülerlabor ist so eingerichtet, dass es die feuchtwarmen Bedingungen ihres tropischen Lebensraums nachbildet. Automatische Beregnungsanlagen sorgen für eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit, Wasserstellen sichern den Zugang zu Trink- und Badewasser, und spezielle UV-Lampen simulieren das Sonnenlicht in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet. So können die Frösche ihre typischen Lebensgewohnheiten beibehalten und bleiben auch unter den kontrollierten Bedingungen des Schülerlabors vital.