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Die Praxispartner:innen führen die Fortbildung „Werkstatt Lernen: individuell und gemeinsam“ an Schulen durch. Der Fokus ist die Vermittlung des Unterrichtskonzepts Didaktik der Vielfalt (DiVa). Die Didaktik der Vielfalt zeichnet sich dadurch aus, dass sie individuelles und gemeinschaftliches ebenso wie fachliches und emotional-soziales Lernen integriert. Die Fortbildung ist in fünf Bausteine gegliedert, die über zwei Jahre hinweg durchgeführt werden.
Die Didaktik der Vielfalt geht von der grundlegenden Heterogenität aller Lerngruppen aus und versteht diese als Chance für gemeinsames Lernen. Sie zielt darauf ab, Unterricht so zu gestalten, dass individuelle Unterschiede in Fähigkeiten, Interessen und Lernvoraussetzungen produktiv genutzt werden können.
Im Mittelpunkt stehen individualisierte und kooperative Lernformen, die durch eine diagnostisch-begleitende Lehrkraftrolle unterstützt werden. Diese ermöglicht es, Lernprozesse gezielt zu fördern und differenziert zu gestalten.
Die Didaktik der Vielfalt fördert einen problemorientierten und forschenden Zugang zum Lerngegenstand, bei dem Lernende aktiv und ko-konstruktiv an Erkenntnisprozessen teilnehmen. Zugleich betont sie die Verknüpfung von fachlichem und sozial-emotionalem Lernen sowie die Integration besonderer Unterstützungsbedarfe und individueller Begabungen, um Teilhabe und Chancengerechtigkeit für alle Schüler:innen zu gewährleisten.
Die fünf Bausteine der Fortbildung „Werkstatt Lernen: individuell und gemeinsam“
1. Das Lernen anders anlegen – Einführung
2. Unterricht anders planen – individuelles und gemeinsames Lernen
3. Fachdidaktische Vertiefung – besonderer Blick auf Inklusion
4. Diagnostik, Lernbegleitung und Leistungsbewertung
5. Das Erreichte sichern – Unterrichts- und Schulentwicklung
Zentrales Forschungsinteresse ist, diese Fortbildung zu evaluieren und in einem partizipativen Forschungsprozess kooperativ weiterzuentwickeln. Die Ausrichtung erfolgt am Design Based Research Ansatz, der den Anspruch hat, Probleme aus der Schulpraxis und -theorie zu verbinden und Bildungsinterventionen – wie die durchgeführte Fortbildung – in einem iterativen Prozess (d.h., es handelt sich um ein zyklisches, schrittweises Vorgehen, in dem mehrfache Adaptionen vorgenommen werden) zu beforschen und auszubauen. Somit wird Wissen darüber generiert, wie Maßnahmen des Umgangs mit Vielfalt in Schule und Unterricht fachliche und überfachliche Kompetenzen fördern und nachhaltig implementieren können.
Dabei steht folgende Forschungsfrage im Fokus: Wie wird das fachliche und emotional-soziale Lernen in dem etablierten Unterrichtskonzept Didaktik der Vielfalt lernwirksam und diversitätssensibel gefördert?
Partizipative Forschung im DiVa Projekt zeichnet sich dadurch aus, dass die Fortbildung ‚Werkstatt Lernen‘ von den universitären Akteur:innen und den Kooperationspartner:innen aus der Praxis ausgewertet und weiterentwickelt wird. Das bedeutet, dass die am Projekt beteiligten Wissenschaftler:innen und die Praxispartner:innen sowie die Lehrkräfte, die an der Fortbildung teilgenommen haben, gemeinsam die Daten interpretieren und das Fortbildungsprogramm weiterentwickeln.
Das Projekt ist interdisziplinär ausgerichtet und führt die Perspektiven der Fachwissenschaft/Fachdidaktik der Fächer Deutsch und Mathematik und der Inklusionspädagogik sowie Sonderpädagogik zusammen.
Die Ausrichtung am Design Based Research im DiVa Projekt bedeutet konkret, dass die Relationierung des schulpraktischen Problems – die Gestaltung und Umsetzung des diversitätssensiblen Unterrichts – in interdisziplinärer Zusammenarbeit der Fachdidaktiken und der Sonderpädagogik sowohl auf Ebene der Schulpraxis als auch mittels theoretisch-konzeptioneller Ansätze aus der inklusiven und allgemeinen Pädagogik bearbeitet wird. Die Relationierung von Theorie und Praxis und der Wissenstransfer stehen dabei im Fokus. Die Evaluation und Weiterentwicklung der Intervention – die Fortbildung „Werkstatt Lernen“ – erfolgt in einem iterativen Prozess.
Im Projekt DiVa werden unterschiedliche Forschungsmethoden in einem partizipativen Ansatz miteinander verbunden (Mixed-Methods). Es werden quantitative Fragebogen- und Kompetenzdaten sowie qualitative Befragungsdaten und Unterrichtsvideographien verwendet.
Die qualitative Teilstudie hat zum Ziel, mittels Befragungsdaten und Videographie das explizite und implizite Wissen der Lehrkräfte und Schüler:innen sowie die habitualisierte unterrichtliche Handlungspraxis der Lehrkräfte zur Diversitätssensibilität und Lernwirksamkeit unter Berücksichtigung der besuchten Fortbildung „Werkstatt Lernen: individuell und gemeinsam“ zu rekonstruieren. Besonderer Fokus liegt dabei auf den handlungsleitenden Wissensbeständen.
Die quantitative Teilstudie analysiert Zusammenhänge zwischen individualisierter Unterrichtsgestaltung, Kompetenzentwicklung, schulischem Wohlbefinden und sozialer Integration.