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Forum Offene Wissenschaft im Sommersemester 2020 unter dem Leitthema

Protestbewegungen auf dem Prüfstand

 

In Anlehnung an die Stellungnahmen der Universität Bielefeld zum Universitätsbetrieb mit Blick auf die Covid-19-Pandemie hat sich der Veranstalterkreis des Forums Offene Wissenschaft dazu entschieden, die für das Sommersemester 2020 geplante Vortragsreihe mit dem Oberthema „Protestbewegungen auf dem Prüfstand“ nicht stattfinden zu lassen.

Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus hat die Universität Bielefeld eine Reihe von Maßnahmen festgelegt. Eine dieser Maßnahmen ist bspw. die Absage von Veranstaltungen, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Des Weiteren hat das Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Abstimmung mit den Landesrektorenkonferenzen entschieden, dass das Sommersemester 2020 als reines „Online-Semester“ beginnt. Momentan ist nicht absehbar, ob und zu welchem Zeitpunkt wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden können (https://www.uni-bielefeld.de/themen/coronavirus/).

Da das Forum Offene Wissenschaft sich insbesondere durch seine Präsenzvorträge mit anschließender Publikumsdiskussion auszeichnet, sehen die Veranstalter*innen nur in der Verschiebung der Vortragsreihe „Protestbewegungen auf dem Prüfstand“ eine sinnvolle Lösung für die aktuelle Situation. Es wird überlegt, die geplante Vortragsreihe – vorbehaltlich möglicher Aktualisierungen – auf das Sommersemester 2021 zu verschieben. Nähere Informationen dazu werden auf der Homepage des Forums Offene Wissenschaft veröffentlicht und regelmäßig aktualisiert (www.uni-bielefeld.de/forum).

 

In den letzten Jahren sind Protestbewegungen weltweit zu einer häufigen Form der spontanen Äußerung politischen Missfallens geworden. Sie ermöglichen es Bürger*innen, Konflikte öffentlich sichtbar zu machen und ohne den Filter großer Organisationen ihre Anliegen vorzutragen und Mitstreiter*innen zu gewinnen. Seit letztem Jahr werden wir auch in Bielefeld Zeug*innen, wie Schüler*innen unter dem Logo Fridays-for-Future für den Klimaschutz und ihre Zukunft demonstrieren und konkrete Maßnahmen hier vor Ort fordern.

Die Vortragsreihe des Sommersemesters 2020 zeigt, wie und warum Protestbewegungen entstehen, und konkretisiert dies dann an unterschiedlichen Beispielen (von Arbeitskämpfen der Gewerkschaften, der Frauenbewegung bis Fridays-for-Future). Schwerpunkte liegen auf Protestbewegungen hier in Deutschland (68er Bewegung, Montagsdemonstrationen, Pegida) sowie aktuellen Protestbewegungen in Frankreich (Gelbwesten) und Südamerika. Erörtert werden auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen neuer sozialer Medien auf diese Bewegungen. Am Schluss der Vortragsreihe sollen zwei Protestbewegungen in Bielefeld vorgestellt werden: die Friedensbewegung der 80er Jahre und eine neu entstandene Bewegung.

Die Vorträge sollen dazu beitragen, Protestbewegungen besser einschätzen zu können. Dabei werden u. a. folgende Aspekte erörtert:

  • Welche Ziele verfolgen Protestbewegungen: Abschaffung von Missständen oder Systemänderung?
  • Gibt es Ablaufschemata? Wie ist die Zielerreichung zu beurteilen?
  • Welche Mittel setzen Protestbewegungen ein? Möglichkeiten und Grenzen gewaltlosen Widerstandes sowie die Rolle der Gewalt
  • Wie reagieren die Herrschenden bzw. diejenigen Gruppen, gegen die sich der Protest richtet?
  • Unter welchen Bedingungen sind Protestbewegungen erfolgreich und Motor der Geschichte?
  • Unter welchen Bedingungen gehen Protestbewegungen in konsultative Formen der Bürgerbeteiligung über?

 

Alle Veranstaltungen finden montags von 18:15-19:45 in der Universität Bielefeld statt.

Mo, 18-20h in H4           Eröffnungsveranstaltung am 06. April 2020

Mit Förderung der Universitätsgesellschaft Bielefeld e.V. und in Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle Wissenschaftliche Weiterbildung

 06.04.2020

Gewerkschaften zwischen Protestbewegung und Gestaltungsmacht

Prof. Dr. Klaus Dörre, Soziologie, Universität Jena

 

 

20.04.2020

Die neue Macht der Bürger: Was motiviert die Protestbewegungen?

Prof. Dr. Priska Daphi, Soziologie, Universität Bielefeld

 

 

27.04.2020

Die Frauenbewegung – von den Suffragetten bis zur MeToo-Bewegung

Dr. Gisela Notz, Institut für Protest- und Bewegungsforschung e.V., Berlin

 

04.05.2020

Fridays for Future – Klimaproteste auf lokaler und globaler Ebene

Prof. Dr. Sabrina Zajak, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung

11.05.2020

Die 68er-Bewegung und ihre Erben

Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey, Geschichtswissenschaft, Universität Bielefeld

18.05.2020

Von den Montagsdemonstrationen zum Fall der Mauer

Prof. Dr. Susanne Hähnchen, Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld

25.05.2020

Pegida und die rechtspopulistischen Bewegungen

Dr. Stine Marg, Göttinger Institut für Demokratieforschung

08.06.2020

Perspektiven von Rechtsstaat und Demokratie – aktuelle Probleme der Rechtspolitik

Prof. Dr. Heribert Prantl, Honorarprofessor für Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld

Gregor Gysi, Politiker, Anwalt, Autor

Veranstaltung in Kooperation mit der Fakultät für Rechtswissenschaft.

15.06.2020

Wie verändern soziale Medien Protestbewegungen?

Prof. Dr. Marianne Kneuer, Politikwissenschaft, Universität Hildesheim

22.06.2020

Die Gelbwestenbewegung in Frankreich

Sebastian Chwala, Rosa-Luxemburg-Stiftung

29.06.2020

Protestbewegungen in Südamerika

Prof. Dr. Olaf Kaltmeier, Geschichtswissenschaft, Universität Bielefeld

06.07.2020

Protestbewegungen im lokalen Bereich in Bielefeld

Dr. Helga Jung-Paarmann, Geschichtswissenschaft, Universität Bielefeld                                 

13.07.2020

Protestbewegungen als Folge und Motor sozialen Wandels

Prof. em. Dr. Dieter Rucht, Institut für Protest- und Bewegungsforschung e.V., Berlin

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