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Forum Offene Wissenschaft im Wintersemester 2019/2020 unter dem Leitthema

Demokratie – Hoffnungsträger oder Auslaufmodell?

Alle Veranstaltungen finden montags von 18:15-19:45 in Hörsaal 4 der Universität Bielefeld statt.

 

07.10.2019 Transformation der Volksparteiendemokratie

Albrecht von Lucke, Publizist, Redakteur der „Blätter für deutsche und internationale Politik“

 

14.10.2019 Formen der Demokratie und die schwierige Aufgabenbestimmung von Demokratietheorie in Zeiten der Krise der Demokratie

Prof. Dr. Oliver Flügel-Martinsen, Politikwissenschaft, Universität Bielefeld

 

21.10.2019 Soziale Kohärenz als Voraussetzung der Demokratie?

Prof. Dr. Andreas Fisahn, Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld

 

28.10.2019 Demokratie in der Europäischen Union. Eine dieser Abschiedstourneen?

Prof. Dr. Detlef Sack, Politikwissenschaft, Universität Bielefeld

 

04.11.2019  Inklusion, Responsivität, Autonomie: Die Genese von Demokratie in einer funktional differenzierten Weltgesellschaft

Prof. Dr. Rudolf Stichweh, Soziologie, Universität Bonn

 

11.11.2019    Zum 70ten Jubiläum der deutschen Verfassung. Das unerfüllte Grundgesetz. Zu viel Weihrauch schwärzt den Heiligen

Prof. Dr. Heribert Prantl ("Süddeutsche Zeitung"), Honorarprofessor für Rechtswissenschaft, Universität

Bielefeld. Der Vortrag wird zusammen mit der Fakultät für Rechtswissenschaft im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag ihrer Gründung veranstaltet. (Audimax)

 

18.11.2019   Wider die Begeisterung für die direkte Demokratie

Prof. Dr. Martin Morlok, Politikwissenschaft, Institut für Deutsches und Internationales Parteienrecht und Parteienforschung, Universität Düsseldorf

 

25.11.2019 Weimarer Verfassung und Grundgesetz – Gibt es Voraussetzungen der Demokratie?

Prof. Dr. Christoph Gusy, Rechtswissenschaft, Universität Bielefeld

 

02.12.2019 Gefährden die Eliten die Demokratie? Elitenverhalten und der Weg in den Rechtspopulismus

Prof. Dr. Michael Hartmann, Soziologie, Technische Universität Darmstadt

 

09.12.2019 Autoritärer Nationalradikalismus in Europa. Ein antidemokratisches Wachstumsmodell?

Prof. Dr. Wilhelm Heitmeyer, Soziologie, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld

 

 16.12.2019   Demokratie mit Schlagseite – warum Lobbyismus ein 

gesellschaftliches Problem ist

Ulrich Müller, Politikwissenschaft, LobbyControl, Köln

 

06.01.2020   Politik mit Gefühl

Prof. Dr. Ute Frevert, Geschichtswissenschaften, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin

 

13.01.2020   Europa: Können Demokratien (wieder) zusammenbrechen?

Prof. Dr. Ursula Birsl, Politikwissenschaft, Universität Marburg

 

20.01.2020   Mediatisierte Demokratie – eine interdisziplinäre Forschungsperspektive

Prof. Dr. Jeanette Hofmann, Politik- und Sozialwissenschaft, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Freie Universität Berlin

 

27.01.2020   Was lernen Kinder von Benjamin Blümchen über Politik?

 Prof. Dr. Bettina Zurstrassen, Soziologie, Universität Bielefeld

 

 

Die Demokratien des „Westens“ verändern sich; viele diagnostizieren eine Krise. Es ist offenkundig, dass vieles anders geworden ist in der Welt und in der Bundesrepublik. In den USA wurde mit Trump ein Präsident gewählt, der ersichtlich ein gestörtes Verhältnis zu Demokratie und Pluralismus hat. In Europa sind rechtspopulistische Parteien auf dem Vormarsch oder an der Regierung. Das Verhältnis dieser Parteien zur Demokratie lässt sich als instrumentell bezeichnen. Von der Türkei über Russland, Polen, Ungarn und Tschechien bis nach Italien versuchen sich die regierenden nationalistischen Parteien gegen Regierungswechsel abzusichern; sie wollen Justiz und Medien unter ihre Kontrolle bringen und die Zivilgesellschaft ausschalten oder schwächen.

Die klassischen Volksparteien scheinen sich auf dem absteigenden Ast zu befinden. Die Sozialdemokratie verliert Einfluss nicht nur in der Bundesrepublik, sondern in Europa. Überall sind fundamentale Verschiebungen in der Parteienlandschaft zu beobachten. Der demokratische Konsens wird dabei von rechts bis zum Mord aufgekündigt und die Stabilität der parlamentarischen Systeme ist angeschlagen – in den einstmals stabilen Demokratien Westeuropas wird die Regierungsbildung schwieriger, auch weil die Probleme größer geworden sind.

Gleichzeitig ändern sich die ökonomischen Bedingungen und Beziehungen auf globaler Ebene. Die bipolare Welt der Systemkonkurrenz wurde zunächst durch eine unipolare Welt abgelöst, die auf einen internationalen Wettbewerb oder ein System des Freihandels im Interesse des Nordens einschwenkte. Die ökonomische Dominanz der USA wird durch China und − weniger erfolgreich − durch die EU in Frage gestellt. Die Konkurrenz des Marktes wird zu einer Konkurrenz der Staaten oder Blöcke, die zu einer Renaissance des Nationalen und zur Abwertung der „Anderen“ führt. In dieser Situation stellt sich die Frage nach der Zukunft der Demokratie. Das ist das Thema des Forums Offene Wissenschaft im Wintersemester 2019/20.

Zur Behandlung dieses Themas hat das Forum Offene Wissenschaft wieder ausgewiesene Experten aus der Bielefelder Universität und von auswärts gewinnen können. Die fächerübergreifende Arbeitsgruppe, die es organisiert, verfolgt damit, wie schon seit über 20 Jahren, das Ziel, ein wissenschaftlich, politisch und kulturell gleichermaßen wichtiges Thema aus der Sicht verschiedener Disziplinen zu beleuchten. Damit soll ein die Fächer übergreifendes Nachdenken und Gespräch angeregt werden.

Das FOW wendet sich sowohl an Studierende aus allen Fächern als auch an interessierte Bürgerinnen und Bürger der Stadt und Umgebung. Die Veranstaltungen sind als Einheit von Vortrag und anschließender Diskussion konzipiert. Der Eintritt ist frei.

 

Mo, 18-20h, Hörsaal 4                                   Eröffnungsveranstaltung am 7. Oktober 2019

Mit Förderung der Universitätsgesellschaft Bielefeld e.V. und in Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle Wissenschaftliche Weiterbildung

 

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