Geschlechterparitätische Gremienbesetzung

Anreiz-/Kompensationssystem und Entlastungsmodell zur Herstellung einer geschlechtergerechten Gremienbesetzung

Alle Gremien und Kommissionen der Universität Bielefeld sollen zu 50 % mit Frauen besetzt sein. Dies sieht einerseits das Landesgleichstellungsgesetz (LGG) vor, andererseits hat die Universität Bielefeld die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und Gremien als Ziel verschiedener Konzepte formuliert, da damit auch die allgemeine Sichtbarkeit und Präsenz von Frauen im Wissenschaftssystem steigt.

Der Anteil von Frauen in Gremien ist an der Universität Bielefeld in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Eine neue Regelung im 2014 reformierten Hochschulgesetz NRW hat diese Veränderung begünstigt. Die Universitätsleitung nimmt die paritätische Gremienbesetzung sehr ernst und hat dieses Ziel mit der gesamten Universität bzw. ihren Vertretungen (z.B. Dekan*innen, Dezernent*innen, AStA) diskutiert. Dabei haben zahlreiche Professorinnen ihren Unmut über die Anforderung der Geschlechterparität in Gremien geäußert, da ihr Anteil im professoralen Bereich nicht bei 50% liegt und sie dadurch im Verhältnis häufiger für Gremien vorgesehen werden als ihre männlichen Kollegen. Das Rektorat hat deshalb ein Anreiz- und Kompensationssystem zur Übernahme der Dekaninfunktion und ein Entlastungsmodell bei überproportionaler Gremienarbeit für Frauen aufgelegt:

a) Bei der Wahl eine Dekanin, bekommt die Fakultät eine*n wissenschaftliche*n Mitarbeiter*in (50%-Stelle) zur Entlastung der Dekanin.

b) Bei überproportionaler Gremienarbeit gewährt die Universität Professorinnen eine Lehrreduktion und eine finanzielle Kompensation.

Zudem lässt der Wahlausschuss, der für sämtliche universitäre Gremienwahlen zuständig ist, nur noch geschlechterparitätisch aufgestellte Wahllisten zu. Er weist konsequent Listen zurück, wenn die Begründung keinen unabdingbaren Grund für das Verfehlen der Parität nachweist. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass aktiv nach Kandidatinnen gesucht wurde.

Durch diese implementierten Regelungen und Instrumente hat sich nicht nur eine deutliche Veränderung der Gremienzusammensetzung, sondern auch eine gewachsene Selbstverständlichkeit bei der Beachtung dieser Vorgabe eingestellt

 

Gremienbesetzung Frauenanteile 2018

Gremium Frauenanteil in Prozent
Hochschulrat 50%
Rektorat 33% (Prorektorat: 50%)
Dekanate 15% (ab 10.2018: 43%)
Senat 50%
Dezernate 46%
Berufungskommissionen 50%

 

Aktuelles

Universität Bielefeld bundesweit eine von zehn Hochschulen mit Spitzenbewertung im Professorinnenprogramm III von Bund und Ländern

Die Universität Bielefeld hat für ihr Gleichstellungszukunftskonzept im Professorinnenprogramm III des Bundes und der Länder das Prädikat „Gleichstellung: ausgezeichnet!“ erhalten. Sie ist damit bundesweit eine von zehn Hochschulen mit der Spitzenbewertung. Das Professorinnenprogramm zielt darauf ab, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern.

Bielefelder Gleichstellungspreis 2018

Am Freitag, den 05. Oktober 2018 erhielten Tanja Reißig für ihre Bachelorarbeit, Tabea Schroer für ihre Masterarbeit und Katharina Wojan für ihre Dissertation beim Jahresempfang der Universität den Bielefelder Gleichstellungspreis in der Kategorie Genderforschung/ Genderthemen in Qualifikationsarbeiten.

Gender-Gastprofessorin an der Fakultät für Physik

Beginnend mit dem Sommersemester 2018 übernimmt für ein Jahr Prof. Dr. Uta Klement  von der Chalmers University of Technology in Göteborg die Gender-Gastprofessur an der Fakultät für Physik. Weitere Informationen zu Inhalten und Terminen.

Dokumentation der Konferenz "GENDER 2020"

Zur Konferenz "Gender 2020 - Kulturwandel in der Wissenschaft steuern" kamen 2017 Hochschulleitungen, Spitzen aus Wissenschaftsorganisationen und Politik, Gleichstellungsakteur*innen sowie Geschlechterforscher*innen an der Universität Bielefeld auf Einladung der bukof zusammen, um über einen dringend notwendigen geschlechtergerechten Kulturwandel in der Hochschule und Wissenschaft zu diskutieren. Wir freuen uns sehr, nun eine Broschüre und einen Film zur Konferenz als Ergebnis dieses fruchtbaren Zusammentreffens präsentieren zu dürfen.

Die Keynote von Prof. Dr. Londa Schiebinger, John L. Hinds Professor of History of Science, Stanford University zu "Gendered Innovations in Science, Health & Medicine, Engineering and Environment" traf auf großes Interesse an der Universität Bielefeld, welche aktuell die Medizinische Fakultät aufbaut.