Wissenschaftliche Laufbahn

Professuren

Mit großem Erfolg konnte die Universität Bielefeld W1-Professuren mit Tenure-Track nach W2 und W3 als strategisches Instrument zur Gewinnung von Frauen auf Professuren einsetzen. In dieser Kategorie ist ihr Anteil mit über 60% entsprechend hoch. Der Frauenanteil bei W2-Professuren liegt bei 42%, die W3-Professuren weisen mit 21% allerdings ein deutliches Verbesserungspotential auf. Deshalb war ein Schwerpunkt der vergangenen Jahre die Weiterentwicklung von Instrumenten zur Erhöhung des Professorinnenanteils.

Professorinnenanteile im Zeitverlauf 2012 - 2017

Professorinnenanteile201720162015201420132012

Professorinnen gesamt

31

30

26

26

24

24

W3

21

20

19

19

18

18

W2

42

40

35

34

32

34

W1

62

66

47

41

37

33

Es wurden zahlreiche Instrumente neu entwickelt und umfangreich finanziert. Das Portfolio deckt den gesamten Verfahrensprozess von der Gewinnung bis zur Bindung von Professorinnen ab. Die wichtigsten Maßnahmen: Zahlreiche Professuren werden gezielt als W1 mit Tenure -Track nach W2 oder W3 ausgeschrieben, um Nachwuchswissenschaftlerinnen zu einem frühen Karrierezeitpunkt langfristige Perspektiven zu bieten und für eine wissenschaftliche Laufbahn zu gewinnen. Um das gesamte Potential an Bewerber*innen zu erreichen, nutzt die Universität Parallelausschreibungen von W1-, W2- und W3-Professuren. Auch die Ausschreibung einer (zunächst befristeten) W2-Professur mit einem Tenure-Track nach W2 oder W3 folgt dem insbesondere für Frauen attraktiven Anliegen, dauerhafte Perspektiven zu haben, während sie ihr Qualifikationsprofil für eine Lebenszeitprofessur noch ausbauen. In Berufungsverfahren kommen verschiedene Stellschrauben zum Einsatz: Vom strategischen Einbeziehen des Gleichstellungsziels bei der Denominationsentwicklung und Perspektivplanung der Fakultät über die Entwicklung einer Gleichstellungsstrategie in jeder Berufungskommission bis hin zur Nutzung von Datenbanken und der gezielten Direktansprache von Bewerberinnen. Geschlechterparitätische verbindliche Scoutinglisten sowie die geschlechtergerechte Durchführung der Berufungsverfahren mit einer gendersensiblen Überprüfung der Bewertungskriterien sind ebenfalls Teil des Instrumentariums. Auch bei der Ausgestaltung von Berufungs- und Bleibeverhandlungen spielt das Ziel der Erhöhung des Professorinnenanteils eine große Rolle.

Flankiert werden die Instrumente durch das universitäre Mittelverteilungsmodell mit einem Leistungsindikator „Gleichstellung“ (Professorinnenanzahl und Promovendinnenanteile), durch den u.a. hohe Professorinnenanteile monetär „belohnt“ werden.

Professorinnenanteile in den Fachbereichen

Eine anhaltende Herausforderung ist der noch zu geringe Frauenanteil bei den Professuren in bestimmten Fachbereichen. Den Zukunftskurs bestimmt die im Jahr 2017 begonnene strategische Berufungsoffensive „UNIplus“: Die größte Welle an Neuberufungen seit der Gründung der Universität. Mit „UNIplus“ sichert die Universität Bielefeld nicht nur die Qualität in Lehre und Forschung. Ausdrückliches Ziel der Hochschulleitung ist es auch, die Hälfte der über 40 zusätzlich ausgeschriebenen Professuren mit Frauen zu besetzen.

Professorinnenanteile 2017 differenziert nach Fakultäten (und Abteilungen) und Berufungsquote für W2 und W3 nach §37 HG NRW

Fakultät /AbteilungFrauenanteil W3 in % (und Anzahl)Frauenanteil W2 in % (und Anzahl)Frauenanteil W1 in % (und Anzahl)Berufungsquote W2 und W3 in %

Biologie

17  (2)

13  (1)

100   (1)

15

Chemie

30  (3)

40  (2)

100   (1)

33

Erziehungswissenschaft

44  (4)

67  (4)

100  (2)

50

Geschichtswissenschaft, Abt. Philosophie

0

100 (2)

--

40

Geschichtswissenschaft, Abt. Theologie

0

0

--

33

Geschichtswissenschaft, Abt. Geschichtswiss.

25  (3)

50  (2)

67    (2)

31

Gesundheitswissenschaften

50  (3)

33  (1)

--

50

Literaturwissenschaften und Linguistik

38  (5)

42   (5)

--

42

Mathematik

7    (1)

36  (4)

100 (2)

20

Physik

0

14  (1)

0

11

Psychologie, Abt. Sportwissenschaft

33  (1)

50  (1)

0

50

Psychologie, Abt. Psychologie

22  (2)

60  (3)

100 (2)

42

Rechtswissenschaft

22  (4)

43  (3)

0

27

Soziologie

21  (3)

55  (6)

50   (1)

30

Wirtschaftswissenschaft

7     (1)

33  (1)

60   (3)

15

Technische Fakultät

17  (2)

50  (1)

0

25

 

Gesamt

21,4 (34)

42 (38)

64 (14)

 

 

Zielzahlen Professorinnenanteile 2018

 

Ausgangsanteile in %    30.06.2015

Zielzahlen laut Gleichstellungsplan  zum 31.12.2018*

 

Zielzahlen Gleichstellungsquote nach § 37 HG NRW**

 

Fakultäten/Abteilungen: W2 W3 W2 W3 Durchschnitt von W2 und W3
Biologie -- 17% -- -- 15%
Chemie 25% 30% -- -- 33%
Erziehungsw. 50% 38% 50% 50% 50%
Geschichtsw. 33% 30% 50% 42% 31%
Gesundheitsw. 50% 43% 66,6% 66,6% 50%
Linguistik und Literaturw. 46% 29% 53% 41% 42%
Mathematik 22,2% 7,7% 30% 15,4% 20%
Philosophie 100%
0%
100% -- 40%
Physik 11%
0%
11% 11% 11%
Psychologie 50% 25% -- -- 42%
Rechtswissenschaft 50% 20% -- -- 27%
Soziologie 45% 9% -- -- 30%
Sportwissenschaft 50% 33% -- -- 50%
Technische Fakultät 33,3% 11,1% -- -- 25%
Theologie
0%
0%
-- 50% 33%
Wirtschaftsw. mit IMW 50%
0%
-- 9% 15%

(* Realistisch bezogen LGG auf die in den nächsten drei Jahren frei werdenden Professuren. Wurde keine Zielvorgabe gesetzt, werden keine Professuren frei oder der jeweilige Anteil liegt bereits über 50 %.)

(** Nach Landesgesetzgebung ist die Bezugsgröße dieser Zielvereinbarung die Ausgangsgesamtheit aller qualifizierten Frauen bundesweit (Kaskadenmodell)).

 

 

+Entwicklung der Professorinnenanteile 2012 - 2015

 

Entwicklung der Professorinnenanteile von 2012 - 2015

 

Ausgangsanteile in Prozent

30.06.2012

 Ausgangsanteile in Prozent

30.06.2015

Zielzahlen
laut Gleichstellungsplan zum 31.12.2015*

Fakultäten/Abteilungen: W2 W3 W2 W3 W2** W3**
Biologie -- 15% -- 17% -- 15%
Chemie 25% 30% 25% 30% -- --
Erziehungsw. 60% 33% 50% 38% -- 50%
Geschichtsw. 25% 20% 33% 30% 40% 20%
Gesundheitsw. -- 43% 50% 43% -- --
Linguistik und Literaturw. 50% 29% 46% 29% min. 50% 35%
Mathematik 12,5% 7,7% 22,2%  7.7% 20% 15,4
Philosophie 100% -- 100%  0% -- 0%
Physik 11% -- 11% 0% -- 11%
Psychologie 66% 22% 50% 25% -- --
Rechtswissenschaft 50% 18,8% 50% 20% -- 25%
Soziologie 50% 25% 45% 9% 55% 18%
Sportwissenschaft 50% 25% 50% 33% -- 50%
Technische Fakultät 33,3% 8,3% 33,3%  11,1% -- --
Theologie -- -- 0% 0% -- 50%
Wirtschaftsw. 50% 0% 50% 0% -- 9%

(* In den Fällen, in denen keine Angaben gemacht wurden, können für den Zielzeitraum keine entsprechenden Stellen besetzt werden.)

(** Die Angaben W2 und W3 beinhalten die Zahlen der C3 bzw. C4 Stellen.)

 

+Entwicklung der Professorinnenanteile von 2009 - 2012

 

Entwicklung der Professorinnenanteile von 2009 - 2012

 

Gleich- stellungsplan Stichtag 30.06.2009

DFG-Zwischenbe- richt Stichtag 31.10.2010

Evaluation der Gleich- stellungspläne der Fakultäten Stichtag 30.06.2011

Daten
Laufzeitende Gleichstellungpläne vom 31.12.2012

Zielzahlen des Gleich- stellungsplans zum 31.12.2012*
Fakultäten/Abteilungen: W2 W3 W2 W3 W2 W3 W2 W3 W2** W3**
Biologie 11% 8% 0% 15% 0% 15% 0% 15% 22% 19%
Chemie 25% 30% 25% 30% 25% 30% 25% 30% - 40%
Erziehungswiss. 75% 30% 75% 33% 75% 33% 50% 33% - 44%
Geschichtswiss. 33% 20% 33% 20% 33% 20% 25% 20% 40% -
Gesundheitswiss. 0% 43% 0% 43% 0% 43% 0% 38% - -
Lili 44% 14% 25% 30% 40% 20% 50% 28% 50% 21%
Mathematik 20% 7% 14% 8% 16,7% 7,7% 13% 8% 60% 14%
Philosophie 100% 0% 100% 0% 100% 0% 100% 0% - 33%
Physik 13% 0% 13% 0% 10% 0% 10% 0% - 14%
Psychologie 33% 22% 0% 22% 0% 22% 50% 13% 33% -
Rechtswiss. 50% 19% 50% 18% 50% 17,7% 60% 19% 40% 19%
Soziologie 63% 15% 46% 21% 50% 25% 63% 25% 56% 29%
Sportwiss. 50% 25% 50% 50% 50% 25% 100% 25% 50% 50%
Tech. Fak. 33% 0% 50% 0% 50% 8,3% 33% 8% 50% 10%
Theologie 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% 0% - 50%
Wiwi 0% 0% 50% 0% 50% 0% 50% 0% 33% -

 

(* In den Fällen, in denen keine Angaben gemacht wurden, können für den Zielzeitraum keine entsprechenden Stellen besetzt werden.)

(** Die Angaben W2 und W3 beinhalten die Zahlen der C3 bzw. C4 Stellen.)

 

Die Tabelle zeigt, dass zum Zeitpunkt des Abschlussberichts am 31.10.2012 nur einige der 16 Fakultäten und Abteilungen ihre selbst gesetzten Ziele erreicht haben. Überwiegend sind weitere Bemühungen erforderlich, die in der Fortschreibung der Gleichstellungspläne berücksichtigt werden und in die neuen Zielsetzungen bis 2015 eingehen werden.

 

Professorinnenprogramm von Bund und Ländern

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierte Professorinnenprogramm soll deutsche Hochschulen unterstützen, qualifizierte Wissenschaftlerinnen in Professuren zu berufen. Hochschulen, deren Gleichstellungskonzept positiv begutachtet wurde, können die Kosten für bis zu drei Professorinnen über einen Zeitraum von fünf Jahren im Rahmen einer Bund/Länder-Finanzierung erstattet bekommen. Die Uni Bielefeld erreichte mit dem unten genannten Konzept einen Spitzenplatz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktuelles

"Leichter umgehen mit Widerständen in der Gleichstellungsarbeit" - Fortbildung für dezentrale Gleichstellungsbeauftragte und -kommissionsmitglieder

Die Fortbildung "Leichter umgehen mit Widerständen in der Gleichstellungsarbeit" für dezentrale Gleichstellungsbeauftragte und -kommissionsmitglieder findet am Freitag, den 30. November 2018 von 9:00 bis 16:00 Uhr im Raum C3-137 statt. Anmeldung bis zum 26.10.2018 per E-Mail an: fortbildung@uni-bielefeld.de. Weitere Informationen zu Inhalt und Zielen der Fortbildung.

Bielefelder Gleichstellungspreis 2018

Am Freitag, den 05. Oktober 2018 erhielten Tanja Reißig für ihre Bachelorarbeit, Tabea Schroer für ihre Masterarbeit und Katharina Wojan für ihre Dissertation beim Jahresempfang der Universität den Bielefelder Gleichstellungspreis in der Kategorie Genderforschung/ Genderthemen in Qualifikationsarbeiten.

Gender-Gastprofessorin an der Fakultät für Physik

Beginnend mit dem Sommersemester 2018 übernimmt für ein Jahr Prof. Dr. Uta Klement  von der Chalmers University of Technology in Göteborg die Gender-Gastprofessur an der Fakultät für Physik. Weitere Informationen zu Inhalten und Terminen.

Dokumentation der Konferenz "GENDER 2020"

Zur Konferenz "Gender 2020 - Kulturwandel in der Wissenschaft steuern" kamen 2017 Hochschulleitungen, Spitzen aus Wissenschaftsorganisationen und Politik, Gleichstellungsakteur*innen sowie Geschlechterforscher*innen an der Universität Bielefeld auf Einladung der BuKoF zusammen, um über einen dringend notwendigen geschlechtergerechten Kulturwandel in der Hochschule und Wissenschaft zu diskutieren. Wir freuen uns sehr, nun eine Broschüre und einen Film zur Konferenz als Ergebnis dieses fruchtbaren Zusammentreffens präsentieren zu dürfen.

Die Keynote von Prof. Dr. Londa Schiebinger, John L. Hinds Professor of History of Science, Stanford University zu "Gendered Innovations in Science, Health & Medicine, Engineering and Environment" traf auf großes Interesse an der Universität Bielefeld, welche aktuell die Medizinische Fakultät aufbaut.