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Gleichstellung als Ziel

Warum Gleichstellung?

Die Frage, warum es überhaupt Gleichstellungsbestrebungen gibt, könnte eigentlich schon überholt sein. Schließlich wurde bereits 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau hingewiesen. Die faktische Umsetzung gleicher Rechte und echter Chancengleichheit lässt aber – zumindest in einigen gesellschaftlichen Bereichen – auch in Deutschland noch immer auf sich warten. Der Verweis auf allgemeine Gerechtigkeitserwägungen reicht offensichtlich nicht aus, um Denken und Verhaltenstendenzen zu verändern. Argumente, die auf angeborene Unterschiede zwischen den Geschlechtern verweisen, werden ebenso zur Rechtfertigung herangezogen wie Szenarien ausgemalt, die auf die völlige „Abschaffung“ eines der Geschlechter hinauslaufen.

Diese Dinge sind nicht hilfreich, um Chancengleichheit zu verwirklichen und echte Wahlfreiheit für den individuellen Lebensentwurf zu ermöglichen. In den letzten Jahren wurde im Bereich der Wissenschaft die bisherige Gerechtigkeitsargumentation um den Aspekt des demografischen Wandels ergänzt: Keine Gesellschaft kann es sich leisten, die Potenziale der Hälfte der Menschheit zu vernachlässigen. Zudem wurde gerade im Rahmen der Exzellenzinitiative deutlich, dass Deutschland in Sachen Gleichstellung in der Wissenschaft im internationalen Vergleich ein Entwicklungsland ist. Wenn diese neue Argumentationslinie im Ringen um Chancengleichheit auch diskutable Nebeneffekte haben kann, so scheint sie doch – zumindest bei manchen Personengruppen – wirksamer zu sein als der Verweis auf Gerechtigkeitsaspekte.

 

Nachhaltige Gleichstellung: Ein Film über die Gender-Mainstreaming-Implementierung in der Praxis

 

Dieser schwedische Film (in deutscher Übersetzung) zeigt anschaulich die Anwendung und die Folgen eines "Genderblicks" in öffentlichen Bereichen. Es wird gezeigt, wie Stadtverwaltungen und Kommunen von Gender Equality profitieren. Ziel dieses Films ist es, die Prinzipien des Gender Mainstreamings anhand konkreter Beispiele (u.a. dem Schneedienst) zu erläutern und einen praxisnahen Eindruck eines theoretischen Konzepts zu vermitteln. Dies kann helfen, die bewährte Strategie auf Bereiche an der Universität Bielefeld zu übertragen.

Nachhaltige Gleichstellung. Ein Film über die Gender-Mainstreaming-Implementierung in der Praxis from Jämställ.nu on Vimeo.

"Snow removal, ambulance transport and school performance" wurde im CEWS-Newsletter (Nr. 97/2015) vorgestellt.

 

Aktuelles

Die neue Festschrift "Aufbruch und Begrenzung - 50 Jahre Universität Bielefeld als sich öffnender Raum für Frauen" zeigt exemplarisch eindrucksvoll, wie über 50 Frauen an der Entwicklung der Reformuniversität beteiligt waren und sich konkret bis in die Jetztzeit hinein einen eigenen Platz eroberten.

Gender-Gastprofessorin Dr. Karolin Heckemeyer in der Abteilung Sportwissenschaft

Weitere Informationen zu Terminen und Inhalten rund um die Gender-Gastprofessur an der Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, Abteilung Sportwissenschaft im Sommersemester 2019.

Universität Bielefeld bundesweit eine von zehn Hochschulen mit Spitzenbewertung im Professorinnenprogramm III von Bund und Ländern

Die Universität Bielefeld hat für ihr Gleichstellungszukunftskonzept im Professorinnenprogramm III des Bundes und der Länder das Prädikat „Gleichstellung: ausgezeichnet!“ erhalten. Sie ist damit bundesweit zum wiederholten Mal eine von zehn Hochschulen mit der Spitzenbewertung. Das Professorinnenprogramm zielt darauf ab, die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen zu fördern.