Assoziierte Mitglieder und ehemalige StipendiatInnen

PostdoktorandInnen

Dr. Hubertus Büschel

Postdoktorand (April 2005-März 2006)
hubertus_bueschel@web.de

Herrschaft und Eigensinn in den Staatsarchiven der DDR 1965-1990

Das Projekt untersucht die Prozesse der Zentralisierung und Umstrukturierung von Staatsarchiven in der DDR nach "sowjetischem Vorbild" insbesonders zwischen dem Erlass der entsprechenden Gesetzgebung im Jahr 1965 bis 1990. Dabei soll nach Herrschaftsstrukturen der SED, nach dem "Eigensinn" von Archivarinnen und Archivaren ebenso wie nach der Wahrnehmung und "Erfahrung" von Staatsarchiven der DDR seitens Benutzerinnen und Benutzern aus dem In- und Ausland gefragt werden. Ziel ist eine Erweiterung bislang vorliegender Studien zur Geschichtspolitik der DDR um den Blick auf den Umgang mit Quellen der Vergangenheit. Auch soll weitergehend als bislang die Überwachung (nicht sozialistischer) Forscher in der DDR seitens der Staatssicherheit und umgekehrt die "Erfahrung" der DDR als Forschungsraum in den Blick genommen werden.

Dr. des. Mercedes Bunz

Postdoktorandin (April 2006-Juli 2006)
www.mercedes-bunz.de

Adrenalin: Zur Patentierung von Wissen und Leben um 1900

Dr. Stefan Sudmann

Postdoktorand (April 2007-August 2007)
stefan.sudmann@web.de

Die Archive der Neuen Sozialen Bewegungen. Die doppelte Gefahr von Autonomie- und Überlieferungsverlust und mögliche Lösungsstrategien.

Die Archive der Neuen Sozialen Bewegungen werden zunehmend von den öffentlichen Archiven und der Forschung als wichtige Einrichtungen anerkannt. Zugleich jedoch ist ihr Fortbestand u.a. durch schwindende Finanzressourcen gefährdet. Untersucht werden sollen Entwicklung und Archivierungskonzepte dieser Archive sowie einzelne Überlieferungsstränge der Neuen Sozialen Bewegungen. Zu fragen ist dabei auch, welche Rolle öffentliche Archive im Hinblick auf ihre eigenen Ressourcen bei der Sicherung dieser Überlieferung übernehmen können, ohne zu sehr in bestehende Strukturen einzugreifen.

Dr. (des.) Mareike Menne

Postdoktorandin (September 2006-Oktober 2007)
mareikemenne@aol.com

„China“ als diskursive Praxis an frühmodernen deutschen Fürstenhöfen, oder: Was bergen chinesische Kästen?

Im 17. Jahrhundert gelangte das Wissen über China aus dem Wissensmonopol der Kirchen und Kaufleute zunehmend in das staatlich-höfische Umfeld. Herrscher mit Ambitionen in der Chinapolitik mussten das neue Wissen über China mit den Codes und Ordnungen der europäischen Tradition verbinden. Wie wurde „China“ in diesem Prozess in die europäische Wahrnehmungstradition sowie in okzidentale Wissenssysteme übersetzt, welche diskursiven Praktiken bilden sich heraus?

Jan Marco Sawilla

Postdoktorand (November 2007-März 2008)
sawilla@gmx.de

Antiquarianismus, Hagiographie und Historie im 17. Jahrhundert. Zum Werk der Bollandisten. Ein wissenschaftshistorischer Versuch.

Im Zentrum des inzwischen abgeschlossenen Dissertationsprojekts standen die von dem Antwerpener Jesuiten Jean Bolland (1596-1665) begründeten Acta Sanctorum. Es handelt sich dabei um ein für das 17. Jahrhundert charakteristisches gelehrtes Großprojekt, das es gestattet, Prozesse der Erschließung historischer Materialien, ihrer typographischen Aufbereitung und inhaltlichen Deutung unter den Bedingungen der Frühen Neuzeit in idealtypischer Weise zu studieren.

Dr. Kathrin Schade

Postdoktorandin (August 2008-März 2009) kathrin.schade@arcor.de

Der Codex Pighianus - Wissensarchiv und Weltbild der Frühen Neuzeit

Der Codex Pighianus (Staatsbibliothek zu Berlin) ist der wissenschaftliche Nachlass des niederländischen Altertumsforschers Stephanus Pighius (1520-1604). In diesem Konvolut früharchäologischer Forschungsdokumente wurden erstmals antike Text- und Bildquellen inhaltlich miteinander kombiniert und in ein antiquarisches Klassifikationssytem gebracht. Der Codex als Medium und Archiv früharchäologischen Wissens repräsentiert die komplizierte, teils wiedersprüchliche Gedankenwelt der Frühen Neuzeit und ihren systematischen wie historischen Zugriff auf die Antike. Das Projekt beabsichtigt, Denkmodell und Systematik zu erschließen und in den Kontext der gerade im Wandel begriffenen Wissensparadigmen der Frühen Neuzeit zu stellen. Für die Folgezeit (17.-19.Jh.)wird der Codex als "Gradmesser" der Aneignung antiker Wissensbestände untersucht - gemäß Selektion und Methodik, mit der die im Codex archivierten Informationen einer modernen Verwissenschaftlichung unterzogen wurden.

Auswahl der bisherigen Veröffentlichungen

Herausgeberschaft

Gemeinsam mit Detlef Rößler, Alfred Schäfer, Zentren und Wirkungsräume der Antikerezeption. Internationales Kolloquium in Berlin 2005, Münster 2007.

Monografien

Frauen in der Spätantike - Status und Repräsentation. Eine Untersuchung zur römischen und frühbyzantinischen Bildniskunst, Mainz 2003

The Female Body in Late Antiquity: between Virtue, Taboo and Eroticism, in: Thorsten Fögen / Mireille M. Lee (Hg.), Bodies an Boundaries in Graeco-Roman Antiquity (im Druck).

Aufsätze

Anus ebria, avia educans und pulcherrima femina - Altersdiskurse im römischen Frauenporträt, in: Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts 116, 2001, S. 259-276.

Diskursanalyse: Möglichkeiten und Grenzen ihrer Anwendung in der Archäologie, in: Schriften des Deutschen Archäologenverbandes 16, 2005, S. 57-68.

Palladio und die Soldatenkaiser - Renaissancezeichnungen verlorener Monumentalbauten des 3. Jahhunderts in Rom, in: Klaus Peter Johne / Thomas Gerhard / Udo Hartmann (Hg.), Deleto paene imperio Romano. Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert n. Chr. und ihre Rezeption in der Neuzeit, Stuttgart 2006, S. 357-366.

Transalpine Netzwerke im 16. Jahrhundert: die wissenschaftliche Sozialisation des niederländischen Altertumsforschers Stephanus Pighius, in: Katrin Schade / Detlef Rößler / Alfred Schäfer (Hg.), Zentren und Wirkungsräume der Antikerezeption. Internationales Kolloquium in Berlin 2005, Münster 2007, S. 115-124.
Postdoktorand

Malte Zierenberg

mzierenberg@gmx.de



Postdoktorandin (April 2008-Juni 2008)

Anne Kober

annekober@yahoo.de

Archiv und Rest. Abgebrochene und nicht aufgeführte DEFA-Filme 1985-1989 sowie ihre Fertigstellung 1989-1990




DoktorandInnen


Doktorand (April 2005-März 2008); Assoziiertes Mitglied

Michael Aumüller M.A.

aumueller.micheal@web.de

Herrschaft und 'Verwaltung' in einer spätmittelalterlichen Stadt. Untersuchungen am Beispiel Freiburgs i. Br.

Das Projekt möchte anhand des Freiburger Materials die Fragen klären, wie das in Archiven und Kanzleien gespeicherte Wissen zur stadtobrigkeitlichen Herrschaftsausübung angewandt wurde, wie städtische Herrschaft mittels 'Verwaltung' funktionierte. Methodische Ansätze stammen vor allem aus der Institutionenanalyse und der Kommunikationstheorie. Zur Darstellung jener Personen, die mit Herrschaftswissen in Berührung kamen, soll eine Netzwerkanalyse dienen.



Doktorand (April 2005-Juli 2005)

Joachim Baur, M.A.

joachim.baur@gmx.net

Die Speicherung der Migration. Erkundungen im museal-archivarischen Komplex

Das Projekt untersucht die Entstehung und Funktionsweise, die „poetics and politics“, von Immigrationsmuseen in den USA, Kanada und Australien. Im Mittelpunkt der vergleichenden Analyse des Ellis Island Immigration Museums in New York City, des Museums „Pier 21“ in Halifax und des Immigration Museum in Melbourne stehen die jeweiligen politisch-kulturellen Entstehungskontexte sowie die Charakteristika der Sammlung, Ordnung und Präsentation von Objekten und Geschichten. Die Arbeit verfolgt die These, daß in diesen neuen Institutionen „Gedächtnisse der Einwanderungsgesellschaft“ konstruiert werden, die in spezifischer Weise Migration als nationales „master narrative“ etablieren.



Doktorand (April 2005-März 2008); Assoziiertes Mitglied

Marc-André Grebe M.A.

mgrebe@uni-bielefeld.de

Akten, Archive, Absolutismus? - Die Entwicklung und Rolle der Archive als Herrschaftsinstrument der spanischen Krone (1516-1598)

Das Projekt möchte vor der Folie der Absolutismus-Debatte am Beispiel des Kronarchivs in Simancas untersuchen, wie Herrschaft in der Frühen Neuzeit funktionierte. Anhand von Weisungen, Korrespondenzen, Instruktionen, politischen Testamenten etc. soll die Organisation des Archivs, die Sicherung von Beständen, sowie die Aushandlung von politischen Kräfteverhältnissen wie auch Identität(en) auf der iberischen Halbinsel mittels des Archivs als Herrschaftsinstrument im Zuge der Herausbildung des postfeudalen Staates untersucht werden.

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„Records, Archives, Absolutism? – The development and role of archives as an instrument of power under the Spanish Crown (1516-1598)“

The main aim of this project is to analyze the mechanisms of monarchical power in early modern times. The study therefore takes the Royal Archive of Simancas, near Valladolid, as an example of an early modern archive of the Spanish Habsburg Monarchy which had developed simultaneously along with the huge administrative apparatus of the empire, especially under the reign of Philipp II. Through an examination of administrative directives (known as instrucciones), contemporary correspondence, royal decrees and various other sources the work focuses on the organisation of the archive, considering aspects such as the safety of the files or their storage. Furthermore, the doctoral thesis will also use the archive material to examine the negotiation of political power between the crown and those forces who wanted to challenge its authority as well as to analyze the role of the archives for the data collecting policy of the Habsburg administration.



Doktorandin (Mai 2006-März 2008)

Sabine Kalff M.A.

sabine.kalff@yahoo.de

Politische Medizin in der Frühen Neuzeit

Die politische Literatur der Frühen Neuzeit ist durchzogen von medizinischer Terminologie, die sich nicht zuletzt dem Umstand verdankt, dass einige ihrer Autoren praktizierende ärzte waren. Die Struktur des Staates, die Steuerung sozioökonomischer Prozesse sowie politisches Handeln finden ihre Erklärung in anatomischen, physiologischen und therapeutischen Vorstellungen. Dies wirft die Frage nach dem Zusammenhang von Medizin und Herrschaft auf. Ausgehend von der Darstellung von Herrschaftstechnik als medizinischer Praxis im Diskurs der Ragione di Stato untersucht das Projekt die Verschränkung von medizinischer und politischer Wissenschaft in der Frühneuzeit. Mit der Medikalisierung des Regierungshandelns gerät die Figur des Arztes in den Blick, dessen Verfahren der Diagnose, Prognose und Therapie ein Modell für jegliche adoperative Pragmatik des Regierungshandelns liefert, wie sie vornehmlich im Kontext der gouvernementalen Techniken der Staatsraison entfaltet wurde. Frühneuzeitliche ärztliche Praktiken der Anamnese und Therapie werden dabei parallel zur Implementierung des staatlichenVerwaltungsapparats untersucht.



Doktorand (April 2006-November 2007)

Jens Schmücker M.A.

jensschmuecker@googlemail.com

Selektierte Information. Die Organisation von Wissen bei der Entwicklung unternehmerischer Strategien

Das Projekt untersucht anhand zweier Fallbeispiele (IG Farben/Standard Oil), wie `Wissen´ die strategische Ausrichtung von Unternehmen der Neuen Industrie determiniert(e). Dabei werden die Mechanismen des Zugangs (Netzwerke), der Selektion und Interpretation von Information im Unternehmen(-sarchiv) miteinander verglichen. Es soll gezeigt werden, wie die Unterschiede in der Organisation von Wissen den unternehmerischen Pfad feststeckten. Als methodische Bezugspunkte dienen Institutionenökonomik und Organisationssoziologie.

 

 



Doktorand (April 2005-März 2008); Assoziiertes Mitglied

Mag. phil. Mario Wimmer

mwimmer@uni-bielefeld.de

Archivalischer Raum und archivarische Praktiken: Fallstudien zur Archiven und Historiographien (1920-1970)

Geschichtsschreibung vollzieht sich nicht nur als Wissenschaft, sondern auch jenseits davon. Ein Blick an die Ränder des Akademischen  kann neue Perspektiven für eine Historiographiegeschichte des 20. Jahrhunderts bieten. In mehreren Fallstudien sollen verschiedene Formen der Archivierung und Geschichtsschreibung untersucht werden.
Das Dissertationsprojekt analysiert Kommunikationsprozesse von Historiographien und Archiven. Es beobachtet die Wege, Karrieren und Konjunkturen von 'Archiv-Dingen' sowie die Spuren, die diese etwa als 'Quellen' in Historiographien hinterlassen haben. Dabei geht es darum, zu zeigen, wie verschiedene Orte, Akte, Subjekte und Dinge im Forschungsprozess spezifische Verhältnisse zueinander einnehmen. Ziel ist eine Geschichte konkreter Epistemologien, historiographischer Techniken wie auch materieller Kulturen von Archiven und Historiographien.

 



Doktorandin (April 2006-Dezember 2008)

Kristin Kalisch M.A.

kristin.kalisch@uni-bielefeld.de

Die Gestalter der Stadt. Herrschaft, Archiv und Verwaltung in der preußischen Stadt Göttingen 1866-1914

Das Projekt „Die Gestalter der Stadt. Herrschaft, Archiv und Verwaltung in der preußischen Stadt Göttingen 1866-1914“ beschäftigt sich mit der Entstehung und Entwicklung des Verwaltungsstaates im Deutschen Kaiserreich. Es werden in dieser Arbeit die Ergebnisse und Methoden der neuesten Kulturgeschichte der Verwaltung unter Berücksichtigung der Archivtheorien untersucht, um auf diese Weise Kenntnisse über den Verwaltungsalltag und den ihm immanenten Herrschaftsstrukturen zu gewinnen.

 


 

Doktorandin (April 2005-März 2009); Assoziiertes Mitglied

Julia Herzberg

netslov@web.de

Verborgene Archive. Bäuerliche Biografik aus dem russischen Norden zwischen Zarenreich und Sowjetunion

Das Forschungsprojekt stellt mit bäuerlichen Tagebüchern und Autobiografien aus Russland bisher übersehene Archivbestände in den Mittelpunkt. Die biografischen Texte werden als Funktionsäquivalente für andere Wissensspeicher wie z. B. Märchen und Viten herangezogen; als Möglichkeit, Alltags- und Erfahrungswissen aus der Person auszulagern und intergenerational verfügbar zu halten. Zu untersuchen ist, welche Wissensbestände, Wahrnehmungs- und Deutungsmuster in der bäuerlichen Biografik Eingang fanden und inwieweit Alphabetisierungsgrad, Geschlecht, Alter, regionale Herkunft, ökonomische Selbständigkeit, Religiosität sowie Gewährung oder Verweigerung persönlicher Freiheit auf das Schreiben sowie auf den Gebrauch der biografischen Texte zurückwirkten.

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Hidden Archives. Autobiographical Text of Peasants in Tsarist and Early Soviet Russia.

This research project focuses on diaries and autobiographies of peasants in Russia, both archive stock which has been previously ignored. These biographical texts are similar to historical records such as fairytales and vitae in that they dissociate from the subject everyday knowledge, memory and experience and disclose this knowledge to future generations. Exploring what kind of knowledge peasants recorded in their biographical text, this research concentrates on the underlying patterns of perception and interpretation with which the peasant assessed his/her world. This project further seeks to examine the impact of the following factors on the writing and usage of autobiographical text of peasants in Russia: Level of literacy, sex, age, regional provenance, economic independence, religion as well as the concession or denial of personal liberties.

Auswahl der bisherigen Veröffentlichungen / Publication

Herausgeberschaft / Editor

Julia Herzberg, Christoph Schmidt (Hg.), Vom Wir zum Ich. Individuum und Autobiographik im Zarenreich, Köln, Weimar, Wien 2007.

Aufsätze / Essays

Autobiographik als historische Quelle in ‚Ost’ und ‚West’, in: Vom Wir zum Ich. Individuum und Autobiographik im Zarenreich, hrsg. v. Julia Herzberg, Christoph Schmidt. Köln, Weimar, Wien 2007, S. 15-62.

Von der Vision zum Seelenspiegel. Bäuerliche Traumaufzeichnungen zwischen Zarenreich und Sowjetunion, in: Vom Wir zum Ich. Individuum und Autobiographik im Zarenreich, hrsg. v. Julia Herzberg, Christoph Schmidt. Köln, Weimar, Wien 2007, S. 269-300.

‚Selbstbildung’ und Gemeinwohl. Das Aushandeln eines besseren Russlands in bäuerlichen Briefen und Autobiographien, in: Jenseits von Autokratie und "Gesellschaft". Das Politische als kultureller Kommunikationsraum im Zarenreich, hrsg. v. Walter Sperling. Frankfurt a.M., New York 2008, S. 255-277.

Russische Trojaner? Über das Eindringen bäuerlicher Autobiografik ins Archiv, in: L`Homme (im Erscheinen)

Bibliographie / Bibliography

Bibliographie zur Geschichte und Theorie autobiographischen Schreibens, in: Vom Wir zum Ich. Individuum und Autobiographik im Zarenreich, hrsg. v. Julia Herzberg, Christoph Schmidt. Köln, Weimar, Wien 2007, S. 377-402.

Artikel in der "Moskauer Deutschen Zeitung", "Wostok", "Informationen aus dem Osten für den Westen" sowie "Einblick. Das Kölner Stadt- und Unimagazin"

Renzensionen für h-soz-u-kult, Archiv für Sozialgeschichte, Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Sozial.Geschichte, der Zeitschriften Wostok und Einblick

Mitglied des Zentrums für Biografik: http://www.zentrum-fuer-biografik.de

 


 

Doktorand (April 2006-März 2009); Assoziiertes Mitgleid

Andreas Litschel M.A.

alitsche@uni-bielefeld.de

Schreibform und Stadtgesellschaft. Zur Transformation von Wissenstechniken und sozialer Zugehörigkeit im Spätmittelalter

Die Lokalstudie (Lüneburg 1380–1530) nimmt Erzeugung, Aufzeichnung und Überlieferung sozialen Alltagswissens in einer norddeutschen Mittelstadt im Spätmittelalter in den Blick. Sie verbindet ein sozialanthropologisches Erkenntnisinteresse mit wissens- und medientechnologischen Akzenten. Anhand unterschiedlicher Quellenbestände (Memorialbücher, Gerichtsprotokolle, Rechnungsbücher, Testamente, Eheverträge) wird stadtgesellschaftliches Handeln als Spannungsfeld argumentativer und medialer Praktiken nachgezeichnet und analysiert. Ausgangshypothese ist, daß sich Herstellung, Wahrnehmung und Deutung sozialer Zugehörigkeiten nicht unabhängig vom semantischen und kommunikativen Instrumentarium der fraglichen Gesellschaft untersuchen lassen. Damit werden Fragen nach der semantischen Organisation sozialer Identitäten, nach Position und Relation mündlicher und schriftlicher Kommunikation in der frühliteralen Übergangsgesellschaft und nach der argumentativen Ausformung von Traditionstechniken zentral für das sozialhistorische Interesse. Ziel ist die Erstellung einer kulturellen Grammatik sozialer Handlungsbedingungen, die Ordnung und Transformation von Beziehungssystemen als Prozeß der materiell vermittelten Investition und Manipulation von Denkformen beschreibbar macht.

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Inheritance, Friends and the Writing of Relatedness. Naming, Reference and Transfer in Late Medieval Lüneburg

This local case study investigates the description of social relations in Lüneburg from the late 13th to the early 16th centuries, i. e.: the relationship of figurations of social (including legal) relatedness to writing practices and their specific logic. The problem is approached through a number of basic communicative functions: naming/addressing, reference/relating and stabilisation/transfer. These functions, it is argued, are subjected to extraordinary pressure in the period of research, in part due to the massive expansion of pragmatic writing. One result of this is the successive invention of different abstractions of kinship, which are analysed as specifically developed, practical, semiotic and material technologies rather than as pre-modern givens.

Auswahl der bisherigen Veröffentlichungen / Publications

Aufsätze / Essays

Ordnung, Konflikt und Kooperation in spätmittelalterlichen Testamenten, in: Frank Rexroth/Kerstin Seidel (Hg.), Kooperation und Betrug in Beziehungssystemen (im Erscheinen)

 




ForschungsstudentInnen


Forschungsstudent (April 2005-November 2005)

Philipp Sprick

Über die Zurschaustellung von Menschen (1840-1940)

Das Projekt untersucht die Ausstellung von Menschen in Deutschland, England und Frankreich, wie sie zwischen 1840 und 1940 in Form von Welt- und Kolonialausstellungen oder auch kommerziellen Völkerschauen inszeniert wurde. Ziel ist es, über einen sinnes- und mediengeschichtlichen Zugriff aufzuzeigen, wie mittels ‚lebender‘ Archive Wissenskonstruktionen und gleichzeitig bewusste Zerstörungen von Wissensbeständen stattfanden. Die Untersuchung des Materials – u. a. zeitgenössiche Werbung, Rezeptionen und Selbstzeugnisse – kreist hierbei um im ‚Ausstellungsphänomen Mensch‘ zugrundeliegende Prozesse wie Schautrieb, Sexualdispositiv, europäische Imagination und Zuschreibung.


Forschungsstudentin (Februar 2006-Juli 2006)

Linda Braun

linda.braun@gmx.net

„Wir führen keinen Krieg.“ Die deutsche regierungsamtliche Darstellung des Kosovo-Konfliktes und der NATO-Intervention

Das Projekt setzt sich mit der deutschen regierungsamtlichen Darstellung des Kosovo-Konfliktes auseinander und will die Wissensproduktion von Seiten der Bundesregierung untersuchen. Hierbei wird die Arbeit auf zwei Ebenen ansetzen: Zunächst erfolgt eine Analyse des militärischen Komplexes und den dabei verwendeten Begriffen. Die zweite Ebene soll den Vergleich des serbischen Vorgehens mit nationalsozialistischen Verbrechen untersuchen, der u.a. für die Legitimation der militärischen Intervention verwendet wurde.


Forschungsstudent (Januar 2007-September 2007)

Nicolaus Klassen

nicolaus.klassen@uni-bielefeld.de


Forschungsstudentin (Oktober 2007-März 2008)

Katharina Schmitten

katharina.schmitten@uni-bielefeld.de


Forschungsstudent (April 2008-Oktober 2008)

Mathis Nolte

mnolte5@uni-bielefeld.de



Forschungsstudent (November 2008-April 2009)

Bartosz Janiszewski

bjanisze@uni-bielefeld.de

 




GaststipendiatInnen


Gaststipendiat (19. Oktober-19. November 2005)

Valentin Sandulescu 

Central European University, Budapest

Revolutionizing Romania from the Right: The Regenerative Projekt of the Romanian Legionary Movement and its Failure

 


Gaststipendiat (1. Novmeber-30. November 2005)

Szabolcs Serfözö 

Universität ELTE, Budapest

Die Rolle der Wallfahrtsorte und Wallfahrer in der herrscherlich-dynastischen Repräsentation im 17. und 18. Jahrhundert



Gaststipendiat (14. Novmeber-14. Dezember 2005)

Ferenc Laczó

Central European University, Budapest

Comparative History on the place and assigned roles of the capital cities in Austria and Hungary in the inter-war period, tracing the emergence, cultural significance and political implications of the capital-countryside divide in these two cases



Gaststipendiatin (4. April-4. Mai 2006)

Maria Georgieva Baramova

Center for Advanced Study, Sofia University
Department of History

The River as a Fronier, the Frontier as a River – Theories about Borders in the Early Modern Age


Gaststipendiatin (1. Juni-4. Juli 2006)

Dr. Marina Miladinov

Central European University, Budapest

„Die Heiligen“ als Streitkonzept in der Reformationspolemik



Gaststipendiatin (1. November-30. November 2006)

Brigitta Bernet

Universität Zürich

"Die Gesellschaft im Kopf. Schizophrenie um 1900 - zur Wissenschaftsgeschichte eines kulturellen Deutungsmusters