Geburtshilfliche Versorgung schwangerer Flüchtlinge

Laufzeit: 10/2016 bis 03/2020
Teilprojekt des NRW-Fortschrittskollegs FlüGe – „Herausforderungen und Chancen globaler Flüchtlingsmigration für die Gesundheitsversorgung in Deutschland“
Projektmitarbeiterin: Anne Köhne, M.Sc. Public Health

Hintergrund/Ziele

In der jüngsten Vergangenheit ist weltweit ein enormer Anstieg der Flüchtlingszahlen zu beobachten. Nach dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sind weltweit über 65 Mio. Menschen innerhalb des eigenen Landes oder über internationale Staatsgrenzen hinweg auf der Flucht. Zwischen Januar 2015 und Juli 2016 sind in Deutschland über 900.000 Asylerstanträge gestellt worden. Dabei sind etwa 1/3 der in Deutschland asylsuchenden Flüchtlinge weiblich. Die Mehrheit aller Frauen, die als Flüchtling nach Deutschland kommen, befindet sich dabei aktuell oder zukünftig im gebärfähigen Alter.
Geflüchtete Frauen bzw. (werdende) Mütter gelten als besonders vulnerable Gruppe in der Gesundheitsversorgung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt das Recht auf geburtshilfliche Versorgung auch in besonderen Lebenssituationen wie beispielsweise der Flucht hervor, sodass schwangeren Flüchtlingen der Zugang zu geburtshilflicher Betreuung zu gewähren ist. Der Zugang zur geburtshilflichen Versorgung in Deutschland für geflüchtete Frauen ist erschwert und zeitgleich stellt die Betreuung und Beratung jener Frauen die Gesundheitsfachpersonen vor besondere Herausforderungen.

Methodik

Im ersten Schritt - der Status-quo-Analyse - ermöglicht die Literatur- und Internetrecherche, Versorgungsstrukturen sowie Akteure innerhalb der geburtshilflichen Versorgung von Flüchtlingen zu identifizieren. Während aktuelle Rahmenbedingungen und Anlaufstellen für Flüchtlinge bei Fragen rund um die Geburt aufgezeigt werden, eröffnet sich parallel der Zugang zum Feld für die anschließende qualitative Untersuchung. Der zweite Schritt - die qualitative Untersuchung - soll Einblick in die Relevanzstrukturen und Erfahrungshintergründe zum einen der schwangeren Flüchtlinge und zum anderen der professionellen geburtshilflichen Akteure innerhalb der Flüchtlingsversorgung eröffnen. Leitfadengestützte Interviews als auch Gruppendiskussionen sollen sowohl die Perspektive der geflüchteten Frauen als auch die Ansichten der geburtshilflichen Akteure in Bezug auf die geburtshilfliche Versorgung schwangerer geflüchteter Frauen in Nordrhein-Westfalen aufzeigen. Die qualitative Untersuchung kann neben den Herausforderungen auch unausgeschöpfte Potentiale in der geburtshilflichen Versorgung von Flüchtlingen aufdecken.

Kontakt: Anne Köhne, Raum U5-225, anne.koehne@uni-bielefeld.de

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