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Ableitung von Gewichtungsfaktoren (Disability Weights) zur Berechnung der Krankheitslast von chronischer Quecksilbervergiftung: Disability Weights for Chronic Mercury Intoxication (DiWIntox)

Der „(Environmental) Burden of Disease“ (BoD/EBD)-Ansatz ermöglicht einen Vergleich der gesundheitlichen Situation von Bevölkerungsgruppen durch die Kombination von Mortalitäts- und Morbiditätsaspekten. Für die Quantifizierung der (umweltbedingten) Krankheitslast sind Gewichtungsfaktoren („Disability Weights“) notwendig, die den Schweregrad von Erkrankungsentitäten widerspiegeln. Für die chronische Quecksilbervergiftung, welche zum Beispiel durch die Verwendung von Quecksilber im handwerklichen Goldabbau verursacht wird, liegen bislang keine „Disability Weights“ vor.

Das Ziel des DiWIntox (Disability Weights for Chronic Mercury Intoxication)-Projekts ist, die Datenbasis zur Schätzung der Krankheitslast von chronischer Quecksilbervergiftung zu verbessern, indem ein für Krankheitslastschätzungen nach der BoD-Methodik notwendiger Gewichtungsfaktor abgeleitet wird. Dieser Gewichtungsfaktor soll somit genauere Schätzungen zur Krankheitslast von chronischen Quecksilbervergiftungen ermöglichen.

DiWIntox besteht aus zwei konsekutiven Projektphasen. In einem qualitativen Ansatz wird zunächst die „chronische Quecksilbervergiftung“ im Rahmen eines Experteninterviews diskutiert und abgegrenzt. Erarbeitet werden eine erkrankungsspezifische sowie – anhand des EuroQol 5D+C Fragebogens – generische Beschreibung, die mit arbeits- und umweltmedizinischem Wissen aus der internationalen Fachliteratur – soweit möglich – untermauert werden. In der zweiten Projektphase wird die entwickelte Erkrankungsbeschreibung zugrunde gelegt, um im Rahmen einer Expertenbefragung die Erkrankungsschwere von chronischer Quecksilbervergiftung im Vergleich mit anderen Erkrankungen herzuleiten. Eingesetzt wer-den etablierte Methoden zur quantitativen Herleitung von Gewichtungsfaktoren.

Chronische Quecksilbervergiftungen stellen, nicht zuletzt aufgrund der breiten Anwendung von Quecksilber im Goldabbau, eine internationale Problemstellung dar und können aufgrund situativer Gegebenheiten Frauen, Männer und Kinder betreffen. Die Ergebnisse der DiWIntox-Studie sollen die Qualität von Krankheitslastquantifizierungen zu chronischen Quecksilbervergiftungen verbessern, wodurch die Public Health-Relevanz und die einherge-hende Interventionsnotwendigkeit geschätzt werden können.

Das DiWIntox-Projekt wird von der Universität Bielefeld finanziell unterstützt und ist ein Anforschungsvorhaben. Die Arbeitsgruppen 2 „Bevölkerungsmedizin und biomedizinische Grundlagen“ und 7 „Umwelt & Gesundheit“ der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld führen das DiWIntox-Projekt gemeinsam durch. Die Studienergebnisse werden Ende 2013 erwartet.

Kontakt

Prof. Dr. Claudia Hornberg
Fakultät für Gesundheitswissenschaften, AG 7 Umwelt & Gesundheit
Tel.: 0521 - 106 - 4365; E-Mail:claudia.hornberg@uni-bielefeld.de

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