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Leitfaden Gesunde Stadt

Hinweise für Stellungnahmen zur Stadtentwicklung aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst

Projektbeschreibung:
Städte gewinnen für den Menschen als Lebensraum fortwährend an Bedeutung. Die Verfügbarkeit von Wohnraum und Arbeitsplätzen, die geringe Entfernung zu infrastrukturellen Alltagseinrichtungen für Bildung, Kultur und Versorgung und vieles mehr machen die Städte zu attraktiven Wohnstandorten. Spiegelt sich diese ‚Renaissance der Städte’ auch in einigen nordrhein-westfälischen Städten wider, ist sie angesichts der aktuellen demographischen Veränderungen für viele andere Städte jedoch mit Bevölkerungsverlusten – sogenannten Schrumpfungsprozessen – verbunden. Diese Urbanisierungsprozesse ziehen eine Vielzahl gesundheitsrelevanter Herausforderungen nach sich sowie erhebliche Anpassungsbedarfe für verschiedene Lebensbereiche, wie beispielsweise Wohnen, Versorgung mit Lebensmitteln, Gesundheitsversorgung und Mobilität.
Die „Healthy Urban Development (HUD) Checklist“ stellt ein systematisiertes Instrument dar, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Die Checkliste wurde von Akteuren aus der Raumplanung und des Gesundheitswesens für den Kontext in New South Wales (NSW/Australien) verfasst. Sie beinhaltetet den aktuellen Forschungstand zu den verschiedenen Themenbereichen von ‚Urban Health’ und leitet daraus entsprechende Maßnahmen für die kommunale Entwicklung in NSW ab.
Der „Leitfaden Gesunde Stadt – Hinweise für Stellungnahmen zur Stadtentwicklung aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst“ ist eine speziell auf NRW übertragene Variante der australischen HUD-Checklist. Im Rahmen des Projektes wurde die HUD-Checklist von einem interdisziplinären Konsortium aus Gesundheitswissenschaftler_innen der AG 7 sowie Stadt- und Raumplaner_innen übersetzt, um den aktuellen nationalen Forschungsstand zum Thema ‚Gesundheitsförderliche Stadtentwicklung’ ergänzt und an die aktuellen Problemlagen der Stadtentwicklung in NRW angepasst.

Ziele des Teilprojektes
Für Mitarbeitende des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) und andere Akteure besteht in Planungsprozessen die Möglichkeit, auf Flächennutzungen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung Einfluss zu nehmen. Gezielte Stellungnahmen können in allen Planungsphasen – von der Strategieentwicklung, Planerstellung und Bewertung von Vorhaben – die entscheidenden Prinzipien, welche Gesundheit und Wohlbefinden fördern, etablieren. Der auf die besonderen Bedingungen in NRW angepasste ‚Leitfaden Gesunde Stadt’ soll die Zusammenarbeit von Akteuren der Raumplanung und des ÖGD unterstützen. Er soll Hintergrundinformationen über die Planungsprozesse in der gesundheitsförderlichen Stadtentwicklung in NRW geben und die Partizipation bei Planungs- und Entwicklungsvorhaben im kommunalen, bezirks- und landespolitischen Rahmen fördern. Mit den im Leitfaden formulierten Hinweisen können strukturierte und wissenschaftlich begründete Stellungnahmen erstellt werden, um identifizierte Auswirkungen auf die Gesundheit frühzeitig zu kommunizieren und mit gesundheitlicher Expertise vorzuschlagen, wie positive Effekte maximiert und negative Effekte minimiert werden können.

Projektlaufzeit:
01.09.2013 – 30.6.2015

Auftraggeber und Finanzierung:
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen

Projektleitung/Koordination
Prof. Dr. Claudia Hornberg

Projektmitarbeit
Dr. Thomas Claßen
Hendrik Baumeister
Mareike Rüweler
Charlotte Assmann

Kooperationspartner:
BPW baumgart+partner Stadt- und Regionalplanung
Prof. Dr. Sabine Baumgart
Dr. Heike Köckler
Dr. Andrea Rüdiger
Dr. Jacqueline Hamilton

Ansprechpartner:
Prof. Claudia Hornberg
Fakultät für Gesundheitswissenschaften
AG 7 Umwelt und Gesundheit
Tel.: 0521 - 106 - 4365
E-Mail: claudia.hornberg@uni-bielefeld.de

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