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Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW

Das am Gesundheitscampus in Bochum angesiedelte Kompetenzzentrum Frauen & Gesundheit NRW (KFG) ist ein Kooperationsprojekt der Fakultät für Gesundheitswissenschaften und des GESINE-Netzwerks Gesundheit.EN, das seit Juni 2012 vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA) gefördert wird. Das Kompetenzzentrums bearbeitete im ersten Förderzeitraum die Themenschwerpunkte "Geburtshilfliche Versorgung", "Psychische Gesundheit" und "Intervention bei Gewalt" unter kooperativer Leitung von Frau Univ.-Prof. Dr. Claudia Hornberg (Universität Bielefeld) und Frau Marion Steffens (GESINE-Netzwerk).

Hintergrund für die Arbeit des Kompetenzzentrums ist der Bedarf an Sensibilität und Handlungswissen für die Unterschiedlichkeit von Frauen und Männern hinsichtlich ihres Krankheitsspektrums, ihrer Betroffenheit von Erkrankungen sowie ihres Erlebens und Umgangs mit Gesundheit und Krankheit. Über eine gezielte Wissensvermittlung, die Bildung themenspezifischer Netzwerke, fachliche und politische Beratungsangebote, die Ausrichtung von Fachveranstaltungen sowie die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen sollen der Theorie-Praxis-Transfer und eine enge interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit angeregt und mitgestaltet werden. Zudem sollen bestehende Lücken und Schnittstellenprobleme in der Gesundheitsversorgung von Frauen in NRW aufgespürt, entsprechende Optimierungsprozesse angestoßen und in ihrer praktischen Umsetzung langfristig fachlich begleitet werden. Die Verbindung praktischer und theoretischer Ansätze – insbesondere in den bearbeiteten Themenschwerpunkten – dient der Optimierung der gesundheitlichen Versorgung von Frauen in NRW.

Im Jahr 2015 wurden u.a. die Netzwerke „Frauengesundheit NRW im Kontext von Zuwanderungsgeschichte“ und „Frauengesundheit und Gewalt in NRW“ gegründet.. Weiterhin wurden Fachinformationen zu ausgewählten Themenschwerpunkten für die (Fach-) Öffentlichkeit in Form von Interviews, Vorträgen, Buchbeiträgen und dem Faktenblatt zum Thema „Postpartale Depression“ bereitgestellt. Qualifizierungsangebote im Bereich Gewaltintervention konnten durchgeführt sowie Referentinnen und Referenten im Rahmen der drei Themenschwerpunkte vermittelt werden. Auf der Webseite des KFG http://frauenundgesundheit-nrw.de/ wird zudem auf themenrelevante Veranstaltungen hingewiesen. Weitere Informationen sind in einer Infothek zusammengestellt.

Im Themenschwerpunkt "Psychische Gesundheit“ liegt der Fokus auf der Versorgung von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte und Flüchtlingshintergrund; zudem werden vernetzte Versorgungsstrukturen analysiert. Der Themenschwerpunkt "Intervention bei Gewalt" hat zum Ziel, die in der jeweiligen Region vorhandenen Ressourcen für eine optimierte Versorgung zu bündeln und im Sinne der von Gewalt betroffenen Frauen zu koordinieren. Hierzu wurde das Programm „Gewinn Gesundheit®“ entwickelt und von den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der Universität Bielefeld für das Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW evaluiert. Einen aktuellen Handlungsbedarf im Schwerpunkt "Geburtshilfliche Versorgung" stellen unter anderem die Entwicklung zielgruppengerechter Versorgungsangebote und die Förderung der natürlichen Geburt dar.

Schwerpunktübergreifend evaluiert das Kompetenzzentrum zudem bestehende kommunale Versorgungskonzepte und trägt so zu der Verbesserung und dem Aufbau von gendersensiblen Strukturen im Gesundheitswesen bei.

Zukünftig werden die bestehenden Schwerpunkte des KFG inhaltlich ausgeweitet und bisher bearbeitete Themenbereiche vertieft. So wurde in 2015 der Themenbereich „Depression“ fokussiert. Von Seiten der Universität Bielefeld der Schwerpunkt „Psychische Gesundheit von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte“ unter den Aspekten der gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingsfrauen weiter vertieft. Ebenfalls werden zukünftig die Betrachtung „Telemedizinischer Anwendungen“ sowie der Aspekt der „Inklusion unter geschlechtersensibler Perspektive“ in den Fokus gerückt.

Für die Mitarbeiterinnen des Kompetenzzentrums ist die Orientierung an den unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und -welten von Frauen und Mädchen zentral. Im neuen Förderzeitraum werden (ab Januar 2016) daher zusätzlich die gesundheitlichen Bedarfe von Frauen und Mädchen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, Frauen mit Migrationsgeschichte und Flüchtlingshintergrund,bisexuellen und lesbischen Frauen sowie transgender Personen als auch die gesundheitliche Entwicklung von Heranwachsenden verstärkt in den Blick genommen, um eine Verbesserung der Versorgungssituation dieser neuen Zielgruppen zu fördern.

Laufzeit
Erste Förderperiode: 2012 –2015 Zweite Förderperiode: 2016 -2019

Finanzierung:
Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA)

Beteiligte Wissenschaftlerinnen der Universität Bielefeld:
Univ.- Prof. Dr. Claudia Hornberg,
Ivonne Wattenberg, MSc Public Health
Christiane Ernst, Dipl. - Erziehungswissenschaftlerin,
Rebecca Lätzsch, MSc Public Health

In Kooperation mit dem GESINE Netzwerk

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW zu finden.

Kontakt
Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW
Gesundheitscampus 9
44801 Bochum
Tel.: 0234-97888367
Fax: 0234-97888369
Email: info@frauenundgesundheit-nrw.de
Homepage: www.frauenundgesundheit-nrw.de

Publikationen (Auswahl)

2016

Wattenberg I.; Hornberg C. (2016): Zugänglichkeit und Barrierefreiheit der gesundheitlichen Infrastruktur – empirische Erkenntnisse?! Tagungsband "Der Beitrag des Sozialrechts zur Realisierung des Rechts auf Gesundheit und des Rechts auf Arbeit für behinderte Menschen" des Sozialrechtsverbundes Norddeutschland e. V. (im Druck)

Hornberg, C.; Wattenberg, I. (2016): Das Kompetenzzentrum Frauen- und Gesundheit NRW (PDF). IFFOnZeit. Onlinezeitschrift des Interdisziplinären Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung 6. Jg., Nr. 5. Website: www.IFFOnZeit.de. ISSN: 1868-7156

Dockweiler C.; Hornberg C. (2016): Neue Technologien und alte Ungleichheiten? Ein sozialethischer Diskursbeitrag zur Einführung und Nutzung telemedizinischer Verfahren. E-Health 2016, 120-123.

Dockweiler C, Wewer A, Beckers R, Hornberg C (2016): Alters- und geschlechterssensible Nutzerorientierung zur Förderung der Akzeptanz telemedizinischer Verfahren bei Patientinnen und Patienten. In: Hornberg C, Pauli A, Wrede B (Hrsg.) (2106): Medizin – Gesundheit – Geschlecht. Eine gesundheitswissenschaftliche Perspektive. Springer VS- Verlag. ISBN978-3-531-18321-3/ ISBN 978-3-531-19013-6 (eBook). DOI 10.1007/978-3-531-19013-6.

Hornberg, C. (2016): Gesundheit und Wohlbefinden. In: Gebhard, U.; Kistemann, T. (Hrsg.): Landschaft, Identität und Gesundheit – Zum Konzept der therapeutischen Landschaften. Springer VS– Verlag,: 63-70. ISBN978-3-531-19722-7/ ISBN 978-3-531-19723-4 (eBook). DOI: 10.1007/978-3-531-19723-4.

Hornberg, C. Pauli, A., Wrede, B. (Hrsg.) (2106): Medizin – Gesundheit – Geschlecht. Eine gesundheitswissenschaftliche Perspektive. Springer VS- Verlag. ISBN978-3-531-18321-3/ ISBN 978-3-531-19013-6 (eBook). DOI 10.1007/978-3-531-19013-6.

Rüweler, M., Pauli, A.; Hornberg, C. (2016): Kompetenz(zentrum) Frauen & Gesundheit. Der etwas andere Ausblick. In: Hornberg C. Pauli A., Wrede B. (Hrsg.) (2106): Medizin – Gesundheit – Geschlecht. Eine gesundheitswissenschaftliche Perspektive. Springer VS- Verlag. ISBN978-3-531-18321-3/ ISBN 978-3-531-19013-6 (eBook). DOI 10.1007/978-3-531-19013-6.

2015

Dockweiler, C.; Hornberg, C. (2015): Neue Technologien und alte Ungleichheiten? In: Duesberg, F. (Hrsg.): e-Health 2016 – Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen. MF: Solingen. 190-192.

Ernst, C., Möhrke, B.,Hornberg, C. (2015): Einführung in die Geschlechtersensible Gesundheitsberatung. In: Gröning, K., Kunstmann, A.C., Neumann, C. (Hrsg.): Geschlechtersensible Beratung. Traditionslinien und praktische Ansätze. Psychosozial-Verlag, 354-367.

Ernst C., Wattenberg I., Hornberg, C. (2015): Wie kommen geschlechtersensible, gesundheitliche Information in die Praxis? Der Praxis-Wissenschaft-Praxis-Transfer des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW. In: Journal des Netzwerks Frauen und Geschlechterforschung NRW Nr. 38/2016

Rüweler, M.; Ernst, C.; Wattenberg, I.; Hornberg, C. (2015): Geschlechterunterschiede bei Gewalterfahrungen und -auswirkungen. In: Klaus Hurrelmann, Petra Kolip (Hrsg.): Handbuch Geschlecht und Gesundheit. Verlag Hans Huber, Bern.

2014

Bürmann genannt Siggemann, C.; Klärs, G.; Möhrke, B.; Ernst, C.; Rüweler, M.; Kolip, P.; Hornberg, C. (2014): Postpartale Depression – tabuisiert, unterschätzt und unterversorgt. Faktenblatt des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW.

Ernst, C.; Janz, U.; Möhrke, B.; Kolip, P.; Steffens, M.; Stolte, A.; Hornberg, C. (2014): Betrifft Frauengesundheit: Das Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW. In: IFFonZeit. Onlinezeitschrift des Interdisziplinären Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF) – 4.Jg., Nr. 3, 2014.

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