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Arbeitsgebiet: Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

In den letzten Jahren hat die Arbeitsgruppe Umwelt und Gesundheit in enger Kooperation mit dem Interdisziplinären Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung (IFF) der Universität Bielefeld sowie zahlreichen Kooperationspartnern u.a. aus den Sozialwissenschaften und der Frauen- und Geschlechterforschung verschiedene Projekte unter dem Oberthema „Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ durchgeführt.

Die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen sowie die Lebenschancen und Hindernisse, mit denen Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Lebensbereichen (Arbeit, Bildung, Gesundheit, Familiensituation etc.) konfrontiert sind, werden in Deutschland bisher nur unzureichend erfasst und entsprechen bislang nicht den Erfordernissen der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Hauptanliegen der Projektvorhaben der Arbeitsgruppe waren und sind daher die Identifizierung von Datenlücken und die Beurteilung und Entwicklung neuer Erfassungs- und Befragungsmethoden (auch zur Befragung so genannter schwer befragbarer Zielgruppen wie taubblinde Menschen oder Menschen mit unterschiedlichen Schweregraden kognitiver Beeinträchtigungen) sowie die Durchführung eigener Erhebungen zur Optimierung der Behindertenberichterstattung im Sinne der UN-BRK und zur Förderung einer inklusiven Gesellschaft.

Das Forschungsinteresse der Arbeitsgruppe richtet sich einerseits auf die Lebenssituation besonders vulnerabler Personengruppen wie, Menschen mit Behinderung(en) und Migrationsgeschichte, Menschen mit Mehrfachbehinderungen und Menschen in besonderen Belastungssituationen (u.a. aufgrund von Gewalterfahrungen). Andererseits bildet die Betrachtung von Behinderung unter der Lebenslauf- und Lebensphasenperspektive sowie nach Geschlecht einen inhaltlichen Schwerpunkt.

Bisher hat die Arbeitsgruppe folgende Projekte zum Arbeitsgebiet durchgeführt:

  • Die „Vorstudie zur Neukonzeption des Behindertenberichts“ (2010-2011) vergeben durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) wurde wie die übrigen Projekte zum Thema von Frau Prof. Dr. Claudia Hornberg und Frau Dr. Monika Schröttle (Universität Dortmund, August-Schmidt-Straße 4, 44227 Dortmund) betreut. Aufgabe und Ziel waren die Entwicklung eines durch inhaltliche und organisatorische Indikatoren gestützten Konzeptes zur Optimierung der gegenwärtigen Behindertenberichterstattung. Auf Basis einer Analyse des bestehenden Datenmaterials sowie entlang internationaler Standards wurden für die Handlungsfelder des Nationalen Aktionsplanes der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention Indikatoren entwickelt, Andererseits wurden Lücken und Defizite der bisherigen Berichterstattung auf nationaler Ebene identifiziert und anhand von strukturierten Vorschlägen und Bausteinen eine neue Organisationsstruktur der Berichterstattung erarbeitet. Den Abschlussbericht zum Projekt finden Sie hier.
  • Die vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderte Untersuchung „Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen in Deutschland“ (2009-2011) ist die erste repräsentative Studie zur Lebenssituation und zu Belastungen von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen in Deutschland. Sie liefert umfangreiche Informationen über Ausmaß, Entstehungszusammenhänge und Folgen von psychischer, physischer und sexueller Gewalt gegen Frauen in verschiedenen Lebenssituationen. Auch wurden Risikokonstellationen und besonders benachteiligte bzw. vulnerable Gruppen sowie deren konkreter Unterstützungs- und Präventionsbedarf identifiziert. Befragt wurden bundesweit ca. 1.500 zufällig ausgewählte Frauen mit verschiedenen Behinderungen, die in Privathaushalten sowie in unterschiedlichen Einrichtungen und Wohnprojekten leben. Da erstmals Daten in Heimen und Werkstätten erhoben wurden, leistet die Studie einen wichtig Beitrag zur Erhellung des Dunkelfelds und eine solide empirische Basis für gezielte Maßnahmen und Strategien gegen Gewalt und Diskriminierung von Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen.

    Hier gelangen Sie zum Endbericht
    Kurzfassung des Endberichtes

    In Weiterführung der oben genannten Studie wurden im BMAS-Projekt „Untersuchung zu Gewalterfahrungen von Männern mit Behinderungen“ (2011-2012) - in Kooperation mit dem Bielefelder SOKO-Institut und dem Berliner Dissens e.V. - zwischen 2011-2012 Befunde über Ausmaß, Erscheinungsformen, Entstehungszusammenhänge sowie Auswirkungen von psychischer, physischer und sexueller Gewalt gegen Männer mit unterschiedlichen Formen und Ausprägungen von Behinderungen und Einschränkungen in unterschiedlichen Lebenssituationen generiert. Die Ergebnisse ermöglichten einen Vergleich mit den Daten der Frauenstudie sowie zwischen Frauen und Männern mit und ohne Behinderungen.

    Hier finden Sie den Abschlussbericht

  • Ziele der ebenfalls durch das BMAS (2013-2014) vergebenen „Vorstudie für eine Repräsentativ-Befragung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ waren die Konzipierung von Forschungsdesign und Erhebungsinstrumenten für einen repräsentativen quantitativen Survey (u.a. Themenfelder, Befragungsmethoden, Stichprobenkonzeption, schwer erreichbare Teilpopulationen, Zielgruppengewinnung und Fragebogenentwicklung) und die inhaltliche und konzeptionelle Vorbereitung vertiefender qualitativer Befragungen (u.a. Inhalte, Zielgruppen, Befragungsmethoden, Erhebungsinstrumente). Außerdem wurde nach einer Prüfung bestehender regelmäßiger bundesweiter Datenerhebungen ein Vorschlag für deren Erweiterung (u.a. durch Module, Ergänzungsfragen) für ein verbessertes Monitoring entwickelt.

Ergebnis aller Studien war, dass die bisher vorliegenden Daten nicht ausreichen, um die Teilhabesituation von Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Lebensbereichen (Schule, Arbeit, Freizeit, Familie, Gesundheitsversorgung etc.) umfassend beurteilen und damit angemessene zielgruppenspezifische Handlungsempfehlungen entwickeln zu können. Deutlich wurde außerdem – auch als Folge des Erweiterung des Behinderungsbegriffs - eine große Diversität und Heterogenität der Zielgruppe(n), die sich zukünftig u.a. durch den demografischen Wandel und die Zunahme chronischer Krankheiten sowie das erstmalige Erreichen hoher Lebensjahre durch behinderte Menschen ändern und erweitern werden. Neben interessierenden Zielgruppen wurden in den vorangegangen Projekten im Forschungsfeld auch Themenfelder deutlich, die bisher wenn überhaupt nur am Rande beforscht wurden, jedoch einen großen Bedarf aufzeigen.

Die Arbeitsgruppe 7 strebt weitere Forschungsprojekte zum Thema „Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ an und wir würden uns sehr freuen, Sie oder Ihre Institution als Kooperationspartner gewinnen zu können oder in einer anderen Form einen Austausch zum Thema voranzubringen.

Bei Fragen, Anregungen oder falls Sie sich vorstellen können ein gemeinsames Projekt zu realisieren, erreichen Sie mich unter:

Prof. Dr. Claudia Hornberg
AG7 – Umwelt und Gesundheit
Telefon: 0521.106-4365
E-Mail: claudia.hornberg@uni-bielefeld.de

Sekretariat: Cynthia Felsner
E-Mail: cynthia.felsner@uni-bielefeld.de
Telefon: 0521.106-4366
Telefax: 0521.106-15 4366

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