MA 'History, Philosophy and Sociology of Science' (HPSS)
 
 
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Curriculum

Dieser Masterstudiengang wurde eingestellt. Einschreibungen in das erste Fachsemester sind nicht mehr möglich. In veränderter Form wird das Angebot als "History, Economics and Philosophy of Science" (HEPS)  weitergeführt. Endgültig wird der Studiengang zum 30. September 2017 auslaufen. Mit dem Ablauf des Sommersemesters 2017 (30. September 2017) werden die Studierenden exmatrikuliert.

Die entsprechende Ordnung dazu findet sich hier: Einstellungsordnung HPSS

 

MA "History, Philosophy and Sociology of Science" (HPSS)

Das interdisziplinäre Profil des Studiengangs kommt in der Integration und Verschränkung der wissenschaftsreflexiven Disziplinen zum Ausdruck. Während im Einführungsmodul Grundlagen in den disziplinären Sichtweisen erworben werden, werden die Studierenden in den vier Hauptmodulen die integrale Analyse von Wissenschaft erlernen, an denen Wissenschaftsgeschichte, -philosophie und -soziologie jeweils ihren Anteil haben. Durch die Wahl des Masterprojekts ergibt sich in der Schlussphase des Studiengangs wieder eine gewisse disziplinäre Akzentuierung.

 

Einführungsmodul
Im Einführungsmodul lernen die Studierenden die Zugänge zum Forschungsgegenstand Wissenschaft kennen, die sich in den Disziplinen der Wissenschaftssoziologie, - philosophie und -geschichte teilweise getrennt voneinander herausgebildet haben. Sie erwerben Kenntnisse der verschiedenen Theorien und Methoden, womit der Grund für die Fähigkeit zum interdisziplinären Denken und Arbeiten gelegt wird.

Insgesamt: 21 LP

 

 

Hauptmodul 1: Wissenschaft und Gesellschaft - Wissensgesellschaft
Hier werden die Studierenden befähigt, die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft unter den Bedingungen der gegenwärtigen Wissensgesellschaft zu analysieren und kritisch zu bewerten. Dafür erwerben sie Kenntnisse in der soziologischen Betrachtung der Wissenschaft als Institution, ihrer Beziehungen zu Politik, Wirtschaft, Recht und Medien und werden angeleitet, die historischen Veränderungen dieser Beziehungen soziologisch und wissenschaftstheoretisch zu reflektieren. Sie werden darin ausgebildet, eine theoretisch orientierte und empirisch gehaltvolle, interdisziplinäre Sicht für die Beziehungen der Wissenschaft zu den anderen Bereichen der Gesellschaft zu entwickeln. Die Lehrinhalte dieses Moduls sind über den engeren Rahmen der Wissenschaftssoziologie hinaus den sozialwissenschaftlichen Wissenschaftsstudien (social studies of science) zuzurechnen.

 

 

 

Hauptmodul 2: Methoden in der Wissenschaft
Das Modul umfasst weiterführende Veranstaltungen zur Beschaffenheit der wissenschaftlichen Erkenntnis. Dabei steht die Explikation von Wissensansprüchen und Geltungsgründen im Vordergrund. Diese werden hinsichtlich ihrer sachlichen Tragweite und empirischen Bestätigung sowie ihrer Abhängigkeit von gesellschaftlichen oder geistesgeschichtlichen Einflüssen in ihrem historischen Wandel betrachtet. Die Studierenden erkennen hier die epistemischen Grundlagen der Wissenschaft und lernen den Geltungsanspruch wissenschaftlichen Wissens einzuschätzen. Insbesondere gewinnen sie ein Verständnis für die Tragweite und die Grenzen der wissenschaftlichen Methode.

 

 

 

Hauptmodul 3: Die Entwicklung der Wissenschaften
Das Stoffgebiet wird von den historischen Entwicklungsmustern der Wissenschaft zusammengehalten, die einerseits epochen- und disziplinenspezifische Besonderheiten sichtbar machen, jedoch andererseits auch strukturelle Vergleichsmöglichkeiten über die Epochen hinweg eröffnen. Den Studierenden wird dabei die Entwicklung der Wissenschaften nicht nach Disziplinen geordnet vermittelt, sondern in historischen Konfigurationen, die von theoretischen Begriffen, Institutionen, Formen der politischen Regulierung, kulturellen Wertmustern und sozialen Erwartungen oder Befürchtungen geprägt sind. Diese Schwerpunktbildung unterscheidet sich von konventionellen Lehrangeboten der Wissenschaftsgeschichte und hat ihre Entsprechung in der Architektur der Hauptmodule 1 "Wissenschaft und Gesellschaft" und 4 "Wissenschaftsorganisation und -politik". Die Studierenden werden zum Vergleich zwischen gegenwärtigen und historischen Konfigurationen befähigt.

 

 

 

Hauptmodul 4: Wissenschaftsorganisation und -politik
Hier erwerben die Studierenden Kenntnisse über die Organisationsformen von Wissenschaft, die organisatorischen Mechanismen der politischen Förderung und Steuerung der Forschung (Politik für die Wissenschaft), sowie über die Formen und Probleme der Einbindung der Wissenschaft - über Beratung - in die Politik. Die Wissenschaft ist auf zwei verschiedene Weisen mit der Politik gekoppelt: als Instrument und als Gegenstand bzw. Feld der Politik. In der Wissenschaftsforschung (social studies of science) hat sich deshalb die Unterscheidung zwischen der 'Wissenschaft für die Politik' (science for policy) und der 'Politik für die Wissenschaft' (policy for science) etabliert. Damit soll keine scharfe Trennung markiert werden, sondern nur eine analytische Unterscheidung, die die Studierenden befähigen wird, Prozesse der Verwissenschaftlichung von Politik und der Politisierung der Wissenschaft in ihrer Wechselbeziehung bewerten zu können.

 

 

 

Praktikumsmodul
Die in den Hauptmodulen erworbenen Kenntnisse werden durch Praxiserfahrungen ergänzt. Die Dauer des Praktikums beträgt sechs Wochen. Es ist in der vorlesungsfreien Zeit zu absolvieren und schließt mit der Anfertigung eines Praktikumsberichts ab, der die theoretische Reflexion der Praktikumsarbeit zum Gegenstand hat (insgesamt 11 LP). Zur Orientierung und zum Erfahrungsausstausch dient das Praktikerkolloquium (2 SWS, 1 LP), das als Blockveranstaltung angeboten wird.

Modulbeauftragte: Ulrike Heitholt

 

Mastermodul (Abschlussmodul)
Die Master-Arbeit umfasst die Anfertigung eines Textes im Umfang von ca. 70 Seiten (30 LP). Desweiteren gehören zum Mastermodul die aktive Teilnahme am Examenskolloquium (2 SWS, 3 LP) mit Referat und die mündliche Verteidigung der Arbeit.

 

 

Im Wahlbereich können die Studierenden Veranstaltungen zur freien Vertiefung belegen und auch 6 Leistungspunkte aus anderen Fächern, die für das Thema des Studiengangs von Relevanz sind, zur Anrechnung bringen.

 

Ein weiterer Bestandteil des Studiengangs ist das obligatorische Auslandssemester. Dafür sind bevorzugt die Partnereinrichtungen zu nutzen, mit denen Kooperationsabkommen bestehen.