Universität Bielefeld

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Fakultät für Linguistik
und Literaturwissenschaft

Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal: Veröffentlichung

Teilgebiet: Literaturwissenschaft

Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen in der deutschen Literatur und Kulturkritik (1930 bis 1960)

DFG-Forschungsprojekt: Forschergruppe

  • Projektleitung: Prof. Dr. Klaus-Michael Bogdal
    Tel.: 0521/106-3710, Raum: C6-231
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter: PD Dr. Carl Wege
    Tel. 0521/106-3708, Raum: C6-225
  • Sekretariat: Kerstin Steffmann
    Tel.: 0521/106-3702, Raum: C6-207
  • Studentische Hilfskraft: Astrid Ulrike Trippe
    Tel.: 0521/106-3708, Raum: C6-225

Assoziierte Mitglieder:

  • PD Dr. Holger Dainat,
  • Dr. Nicole Colin (sämtlich Universität Bielefeld),
  • Prof. Dr. (i.R.) Frank-Rutger Hausmann (ehemals Universität Freiburg),
  • Prof. Dr. Gregor Streim (FU Berlin),
  • Prof. Dr. Bernd Arnold Kruse (Universität Potenza, Italien),
  • Prof. Dr. Céline Trautmann-Waller,
  • PD Dr. Jürgen Ritte,
  • Prof. Dr. Gerald Stieg (sämtlich Université de Sorbonne Nouvelle / Paris 3),
  • Prof. Dr. Dagmar Neuendorff,
  • Prof. Dr. Christopher Schmidt,
  • Dr. Michael Szurawitzki (sämtlich Åbo Akademi, Finnland),
  • Prof. Dr. Mario Saalbach (Universität des Baskenlandes)

Kurzdarstellung des Projekts "Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen in der deutschen Literatur und Kulturkritik (1930 bis 1960)"

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden 'Europa' und das Europäische in der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland neu definiert und zugleich alte Definitionen Europas und des Abendlandes fortgeschrieben. An diesem Europa-Diskurs beteiligten sich führende Vertreter des Kulturkonservativismus. Unter ihnen: die Journalistin Margret Boveri, der Soziologe und Schriftsteller Ernst Wilhelm Eschmann, der Kunst- und Kulturkritiker Gustav René Hocke, der Feuilletonist und Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Karl Korn, der Literaturkritiker und 'Frankreichkenner' Friedrich Sieburg, der Theaterkritiker Egon Vietta sowie der Chefredakteur der Wochenzeitung Christ und Welt Giselher Wirsing. – Die von ihnen formulierten Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen stehen im Mittelpunkt der geplanten Untersuchung.

Die genannten Autoren und Autorinnen nahmen in der Kulturlandschaft der jungen Bundesrepublik Schlüsselpositionen ein. Ihre literarisch-publizistischen Anfänge lassen sich bis in die frühen dreißiger Jahre und zum Teil auch bis in die zwanziger Jahre zurückverfolgen. Sie wurden um die Jahrhundertwende in Deutschland geboren. Während der NS-Zeit blieben sie im Deutschen Reich und konnten größtenteils ungehindert ihrer Publikationstätigkeit nachgehen. Kennzeichnend für ihre Publikationen ist, dass sie in vielen Fällen einen Europa-Bezug erkennen lassen. Das Gleiche gilt auch für ihre Bücher und Artikel, die in der Zeit nach 1945 erschienen. 

Untersucht werden sollen die in ihren Texten kursierenden Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen über einen Zeitraum von 30 Jahren. Der Aufstieg des Nationalsozialismus zur führenden politischen Kraft in Deutschland (um 1930) und das Ende der Wiederaufbau-Ära (um 1960) bilden die zeitlichen Eckpunkte der Untersuchung. Ziel des Vorhabens ist es, auf der Grundlage ausgewählter Textkorpora der genannten Autoren und Autorinnen Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Europa-Diskurs des Kulturkonservativismus zu erforschen. Welche Deutungsmuster wurden über das Ende der NS-Zeit weiter fortgeschrieben (?) – und welche Interpretationstraditionen nach 1945 wieder aufgegriffen (Abendland-Diskurs) oder neu gestiftet (Westintegrationsdiskurs)?

Durch ihren Auslands- und Europa-Bezug bilden die Publikationen der genannten Autoren und Autorinnen ein spezielles Segment im literarischen und kulturkritischen Feld der Zeit zwischen 1930 und 1960. Dieses Segment zu untersuchen, um so eine gravierende Forschungslücke zu schließen, dazu soll das hier vorgestellte Projekt beitragen. Das Projekt ist als Forschungsbeitrag zu einer noch zu schreibenden Gesamtdarstellung des Kulturkonservativismus des mittleren 20. Jahrhunderts zu verstehen.

Bei der geplanten Untersuchung handelt es sich um ein literaturwissenschaftliches Forschungsvorhaben, das seiner Grundkonzeption nach interdisziplinär angelegt ist. Aus drei Disziplinen, der Germanistik, der Publizistik und den Geschichtswissenschaften gilt es, Forschungserkenntnisse zu Europa-Konstrukten und Konstrukten des Europäischen zu ermitteln und zu berücksichtigen, - um im Anschluss an diese Erkenntnisse, Europa-Konstrukte und Konstrukte des Europäischen speziell im Hinblick auf die deutsche Literatur und Kulturkritik (1930 bis 1960) zu erforschen