Teil 3
Das Wahrscheinliche
S. 376 bis 381


Für die Analyse des Wahrscheinlichkeitskriteriums stellt es zunächst eine gewisse Erschwernis dar, daß man über dieses Kriterium im 19. Jahrhundert selbst kaum nachgedacht hat. Während sich im 18. Jahrhundert - bei Gottsched, Breitinger, Bodmer, aber auch noch bei Lessing und Mendelssohn - umfangreiche Reflexionen darüber finden, was überhaupt Wahrscheinlichkeit heißt, wie sie vom Wahren oder Tatsächlichen abzugrenzen ist, an wessen Bildung und Wissen sich der Dichter zu halten hat, wie Erkenntnisfortschritte sich auf diese Kategorie auswirken usw., werden solche Reflexionen im 19. Jahrhundert selten.8) An die Stelle des Nachdenkens über Darstellungsprobleme, wie es ja das Wahrscheinlichkeitsproblem eins ist, tritt hier das Nachdenken über Probleme des Gehaltes, also über das 'Wesen' der Kunstwerke, ihre Funktion, ihren Wert. Der Grund dafür ist, daß sich Ästhetiktheorie und poetische Praxis zunehmend voneinander lösen und die Theorie nach dem Zustandekommen dessen, was sie analysiert oder deutet, immer weniger fragt. Das Wahr-Scheinen der Werke, einst als Wirkungsbedingung streng kalkuliert, wird als Effekt der Kunst nun einfach vorausgesetzt - mit der charakteristischen Folge, daß die Theorie mehr und mehr in Gefahr gerät, Kunstwirkungen zu analysieren, die praktisch nicht vorkommen. Nur in der |S.377:| Literaturkritik, der Stimme des 'gewöhnlichen' Lesers, wird die Wahrscheinlichkeitsfrage noch gestellt, kann hier aber ins Grundsätzliche natürlich kaum vordringen. 

Sichtbar werden die Wahrscheinlichkeitsnormen im wesentlichen also nur an dem, was man praktisch von der Literatur an Realitätsentsprechungen erwartet bzw. was die Texte selbst in dieser Hinsicht anbieten. Dem Wortlaut nach klingt es zwar gleich, wenn z.B. einerseits Pfizer 1831 im Namen eines "ächten Realismus" fordert, der Dichter könne sich "nicht eng genug an das Leben anschließen"9), und wenn andererseits ein halbes Jahrhundert später auch Fontane wiederum formuliert, der realistische Roman müsse "ein unverzerrtes Widerspiel des Lebens sein, das wir führen."10) Aber die Vorstellungen davon, was eine hinreichend zutreffende Wiedergabe des jeweils gelebten Lebens ist, liegen natürlich doch weit voneinander ab. Und zwar liegen sie auch dann voneinander ab, wenn man die Frage der Auswahl, der Kombination, der Bewertung der Lebensmomente beiseite läßt (was eher Aspekte des 'Wesentlichen' sind) und sich an Dinge hält, die zu beiden Zeitpunkten vorkommen und für wichtig gehalten werden. Mit anderen Worten: sie liegen auch bezüglich der Begriffe von Anschaulichkeit, Deutlichkeit, Genauigkeit voneinander ab, so daß wir nicht jeweils denselben Eindruck von Realitätsnähe haben, wenn wir einen Roman des frühen Realismus und einen der Spätzeit miteinander vergleichen. Die Unterschiede, um die es dabei geht, im Einzelfall präzis zu bestimmen, ist dann allerdings oft wieder nicht ganz einfach, und so soll zunächst an einem Beispiel demonstriert werden, was wir uns unter dem hier stattfindenden Normenwandel vorzustellen haben. 

Es gibt die Szene in Goethes "Wahlverwandtschaften"- die etwas frühere Entstehungszeit des Romans spielt in diesem Falle keine Rolle-, wo Ottilie nach ihrem Wiedersehen mit Eduard für ihren Heimweg den Kahn benutzen will, beim Abstoßen vom Ufer aber die Balance verliert und so unglücklich stürzt, daß ihr das Kind, das sie auf dem Arm hat, entgleitet, ins Wasser fällt und ertrinkt.11) Die Ausführlichkeit, mit der Goethe den Ablauf dieses Unglücksfalles beschreibt, ist für seine Zeit ungewöhnlich, hat bei den damaligen Lesern aber offenbar weiter kein Aufsehen gemacht. Zwei Generationen später ist das jedoch anders. Es kommt zu einem öffentlichen Disput darüber, ob der Ablauf des Unglücks, wie Goethe ihn schildert, überhaupt vorstellbar sei, wobei Spielhagen die Auffassung vertritt, es reihe sich hier "eine Unwahrscheinlichkeit, ja Unmöglichkeit an die andre". Ob nun die unglaubliche Ungeschicklichkeit Ottilies beim Flottmachen des Kahnes oder ihr unbegreiflich leichtsinniger Umgang mit dem Kind, ob ihre matronenhafte Langsamkeit im Moment der Gefahr oder die Tatsache, daß sie - kaum vom Ufer abgestoßen - gleich mitten auf dem See treibt: zu begreifen sei nichts, als daß das Kind "nun einmal durchaus ertrinken sollte und mußte".12) 

Es ist keine Frage, daß Spielhagen auch aus heutiger Sicht recht hat. Auch Uwe Johnson z. B. hat sich noch wieder so über die Szene mokiert. 13) Vergessen sollte man nur eben nicht, daß Goethes Zeitgenossen hier noch keinen Grund sahen, Anstoß zu nehmen. Die probate Erklärung, daß die Idee der poetischen Freiheit, der ästhetischen Autonomie es so gebot, scheidet aus - |S.378:| nicht nur das Publikum, auch Goethe selbst konnte bei Verstößen gegen die Wahrscheinlichkeit, wo sie ihm auffielen, sehr empfindlich sein.14) 

Der Grund ist vielmehr eben, daß der Verstoß in diesem Falle noch nicht auffiel, und zwar einfach deshalb nicht, weil der Umgang mit Ruderbooten in der Lebenserfahrung bürgerlicher und adeliger Schichten noch keine Rolle spielte. Die Vorstellung, daß ein 'Fräulein' ein solches Fahrzeug ohne männliche Anleitung bestieg, reichte vermutlich allein schon aus, jedes Unglück für möglich zu halten. Es ist mithin lediglich ein Erfahrungszuwachs, der auf die Wahrscheinlichkeit, den Realismus dieser Szene später ein anderes Licht fallen läßt - und eben Erfahrungsdifferenzen (auch natürlich aus Erfahrungsverlusten) sind es auch, die allgemein dazu führen, daß die Kontinuität der Wahrscheinlichkeitsbedingung immer wieder verkannt wird. 

Daß zumal das 19. Jahrhundert eine Zeit war, in der sich die alltägliche Wahrnehmung der Welt tiefgreifend verändert hat, braucht hier nicht ausgeführt zu werden. Man erkennt die Folgen, die das für ihre je wahrscheinliche Wiedergabe in der Literatur gehabt hat, schon an einem so einfachen Fall wie den Bedingungen für die Festlegung von Zeit und Ort. Daß es eine gewisse Notwendigkeit gibt, sie passend zum jeweiligen Geschehen anzugeben und gegen ihre Logik nicht zu verstoßen, wird zwar schon auch im 18. Jahrhundert betont. Der aufkommende Realismus verlangt nun aber eine deutliche Hinwendung zur Gegenwart und zum eigenen Land, bzw. für den in der Vergangenheit spielenden Roman die widerspruchsfreie Anpassung an das historische Wissen. Begründet wird das - z.B. von Alexis - damit, daß das menschliche Handeln mit der Geschichte in einem engen Zusammenhang stehe, der Roman zu "geschichtlicher und psychologischer Wahrheit" mithin nur dann gelangen könne, wenn der Held "Sohn seiner Zeit, seines Landes" und nicht irgendeine 'Luftgestalt' sei.15) Schon der jungdeutsche Zeitroman scheint dieser Forderung dann auch zu entsprechen. An Immermanns Epigonen wird gelobt, daß sie nicht mehr - wie noch Goethes Romane - "über dem abstracten Boden irgend eines (deutschen) Landes" schweben, sondern in Preußen angesiedelt sind und in den 30er Jahren spielen. 16) 

Aus heutiger Sicht hat man mit der behaupteten Deutlichkeit allerdings Schwierigkeiten. Man findet in dem Roman kaum einen Ortsnamen, nicht ein einziges Datum, sondern kann nur weit verstreuten Hinweisen entnehmen, wann und wo ungefähr das Erzählte sich abspielt. Offenbar genügte es und wurde sogar als etwas Ungewöhnliches empfunden, daß überhaupt ein bestimmtes Land und seine besondere politische Situation in den Blick kam.17) Aber natürlich bleibt es nicht bei diesem Anspruchsniveau. Die wachsende Mobilität, d.h. der Eisenbahnverkehr, und das rasch sich ausbreitende Zeitungswesen sorgen dafür, daß sich die "märchenhafte Vorstellung von der Ferne [...] immer mehr vor der bestimmten Deutlichkeit" verliert und sich so allmählich ein Bild von den deutschen Verhältnissen ergibt, das 'irgendwelche' Städte oder Landschaften immer weniger real erscheinen läßt.18) Schon 1843 fordert Auerbach, daß ein Dichter, der "dem Leben nahe treten", der wirklich "realen Boden" unter die Füße bekommen wolle, von fingierten Schauplätzen absehen und "ohne Scheu einen bestimmten Ort nennen" müsse. Das |S.379:| Typische an Deutschland sei sein 'Provinzialleben', und dies lasse sich nun einmal nur in genauer lokaler Umgrenzung erfassen.19) Und in den 70er Jahren gibt es dann sogar schon den Umkehrschluß, daß sich ein "realistischer Schriftsteller" auch dadurch von gewissen "Stümpern und Dilettantinnen" unterscheide, daß er durch das Nennen authentischer Orte überprüfbar mache, "inwiefern er die Wirklichkeit zu schildern vermocht hat". 20)  

Es kann hier nicht dargelegt werden, daß die Romanwirklichkeit hinter diesen Forderungen immer um einiges zurückblieb. 21) Entscheidend ist, daß sie ihnen nach und nach entsprach und dem literarischen Geschehen dadurch Konturen verlieh, die mit denen des frühen realistischen Romans einfach nicht mehr zur Deckung zu bringen sind. Wer mit Fontanes Figuren durch Berlin wandert, kann den Stadtplan neben sich legen, und oft nähert er sich auch dem Jahr und dem Tag, an dem das Erzählte sich zuträgt. Dabei sind dies natürlich nur die äußeren Signale einer Präzisierung, die sich auf das öffentliche Leben, das öffentliche Wissen als ganzes erstreckt und vielfach Einzelheiten erfaßt, die wir heute gar nicht mehr nachprüfen können.22) Gekennzeichnet ist die Entwicklung der realistischen Literatur nun allerdings nicht nur dadurch, daß sie sich in diesem Sinne immer deutlicher an die bekannte und benannte äußere Wirklichkeit anschließt und anschließen muß, sondern auch umgekehrt durch die Notwendigkeit, dieser Bindung wieder zu entkommen. Jede Verdeutlichung von Zeit und Ort enthielt ja das Risiko, daß das wirkliche Zeitgeschehen, die wirkliche Geschichte in den Blick kam und sich bis hin zur Verwechselbarkeit mit dem Romangeschehen vermischte. Dabei war es im Prinzip gleichgültig, ob sich davon die Wirklichkeit verletzt fühlte, d. h. ob es einen Skandal gab, oder ob das Werk sich verletzte, also seine Erfindung der Lächerlichkeit anheimfiel; denn in beiden Fällen war es um den Wahrscheinlichkeitsgestus geschehen. Schon für die ortsgenaue 'Dorfgeschichte' kommt es zu solchen Problemen, und Fontane war sich der Gefahr der Indiskretion jedenfalls immer bewußt.  

Reagiert hat die realistische Literatur auf diese Gefahr mit einer zunehmenden Verkleinerung des Lebensausschnittes, d.h. mit der Ausblendung alles dessen, was sie zum 'öffentlichen Leben' oder zu Personen der Zeitgeschichte in eine engere Beziehung hätte bringen können. Sehr weit war die Entwicklung in dieser Richtung in Deutschland zwar ohnehin nicht vorangekommen. Aber wenn man vom "Wilhelm Meister" über die Zeitromane Immermanns und Gutzkows bis hin zu den frühen Werken Spielhagens eine Traditionslinie zieht, so sieht man doch, daß es eine Tendenz zum zeitgeschichtlichen Gesamtbild immerhin gegeben hat. Diese Tendenz kann sich nun wegen der zunehmenden Benanntheit und Überschaubarkeit des öffentlichen Lebens immer weniger behaupten. Damit aber erfährt auch der Realismusbegriff eine deutliche Verengung. Wo er zunächst immer auch bedeuten konnte und sollte, daß die wesentlichen geistigen Tendenzen der Zeit, vorgeführt durchaus auch an hochgestellten Personen, in einer wahrscheinlichen Handlung exemplarisch zum Ausdruck kamen, wird er nun mehr und mehr identisch mit der Abbildung des Alltagslebens durchschnittlicher, einflußloser und am Ende 'kleiner' Leute. Dabei hätte - die Idee der Widerspiegelung der Alltagswelt beim Wort |S.380:| genommen - das immer bestimmtere Konturen annehmende öffentliche Leben eigentlich auch hier nicht fehlen sollen. Was man bemerkt, ist jedoch, daß durch die Wahl eines mehr und mehr horizontlosen Personals dieser Teil der Alltagswelt gerade auf wahrscheinliche Weise ausgeblendet wird. 

Daß wir heute bei jeder in 'wichtigen' oder auch nur in höheren Gesellschaftskreisen angesiedelten Handlung mit dem Realismusbegriff zögern, hat allerdings noch einen anderen Grund: den Wandel in der Auffassung vom Wesentlichen. Schon der Naturalismus verwies ja den Roman - im Sinne seines Zieles, sich der Realität in 'wissenschaftlicher' Weise anzunehmen - auf den sozialen Normalfall, verstand unter dem gewöhnlichen Leben also das Leben, das gesellschaftlich am häufigsten vorkam, das der Unterschichten. Das hat auf den Realismusbegriff ebenso abgefärbt wie die nebenherlaufende weltanschauliche Begründung, daß sich das gesellschaftlich Wesentliche immer nur in den 'kleinen' Verhältnissen zeige und die 'große' Welt deshalb in der realistischen Literatur keinen Platz beanspruchen könne. Mitunter verstanden und verstehen sich solche Vorstellungen wohl auch als marxistisch, aber es kann kein Zweifel sein, daß Marx darin anderer Auffassung war.  

Wenn wir hier die Entwicklung des Wahrscheinlichkeitserfordernisses für außenweltliche Zusammenhänge beleuchtet haben, so bedeutet das nicht, daß es sich nur auf sie erstreckt. Es gibt einen ganz anderen Zusammenhang, für den es ebenfalls gilt: die Art der Darstellung. Als realistisch ist nach den Begriffen des 19. Jahrhunderts ein Werk nur dann anzusehen, wenn die Dinge, von denen es handelt (und die für sich selbst wahrscheinlich sein müssen) auch auf eine wahrscheinliche, d.h. der gewöhnlichen Betrachtung verwandte Weise zum Ausdruck kommen. Stern analysiert diese Bedingung zutreffend als 'mittlere Distanz'23) Das meint, daß die behandelten Sachverhalte weder detaillierter noch allgemeiner, weder wichtiger noch unwichtiger, weder komplexer noch einfacher dargestellt werden dürfen, als sie uns im großen und ganzen 'wirklich' erscheinen, sondern eben immer so, daß sie uns wie von selbst als wahrscheinliche auch vor Augen treten. Das ist sogar noch von der Sprache, der Sprechweise abhängig. Jedes übermäßige Hervortreten eines bestimmten Stilzuges, einer Manier, kann ja, wie man an der Parodie sieht, den realistischen Eindruck gefährden oder zerstören. Auch die literarische Tradition ist also Bestandteil der Wahrscheinlichkeitsbewertung, d. h. es kann der Wahrscheinlichkeitseindruck nicht nur je nach der Lebenserfahrung, sondern auch je nach der 'Literaturerfahrung' vielleicht verschieden sein. Vor allem aber unterliegen auch hier die Wahrnehmungsbedingungen einem historischen Wandel, so daß der wahrscheinliche Sprachgestus einer früheren Zeit späterhin möglicherweise als ein solcher nicht mehr empfunden wird. Wie wir noch sehen werden, wird dieser Punkt gerade in der neueren Realismusdiskussion eine merkwürdig undurchschaute Bedeutung erlangen. 

Wichtiger für die Geschichte und die Geschicke des Realismusbegriffes bleiben allerdings die Grenzen der Wahrscheinlichkeit, die sich für die äußeren Verhältnisse auftun. Immer weitere Bezirke der Erfahrungswelt nehmen zum Ende des 19. Jahrhunderts hin und erst recht darüber hinaus so deutliche, so standardisierte Konturen an, daß es im Umgang mit ihnen mehr und mehr |S.381:| nur die Wahl gibt, sie entweder in dieser Bestimmtheit aufzugreifen, d.h. sie gewissermaßen zu zitieren, oder aber ihnen auszuweichen bzw. sie abzuändern um den Preis, daß das Bild der äußeren Wirklichkeit undeutlich oder unzutreffend wird. Da gibt es nicht nur die Bekanntheit der Städte und die Verbindlichkeit des Kalenders, nicht nur den Rhythmus der namhaften Ereignisse und das Profil der öffentlichen Personen, sondern auch die Benanntheit der Waren, der Geschäfte, der technischen Prozesse, ja Wetterberichte und Fahrpläne, Adreßbücher und Preislisten, kurzum eben ein Wirklichkeitsbild, das, insofern es allen gemeinsam verbindlich zuwächst, eine 'andere' Wirklichkeit immer weniger wahrscheinlich macht.  

Wie hat sich die erzählende Literatur angesichts dessen entwickelt? Die eine Richtung war, daß sie an dem aus dem Realismus ererbten Abbildungsgedanken festhielt und sich vom Wahrscheinlichen ins Tatsächliche fortbewegte, zum 'Reportertum' wurde, wie schon Fontane besorgt registrierte.24) Wir kennen sie heute als literarische Reportage, als Dokumentarliteratur, als Tatsachenroman, als Autobiographie oder eben auch schlicht als Sachbuch. Die andere war, daß sie sich ins Symbolische, Parabelhafte, Phantastische, Absurde zurückzog und also den Anspruch der Wahrscheinlichkeit aufgab. Der Realismusbegriff paßte nun allerdings weder hierhin noch dorthin. Doch da es ihn einmal gab und er als ein Kunstbegriff traditionell der fiktionalen, der Kunst-Literatur anhing, wurde er für sie auch weiter verwendet mit der naheliegenden Folge, daß der Wahrscheinlichkeitsaspekt für ihn relativiert und der Aspekt des Wesentlichen aufgewertet werden mußte. Doch sehen wir uns zunächst an, was unter dem Wesentlichen innerhalb der Realismuskonzepte des l9. Jahrhunderts zu verstehen ist.  

 
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©Bernd W. Seiler, Januar 1999