Faculty of Linguistics and Literary Studies

 
 
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Beispiele zur Entwicklung der Großschreibung im Frühneuhochdeutschen

1. Übersetzung der Fabel des Äsop von Heinrich Steinhöwel (zwischen 1476 und 1480):
  • Satzanfänge und Eigennamen werden groß geschrieben
  • es ist jedoch noch keine Substantivgroßschreibung vorhanden

2. Luthers Handschrift (1530):

 

  • Eigennamen und Satzanfänge werden groß geschrieben
  • "Gott" als wichtiges Substantiv wird groß geschrieben
  • Der Beginn eines Objektsatzes wird groß geschrieben ("[…]wehnet er / Es wäre auch Fleisch[…]

3. Erstdruck von Georg Rörer (Jena 1557):

 

  • Substantive werden groß geschrieben (jedoch immer noch nicht konsequent). Es lässt sich sagen, dass ca. 80% der Substantive zu diesem Zeitpunkt groß geschrieben werden.
  • Substantivierungen werden z.T. groß geschrieben ("das Größere", hier groß, aber "das gewisse" und "das ungewisse", hier klein).
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