Faculty of Linguistics and Literary Studies

 
 
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Beispiel 3: Schmuckinitialen, Folgeinitialen, Lombarden, u.a.

(vgl. Jakobi-Mirwald 1997)

1. Nibelungenlied, Hs C (Abb.1 + 2)
Karlsruhe, Badische Landesbibliothek, Cod. Donaueschingen 63, Entstehung: 2. Viertel des 13. Jahrhundert

Abb. 1:

  1. Zier- / Schmuckinitiale (Spaltleisteninitiale), hier ein "U" (spiegelverkehrt)
  2. Majuskeln, die der Initiale folgen, nennt man Folgeinitialen.

 
Abb. 2

Abb. 2:

Die Abbildung 2 zeigt eine Fleuronné-Initiale (frz. fleuronné " geblümt", fleuron "Blümchen"). Das Typische an dieser
Initiale ist, wie der Name bereits sagt, die Verzierung in Gestalt von stilisierten vegetabilen Formen.
Man findet sie zunächst in Frankreich ab dem 12. Jahrhundert.


2. Hartmann von Aue

Abb. 3

In vielen Handschriften des 13.-15.Jahrhunderts finden sich meist einfarbige oder abwechselnd blaue und rote Großbuchstaben, die sog. Lombarden. Sie sind etwas größer als die gewöhnliche Satzmajuskel. Ihre Funktion besteht darin, den Text in Abschnitte zu gliedern. Die neutrale Bezeichnung für hervorgehobene Initialen am Satzbeginn ist Initial- bzw. Satzmajuskel.

 

 
Abb. 3

 

3. Nibelungenlied, Hs A

Entstehung: gegen Ende des 13. Jahrhunderts


Abb. 4

Auf der linken Seite befinden sich leicht vergrößerte, ausgerückte Anfangsbuchstaben, die Versalien. Sie kennzeichnen jeweils vier Langzeilen die eine Strophe bilden.

Abb. 4    
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