Faculty of Linguistics and Literary Studies

 
 
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Apl. Prof. Dr. Ulrich Seelbach

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft | Fach: Germanistik

Wochensprüche 2010

Sprüche der vergangenen Wochen 2010

1. Wir veröffentlichen obigen Artikel über Edison's neue Lampe auf empfehlende Gutachten einer naturwissenschaftlichen Autorität hin, können jedoch nicht umhin, ihm den Ausdruck unserer Reserve hinzuzufügen, um so mehr da gegenwärtig in den Blättern die Nachricht auftaucht, die als Brenner verwendeten Bügel aus Papierkohle zerfielen nach kurzem Gebrauch und Edison hätte auf diese Wahrnehmung hin die Fabrikation der neuen Lampen eingestellt. (Die Redaktion der 'Gartenlaube' 1880, Nr. 5, S. 81, "Das Licht der Zukunft")

2. Der Irrtum ist dem Irrenden eine Wahrheit. (Daniel Czepko)

3. Die Meng der Irrenden ist des Irrtums Verteidiger. (Daniel Czepko)

4. Ein Problem, das man aufschieben kann, ist schon halb gelöst. (Winston Churchill)

8. Wie kann ich das O anders aussprechen denn runden Munds? (Johann Fischart)

9. Aber ist es nicht so daß wir immer enttäuscht sind wenn wir irgendwo ankommen (Thomas Bernhard, Am Ziel)

12. Marmel/ stahl und Eisen bricht/ Aber meine schmertzen nicht (Benjamin Neukirch 1695) - Ein gewisser Drafi Deutscher hat daraus viel später einen erfolgreichen Schlager-Refrain gemacht.

13. Am Lebensende stellen wir fest daß wir das ganze Leben lauter Fragen gestellt aber keine einzige Antwort bekommen haben (Thomas Bernhard, Am Ziel)

15. Im Prinzip habe ich nichts gegen andere wenn sie uns in Ruhe lassen (Thomas Bernhard, Am Ziel)

29. Alles ist meistens anders, als man denkt. Nämlich genau umgekehrt. (der alte Uhu in Janoschs "Komm, wir finden einen Schatz")

31. Mein Daddy hat immer gesagt, was dich zerfrisst, das sollst du nicht füttern. (Cormac McCarthy: All die schönen Pferde)

32. Ich habe das Gefühl, daß alles schon gefragt wurde - nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)

33. Manchmal denke ich, wir alle sind wie dieser kurzsichtige Münzschläger an der Münze: Wir nehmen ein Metallstück nach dem anderen vom Blech und wachen eifersüchtig darüber, dass uns nichts und niemand in die Arbeit pfuscht, weil wir wollen, dass selbst das Chaos unser eigenes Werk ist. (Cormac McCarthy: All die schönen Pferde)

34. Narben können uns auf seltsame Weise daran erinnern, dass die Vergangenheit real ist. Sie lassen uns nie die Ursache vergessen. (Cormac McCarthy: All die schönen Pferde)

35. Hüte dich, edler Ritter. Es gibt keinen böseren Drachen als die Vernunft. (Cormac McCarthy: All die schönen Pferde)

36. Hic leber spectat mein | scribo meum Namen drein | Quid mihi vult stehln | Dabo eo Maulschelln. (Buchbesitzereintrag, Anfang des 18. Jhs.)

37. Ich verspreche dieser Regierung einen 'Heißen Herbst', sie mögen sich warm anziehen. (Claudia Roth, Vorsitzende der Grünen, 5.10.2010) - s. Wikipedia unter Katachrese!

49. An dem Tag, als Papst Eugen den Römer Angelotto zum Kardinal machte, kam ein Stadtpfarrer namens Lorenzo höchst aufgeräumt nach Hause zurück. Als ihn die Nachbarn fragten, was ihn so freudig mache, rief er: "Hurra! Ich habe jetzt die größten Hoffnungen. Nachdem jetzt schon die Dummen und Narren Kardinäle werden und Angelotto dümmer ist als ich, so muss auch ich demnächst Kardinal werden." (Poggio, Facetiae 29, 15. Jh.; Poggio vergaß zu erwähnen, dass der Stadtpfarrer tatsächlich Kardinal wurde).

51. "Gemach in die Kohlen geblasen, so fährt dir kein Staub in die Nasen." (Johann Fischart, Geschichtklitterung, Kap. 45)