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Fortbildungen
für Forschende
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Online-Workshop: Empathisches Handeln in Lehr-Lern-Beziehungen: menschliche Kommunikation auf Augenhöhe

Tyll Zybura | 26. November 2020 | 10:00 (s.t.) - 14:00 Uhr |
Die Zugangsdaten zum Zoom-Meeting erhalten Sie kurz vor der Veranstaltung.


Menschliche Kommunikation auf Augenhöhe zwischen Lehrenden und Studierenden wird durch die stark hierarchischen Machtverhältnisse an der Universität oft erschwert. Darunter leiden meistens die Studierenden: Sie fühlen sich ständig bewertet; Leistungsdruck und Versagensangst entfremden sie von ihrem eigenen Erkenntnisinteresse und behindern ihr wissenschaftliches Arbeiten.

In der Art, wie wir mit unseren Studierenden in Sprechstunden und Seminaren kommunizieren, können wir als Lehrende viel dazu beitragen, diese Ängste zu lindern und Studierenden zu helfen, ihre eigene Position und Stimme innerhalb des Wissenschaftsbetriebs zu finden.

In diesem Workshop vermittle ich Strategien aus meiner eigenen Lehrpraxis, die dabei helfen

  • eine empathische Haltung einzunehmen, um Studierende als Menschen in ihrer Individualität und Diversität wertzuschätzen und eine angstfreie Lehr-Lern-Beziehung aufzubauen.
  • lösungsorientiert zu kommunizieren und Feedback zu geben, um in Sprechstunden und Seminarsitzungen entspannt und zugewandt, flexibel und effektiv auf die Bedürfnisse von Studierenden eingehen zu können.

Den Erfolg meines Ansatzes messe ich daran, dass das Schreiben für Studierende unmittelbar weniger angstbesetzt wird, weil sie mit mir während des Schreibprozesses in wissenschaftlichen Austausch treten und mich nicht mehr nur als finale Bewertungsinstanz und "gate keeper" erleben. Sie erfahren das als Kontrollgewinn und als Einbindung in die wissenschaftliche Diskursgemeinschaft, der sie sich sonst kaum zugehörig fühlen. Dies hat langfristige positive Konsequenzen für die Selbstwahrnehmung von Studierenden als WissenschaftlerInnen in Ausbildung, von der mein Fach direkt profitiert.

Den Erfolg meiner Strategien messe ich daran, dass mir Studierende seit vielen Jahren zurückmelden, dass sie sich in meinen Seminaren nicht nur menschlich ernst genommen und gehört fühlen, sondern auch motiviert, eigene Forschung zu betreiben und eigene Positionen zu entwickeln. Ich bin davon überzeugt, dass unser aller soziales Wohlbefinden unmittelbare Auswirkung auf unsere Neugier, Aufnahmefähigkeit und Kreativität hat: die Grundbedingungen guter Wissenschaft. Es lohnt sich daher nicht nur für uns als Menschen, sondern auch für unsere Disziplinen und Fachkulturen, Energie in gute Kommunikation zu investieren.

Im Workshop werden wir natürlich auch Zeit für Erfahrungsaustausch haben und darüber sprechen, wie wir nicht nur mit alltäglichen, sondern auch mit besonders schwierigen Kommunikationssituationen im Kontakt zu unseren Studierenden souverän und einfühlsam umgehen können.

Workshop-Trainer:

Tyll Zybura lehrt schreibintensive Seminare im Bereich Erzähltheorie, critical theory, Genre-Literatur und Populärkultur. Von seinen Studierenden wurde er für den Landeslehrpreis NRW 2019 nominiert. Auf zybura.de und unconditional-teaching.com publiziert er kritische Essays zu alternativen Lehr-Lern-Beziehungen. Er promoviert zu Kindheitsrepräsentationen in zeitgenössischer britischer Literatur.


Zielgrupppe:

Dieser Workshop richtet sich an Lehrende der Universität Bielefeld und Teilnehmende des Qualifizierungsprogramms "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule".

Diese Veranstaltung wird im Bielefelder Zertifikat für Hochschullehre mit 4 AE für das Methodenmodul Themenfeld C (Studierende begleiten und beraten) angerechnet.

Diese Veranstaltung wird im Zertifikat "Professionelle Lehrkompetenz für die Hochschule" mit 4 AE für das Erweiterungsmodul (II) im Themenfeld Studierende beraten (3) angerechnet.


Anmeldeschluss ist der 11. November 2020.


Kontakt & Anmeldung

Kontakt

Anke Schayen
+49 (0)521 / 106-3367
pep_lehre@uni-bielefeld.de

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