Universität Bielefeld

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Psychotherapie-Ambulanz
der Universität Bielefeld
(PAdUB)

Forschungsschwerpunkte

Im Folgenden finden Sie Informationen zu Forschungsprojekten, die aktuell in der Psychotherapie-Ambulanz durchgeführt werden.

 

Belastende Lebenserfahrungen und psychische Erkrankungen

In diesem Forschungsprojekt möchten wir Charakteristika verschiedener Erkrankungen und die Bedeutung belastender Lebenserfahrungen für die Symptomatik und Behandlung der Erkrankungen weiter erforschen, um langfristig das Wissen und Behandlungsmöglichkeiten zu erweitern und optimieren.

Im Rahmen der Studie wird zunächst ein Interview zu psychischen Problembereichen durchgeführt und es werden verschiedene Fragebögen ausgefüllt. Im Anschluss erfolgt eine diagnostische Einschätzung, ob gegenwärtig eine psychische Erkrankung besteht. Bei Vorliegen einer psychischen Erkrankung wird im Anschluss das autobiographische Gedächtnis untersucht. Autobiographische Erinnerungen umfassen die Erinnerung an einen Ort und einen Zeitpunkt, an dem ein persönliches Erlebnis stattgefunden hat sowie die emotionalen Inhalte, die damit verbunden sind. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Menschen mit verschiedenen psychischen Erkrankungen autobiographische Erinnerungen aus ihrem Leben anders als Gesunde abrufen und dass diese unterschiedliche Art in Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf stehen könnte. Näher untersucht werden soll zudem, ob es Unterschiede zwischen psychisch erkrankten Menschen mit und ohne belastende Lebenserfahrungen in Kindheit und Jugend gibt.

 

Misophonie

Misophonie bedeutet wörtlich „Hass auf Geräusche“ und beschreibt das Phänomen, auf bestimmte Geräusche mit starkem körperlichen Unbehagen oder unangenehmen Emotionen zu reagieren.

Aktuell führt die Psychotherapie-Ambulanz eine Online-Befragung zum Thema Misophonie durch. Diese Umfrage richtet sich an Menschen, die sich selbst als Betroffene erleben. Das Ziel ist, verschiedene Fragebögen zur Erhebung der Beeinträchtigung durch die Symptomatik zu untersuchen. Zudem sollen zentrale Merkmale erfasst werden, die Aufschluss über den Beginn und Verlauf der Symptomatik, die Art und Anzahl der auslösenden Geräusche sowie die zentralen Reaktionen auf diese Geräusche geben. Endgültige Aussagen zu den Ergebnissen dieser Studie sind noch nicht möglich, da die Internetstudie noch fortgeführt wird. Wenn Sie auch an der Studie teilnehmen möchten oder Personen kennen, die die Studie interessieren könnte, können Sie gern den folgenden Link zur Umfrage nutzen: http://ww3.unipark.de/uc/Misophonie-Studie

Über die Onlinestudie hinausgehend wird in der Psychotherapie-Ambulanz eine interviewbasierte Studie durchgeführt, um Symptomatik und Belastungen von Betroffenen einer Misophonie genauer zu untersuchen. Mithilfe persönlicher Befragung sowie einer diagnostischen Untersuchung zu psychischen Erkrankungen sollen die eingesetzten Fragebögen hinsichtlich ihrer Eignung gezielter überprüft werden. Zudem soll der Frage nachgegangen werden, ob Misophonie als eine eigenständige Problematik aufgefasst werden kann oder einen Teil bereits klassifizierter psychischer Probleme (z. B. Phobien) darstellt. Es soll überprüft werden, ob es Zusammenhänge zwischen dem Vorliegen einer Misophonie und anderen psychischen Problemen wie Depressionen, Angststörungen oder bestimmten Persönlichkeitsmustern gibt. Sollten Sie an einer Teilnahme Interesse haben, können Sie sich gern per Email an misophonie@uni-bielefeld.de wenden.

Für weitere Informationen siehe Aktuelles.