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Aufbau und Inhalte der Ausbildung

Bestandteile der Ausbildung

Abschluss der Ausbildung

Verhaltenstherapie

Kosten und Vergütung

Vorteile der Ausbildung am BiKiP

Studienordnung


Bestandteile der Ausbildung

Das Ziel der Ausbildung besteht darin, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Diagnostik, Therapie und Rehabilitation psychischer Störungen sowie psychischer Faktoren bei körperlichen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Die Inhalte orientieren sich dabei an der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJPsychTh-APrV). Die Ausbildung ist auf 6 Semester in Vollzeit angelegt und umfasst insgesamt mindestens 4 200 Stunden. Diese gliedern sich in folgende Bereiche:


Theoretische Ausbildung

  • ein- oder zweitägige Veranstaltungen mit dem Schwerpunkt auf der Vermittlung und dem Einüben therapeutischer Fertigkeiten

  • zu den Inhalten gehören z.B. Grundlagen der Entwicklungs-, Neuro- und Persönlichkeitspsychologie, medizinische und pharmakologische Grund-kenntnisse sowie Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten verschiedener psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter (enge Orientierung am Gegenstandskatalog des Instituts für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP))

  • Veranstaltungszeiten:

    • Freitag: 14.00 bis 20.00 Uhr
    • Samstag: 9.00 bis 18.30 Uhr
  • die Semesterferien sind (größtenteils) seminarfrei

  • insgesamt 600 Stunden bestehend aus:

    • Grundstudium (200 Stunden)
    • vertieftem Studium (400 Stunden)

Praktische Tätigkeit

  • dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter


Praktische Ausbildung unter Supervision

  • kann nach erfolgter Zwischenprüfung begonnen werden

  • dient dem Erwerb sowie der Vertiefung von Kenntnissen und praktischen Kompetenzen bei der Behandlung psychischer Störungen von Kindern und Jugendlichen

  • insgesamt 600 Stunden ambulanter Behandlung in der Ausbildungsambulanz der Universität Bielefeld und 150 Stunden Supervision


Selbsterfahrung

  • Fokus auf Aufarbeitung der eigenen Kindheit und Jugend

  • Reflexion des eigenen therapeutischen Handelns in der Interaktion mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (insbesondere im 4. Semester)

  • insgesamt 120 Stunden bestehend aus:

    • Einzelselbsterfahrung (15 Stunden)

    • Gruppenselbsterfahrung (105 Stunden)


Individuelle Schwerpunktsetzung

  • insgesamt 930 Stunden bestehend aus:

    • Lerngruppen zur Nachbereitung und Vertiefung theoretischer Inhalte

    • lehrpraktischen Übungen in Form von Fallkolloquien

    • Intervision

    • Selbststudium

    • weiteren Stunden in den anderen Ausbildungsteilen über das Mindestmaß hinaus


Urlaub

  • ausbildungsfreie Zeit von bis zu sechs Wochen jährlich

  • zudem werden Unterbrechungen durch Krankheit oder aus anderen vom Teilnehmer nicht zu vertretenden Gründen, bei Teilnehmerinnen auch Unterbrechungen durch Schwangerschaft, bis zu höchstens vier Wochen je Ausbildungsjahr für die Praktische Tätigkeit angerechnet

  • darüber hinausgehende Fehlzeiten können von der zuständigen Landesbehörde auf Antrag berücksichtigt werden, wenn besondere Härte vorliegt und das Ziel des Studiums nicht gefährdet wird


Die zeitliche Abfolge der Ausbildungsbereiche kann der folgenden Abbildung entnommen werden:



Abschluss der Ausbildung

Wenn alle Ausbildungsteile absolviert wurden, kann die staatliche Prüfung nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) mit dem Ziel der Approbation für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie absolviert werden. Diese besteht aus einer schriftlichen Multiple-Choice-Prüfung sowie einer mündlichen Gruppen- und Einzelprüfung. Der Antrag auf Erteilung der Approbation ist anschließend bei der zuständigen Landesbehörde zu stellen.


Verhaltenstherapie

Das Bielefelder Weiterbildende Studium Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie hat als Schwerpunkt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) in Kombination mit systemischen Ansätzen – doch was genau ist die KVT eigentlich?

Bei der Verhaltenstherapie geht man davon aus, dass psychische Störungen durch das Zusammenspiel von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren entstehen und aufrechterhalten werden. Zu den biologischen Faktoren gehören z.B. genetische Veranlagungen und körperliche Voraussetzungen. Mit psychischen Faktoren sind unter anderem Persönlichkeitseigenschaften und positive oder negative Erfahrungen gemeint; soziale Faktoren können z.B. die aktuelle Lebenssituation, aber auch Reaktionen des Umfeldes auf das eigene Verhalten sein. Dabei sind Lernprozesse von besonderer Bedeutung, denn in der Verhaltenstherapie wird angenommen, dass problematische Verhaltensweisen erlernt wurden und somit auch wieder verlernt werden können. Es geht jedoch nicht nur um das beobachtbare Verhalten, sondern es spielen auch innere Vorgänge wie Gedanken und Gefühle eine Rolle – daher der Name kognitive Verhaltenstherapie –, die sich gegenseitig beeinflussen können.

In der Therapie wird zunächst eine vertrauensvolle Beziehung und Motivation aufgebaut, bevor gemeinsam erkundet wird, welche Faktoren zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Problematik beitragen. Anschließend legen Patient und Therapeut zusammen die Ziele der Therapie fest und der Therapeut wählt geeignete Interventionsmethoden aus. Diese Methoden basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der (Lern-) Psychologie und umfassen z.B. Selbstmanagement-Techniken, Verstärkerpläne, Expositions- und kognitive Verfahren, aber auch Elterntrainings, denn wichtige Bezugspersonen werden normalerweise in die Therapie miteinbezogen. Die Therapie beschränkt sich aber nicht nur auf die in der Regel wöchentlichen 50-minütigen Sitzungen, vielmehr soll der Patient die erlernten Strategien auch im Alltag ausprobieren und einüben, damit er in die Lage versetzt wird, das problematische Verhalten auch langfristig zu verändern.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine der am häufigsten eingesetzten Therapieformen, da sie sich in vielen wissenschaftlichen Studien sowohl im Einzel- als auch im Gruppensetting als wirkungsvolle Psychotherapiemethode erwiesen hat.

Auch Ansätze der systemischen Therapie sind besonders bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen relevant. So liegt der Schwerpunkt oft auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt. Es ist wichtig, bei psychischen Erkrankungen das gesamte System in die Behandlung miteinzubeziehen, also neben den Bezugspersonen auch Institutionen, wie die Schule oder den Kindergarten, zu berücksichtigen.


Kosten und Vergütung

Kosten

Der monatliche Betrag von ca. 360,00 €, welcher über einen Zeitraum von 36 Monaten gezahlt werden muss, beinhaltet die theoretische Ausbildung und die Einzel-/Gruppenselbsterfahrung.

Die Supervisionsstunden im Rahmen der praktischen Ausbildung werden mit den Supervisorinnen und Supervisoren direkt abgerechnet. Hinzu kommt die Einschreibung als Gasthörer an der Universität Bielefeld (derzeit 100,00 € pro Semester). Die Gesamtkosten betragen etwa 20 200 €.


Vergütung

Die Vergütung der Praktischen Tätigkeit 1 variiert zwischen den kooperierenden Einrichtungen. Die Praktische Tätigkeit 2 in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz für Kinder, Jugendliche und ihre Familien wird mit ca. 15,00 € pro Behandlungsstunde vergütet. Ambulante Behandlungsstunden im Rahmen der Praktischen Ausbildung werden mit ca. 25,00 € vergütet. Hierdurch ist die Refinanzierung der Ausbildungskosten größtenteils möglich.


Finanzierung

Zur Finanzierung besteht außerdem die Möglichkeit der Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG).

Des Weiteren gibt es Finanzierungshilfen, die an spezifische Bedingungen geknüpft sind, aber prinzipiell im Kontext der Finanzierung der Ausbildung in Frage kommen. Diese sind beispielsweise

  • Bildungsscheck und -prämie (muss vor Vertragsabschluss beantragt werden)

  • Ausbildungskosten sind als Werbungskosten mit Verlustvortrag steuerlich absetzbar

  • ggf. Krankenkassenbeitrag zum Satz für Studierende (z.B. TK)

  • Private Krankenversicherung zum Basistarif

  • Wohngeld


Vorteile der Ausbildung am BiKiP

  • Möglichkeit zur Promotion und wissenschaftlichen Weiterentwicklung

  • eigene therapeutische Schwerpunktsetzung, z.B. durch das selbstständige Durchführen vergüteter Forschungstherapien unter Supervision in unserer angegliederten Forschungsambulanz

  • kleine Ausbildungsgruppen

  • Hintergrunddienst

  • individuelle Begleitung des Lernprozesses durch Supervisionen mit Videoeinsatz und Berechtigungsverfahren

  • regelmäßige Evaluation unseres Angebotes und daran orientierte Weiterentwicklung


Studienordnung

Mit einem Klick auf die Verlinkung können Sie hier die aktuelle Studienordnung ansehen und herunterladen.