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Künstlerisch-Kreative Erwerbsarbeit

ist ein von der DFG gefördertes wissenschaftliches Netzwerk, um die Arbeits- und Organisationspraxis in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu untersuchen.
Der gegenwärtige Wandel der Arbeitswelt fordert die analytischen Konzepte der Soziologie derart heraus, dass der traditionelle Zuschnitt des Arbeitsbegriffs in die "Krise" gerät. Zentrale Transformationsprozesse der Erwerbsarbeit lassen sich besonders im Feld der Kultur- und Kreativwirtschaft (KuK) beobachten. Dieser Wirtschaftsbereich gilt als Vorreiter arbeitsweltlicher Entwicklungen, da dort allgemeine Trends von Erwerbstätigkeit frühzeitig sichtbar werden. Die Bedeutung der KuK wurde verschiedentlich hervorgehoben, systematische Analysen des Tätigkeitsfeldes liegen jedoch nur in Ansätzen vor. Das Netzwerk plant, (a) in einem komparativen Vorgehen die empirischen Studien der Netzwerkmitglieder systematisch in Bezug zu setzen und so Spezifika der Arbeitspraxis und Arbeitsstruktur der KuK zu kategorisieren, um damit den Begriff von ?Arbeit? weiterzuentwickeln. Die Aktivitäten des Netzwerks richten sich zudem (b) auf eine internationale Standortbestimmung spezifisch deutscher Diskurse und eine daran anschließende Einbindung einer so konturierten Position in die internationale Diskussion um künstlerisch-kreative Arbeit.
Die Arbeit des Netzwerks strukturiert sich über regelmäßige Treffen, zu denen regelmäßig auch externe Gäste eingeladen werden. Auf diesen Treffen wechseln sich Vorträge mit kritischer Textdiskussion ab. Darüber hinaus fokussiert sich die Arbeit im Netzwerk auf die gemeinsame Analyse eines zentralen Phänomens der KuK, welches aus den vielfältigen Perspektiven der Netzwerkteilnehmenden analysiert werden wird/soll.

 

"GemeinschaftsArbeit": Auftaktworkshop in Bielefeld, 6.-7.3.17

Der Auftaktworkshop war von einem intensiven Austausch über Forschungsfelder und -themen gekennzeichnet. Unsere soziologischen Forschungen zur Arbeits- und Organisationspraxis der KuK zeichnen sich durch diverse thematische Zugänge und Methoden aus, wie etwa praxisanalytische, marktsoziologische, stadtsoziologische, technik- und medienwissenschaftliche Perspektiven oder auch Analysen aus dem Feld der Ungleichheitsforschung. Wir waren uns daher einig, dass das Netzwerk nicht auf ein kohärentes Zentrum zulaufen kann, sondern dass gerade unsere Vielstimmigkeit und Perspektivenvielfalt die Stärke des Netzwerks ist.

 

"TextArbeit": Arbeitstreffen in Berlin, 3.-5.11.17 mit Angela McRobbie

Im Zentrum unserer Aktivitäten in Berlin stand die Diskussion verschiedener Texte, die wir in Beziehung gesetzt aber auch gegeneinander gelesen haben. Unsere Debatten richteten sich dabei vor allem auf das Ausloten des Verständnisses von Kreativität, Praktiken von Kreativität, Bewertung und Unsicherheit Praktiken und das Kreativitätsdispositiv. Zugleich ging es uns auch um eine Diskussion der Frage, inwiefern die KuK exemplarisch für neue Arbeitsordnungen sind und als das Ergebnis von (kultur-)politischen Veränderungen verstanden werden können.
Besonders gefreut hat uns die Teilnahme unseres Gastes Angela McRobbie (Goldsmiths College, University of London). Sie trug zu den "Three Paradigms for Creative Economy Research. Cultural Policy, Space-Labour, Art-Theory" vor und wir nutzen die Gelegenheit für einen intensiven Austausch mit McRobbie.

 

"HörArbeit": Arbeitstreffen in Düsseldorf, 26.-27.4.17 mit Antoine Hennion (Paris)

Unser drittes Treffen fand in Düsseldorf statt. Dank einer Kooperation mit der renommierten Kunstakademie Düsseldorf konnten wir uns zudem in Gesprächen auch mit Kunst-Studierenden intensiv austauschen. Das Treffen stand im Zeichen der Frage nach der Materialität künstlerisch-kreativer Arbeit und unseres Gastes Antoine Hennion (CSI, Mines Paris Tech), der bereits nachmittags an unserem Arbeitstreffen teilnahm. So konnten wir nicht nur anregende Diskussionen mit Hennion führen, sondern er beteiligte sich auch engagiert an unserer Textdiskussion. Seine Perspektiven und Interventionen waren eine große Bereicherung für unsere Diskussionszusammenhänge. Abends hielt er einen Vortrag mit dem Titel "Lessons from Music: How can a Sociologist deal with the Value of Works", zu dem wir zusammen mit Nina Tessa Zahner vom Fachbereich Kunstbezogene Wissenschaften der Kunstakademie eingeladen hatten.

 

Foto Gruppe

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