Arbeitsbereich III 'Sport und Gesellschaft'
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Sportwissenschaft > Redirect Arbeitsbereiche > Arbeitsbereich III > Arbeitsbereich III
  

Aktuelle Forschungsprojekte des Arbeitsbereichs III

+Zurück zur Übersicht

+Zum nächsten Projekt

"Männlicher" Sport - "Weibliche" Identität"

Untersuchungen zur Sportsozialisation und Identitätskonstruktion junger Frauen in männlich dominierten Sportarten

Projektleitung:
Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay / Prof. Dr. Klaus Cachay

Mitarbeiterin:
Dipl.-Sportwiss. Annette Kunzendorf

Laufzeit:
01.09.2000 - 31.08.2001

Auftraggeber / Finanzierung:
Ministerium für Schule, Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen

In den letzten Jahren lässt sich ein enormer Zuwachs von Frauen nicht nur im Sport generell, sondern vor allem auch in jenen Sportarten finden, die zuvor vorwiegend Männern vorbehalten waren, wie z. B. Boxen, Ringen, Bobfahren und Gewichtheben.
Mit dem Projekt soll einerseits der Frage nachgegangen werden, wie die Wege in diese "typischen" Männersportarten verlaufen sind. Andererseits soll herausgefunden werden, wie Frauen die Anforderungen der gewählten "männlichen" Sportart erfüllen und wie sie vor dem Hintergrund ihrer spezifischen Biographie als Frau sowie der Konstruktion von Weiblichkeit in unserer Gesellschaft mit den Anforderungen der jeweiligen Sportart zurechtkommen. Das Projekt fragt zentral nach den Erfahrungen der Frauen in ihren jeweiligen Sportarten und nach den Reflexionsprozessen bei der Konstruktion ihres Selbst als Frau. Es will die Schwierigkeiten und Brüche aufzeigen, aber auch die Chancen für den Aufbau einer spezifischen Identität. Unter Berücksichtigung sowohl der individuellen Bedingungen der jeweiligen Frauen, als auch der strukturellen Bedingungen des Sports, sollen die individuellen Verarbeitungsprozesse des "doing-gender", der sozialen Konstruktion von Geschlecht, in der jeweiligen Sportart sichtbar gemacht werden.

Den theoretischen Rahmen bildet ein sozialisationstheoretischer Ansatz, bei dem davon ausgegangen wird, daß sich individuelle Voraussetzungen und soziale Bedingungen wechselseitig beeinflussen. Den strukturellen Bedingungen der einzelnen Sportarten kommt dabei besondere Bedeutung zu. Innerhalb dieses theoretischen Rahmens werden ferner Theorien der sozialen Konstruktion von Geschlecht sowie spezifische Identitätstheorien angewandt.

Untersucht werden neun verschiedene sogenannte männlich dominierte Sportarten, nämlich Boxen, Kugelstoßen/Hammerwerfen, Military-Reiten, Gewichtheben, Ringen, Eishockey, Fußball, Bobfahren sowie Mountainbiken.
Durch eine Analyse trainingswissenschaftlicher Literatur und unterstützt durch Experteninterviews werden zunächst die Anforderungsprofile jeder Sportart erarbeitet. Mit Hilfe problemzentrierter Interviews sollen dann jeweils 3 Spitzensportlerinnen aus jeder Sportart auf die spezifischen Strategien der Identitätskonstruktion als Frau in der jeweiligen Sportart hin befragt werden. Die Auswertung der Interviews erfolgt durch eine qualitative Inhaltsanalyse.

 

 

+Zurück zur Übersicht

+Zum nächsten Projekt