Arbeitsbereich III 'Sport und Gesellschaft'
 
 
Hintergrundbild
Hintergrundbild
Uni von A-Z
Universität Bielefeld > Sportwissenschaft > Redirect Arbeitsbereiche > Arbeitsbereich III > Arbeitsbereich III
  

Aktuelle Forschungsprojekte des Arbeitsbereichs III

+Zurück zur Übersicht

+Zum nächsten Projekt

Verbundsysteme in der Nachwuchsförderung

Eine Analyse der strukturellen Kopplung von Schule und Leistungssport in NRW

Projektleitung:
Prof. Dr. Klaus Cachay / Prof. Dr. Ansgar Thiel

Mitarbeiter:
Dipl.-Sportwiss. Arne Halle / Dipl.-Sportwiss. Hilke Teubert

Laufzeit:
31.10.2001 bis 30.11.2003

Auftraggeber / Finanzierung:
Ministerium für Städtebaiu, Wohnen, Kultur und Sport NRW
 

Die Achillesferse des Spitzensports ist die Nachwuchsförderung. Nur wenn es gelingt, sportliche Talente frühzeitig zu entdecken und behutsam aufzubauen, lassen sich sportliche Höchstleistungen erzielen! Dabei gilt es allerdings, ein zentrales Problem zu überwinden: die Doppelbelastung der Nachwuchssportlerinnen und -sportler, die daraus resultiert, dass diese immer zugleich auch Schülerinnen und Schüler sind. Die jungen Athletinnen und Athleten sind nämlich einer ständigen "Hochkostensituation" ausgesetzt: sie müssen möglichst hervorragende Leistungen im Sport und in der Schule erbringen. Diese Doppelbelastung soll durch die landesweite Einrichtung so genannter Verbundsysteme, also Partnerschulen des Leistungssports mit und ohne Sportklassen sowie Eliteschulen des Leistungssports verringert werden.

Erfolgreiche Talentrekrutierung, -betreuung und -förderung setzen also eine effiziente Kopplung von Schule und Förderungseinrichtungen voraus, und zwar in den unterschiedlichsten Bereichen, wie z.B.

 

  1. bei der zeitlichen Koordinierung schulischer Aufgaben mit leistungssportlichen Anforderungen (z.B. Schulstunden, Prüfungstermine, Training, Wettkämpfe),
  2. hinsichtlich einer sachlichen Unterstützung von Talenten bei der Bewältigung ihrer schulischen und leistungssportlichen Aufgaben (z.B. Nachhilfeunterricht, Talentberatung, motorische Tests),
  3. hinsichtlich einer sozialen Unterstützung von Talenten bei der Bewältigung ihrer schulischen und leistungssportlichen Aufgaben (Zugang zu medizinischer Betreuung, psychosoziale Beratung, Koordinierung von Training/Schule/Familie, Beratung von Trainern und Lehrern).

 

Das Forschungsprojekt "Verbundsysteme in der Nachwuchsförderung" geht der Frage nach, ob und in welchem Maße die strukturelle Kopplung zwischen Schule und Leistungssport tatsächlich gelingt, ob es den Nachwuchssportlern also möglich ist, die Anforderungen der Schule und des Leistungssports gleichermaßen zu bewältigen. Dabei stehen folgende Aspekte im Mittelpunkt:

 

  1. Welche Probleme sind hinsichtlich einer Verbindung von Leistungssport und Schule prinzipiell zu erwarten?
  2. Inwieweit sind Verbundsysteme in der Lage, Schule und Leistungssport erfolgreich zu koordinieren, um so eine effiziente Talentförderung bei gleichzeitiger Sicherung der Schullaufbahn und der Persönlichkeitsentwicklung garantieren zu können?
  3. Entsprechen die in Nordrhein-Westfalen vorhandenen Verbundsysteme den Kriterien des DSB und der KMK und inwieweit sind diese Kriterien von Relevanz für die praktische Umsetzung der Konzepte?

 

Im Rahmen dieser mehrjährigen Studie wurden sieben Verbundsysteme in NRW "fallanalytisch" sowohl qualitativ als auch quantitativ untersucht. Bei diesen sieben Fallstudien handelt es sich in drei Fällen um so genannte "Partnerschulen des Leistungssports". Darunter ist ein Kooperationsverbund von Sportvereinen bzw. -verbänden mit einer weiterführenden Regelschule zu verstehen. Drei Verbundsysteme gehören zum Verbundtypus "Sportbetonte Schulen", was bedeutet, dass die zentrale Kooperationsschule eigens Sportklassen und Sportzüge eingerichtet hat. Die siebte Fallstudie ist ein "Mischmodell", hier sind sowohl zwei Sportbetonte Schulen als auch eine Partnerschule am Standort vorhanden. Zu erwähnen ist außerdem, dass drei der untersuchten Standorte zum Untersuchungszeitpunkt als so genannte "Eliteschulen des Sports" ausgezeichnet waren.
Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 503 Fragebögen von Athleten und deren Eltern ausgewertet. Darüber hinaus wurden 63 qualitative Interviews geführt, und zwar mit den Vertretern aller relevanten Gruppen auf der normativen und operativen Ebene der Verbundsysteme, angefangen bei Vertretern der am Projekt beteiligten Ministerien, Sportverbände und Olympiastützpunkte, über Schulleiter, Lehrer und Trainer bis hin zu Koordinatoren der Verbundsysteme.

 

 

+Zurück zur Übersicht

+Zum nächsten Projekt