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Cachay, K./ Bahlke, S./ Mehl, H.
"Echte Sportler" - "Gute Soldaten"
Die Sportsozialisation des Nationalsozialismus im Spiegel von Feldpostbriefen
Weinheim: Juventa 2000
ISBN 3-7799-1130-2
Preis: 40,00

Kurzreferat:
Deutsche Soldaten haben im Zweiten Weltkrieg "bis zum bitteren Ende" durchgehalten. Das zeugt von der Rigidität des durch den Nationalsozialismus erzeugten Einstellungsgefüges. Neben Schule, Elternhaus und genuin nationalsozialistischen Organisationen als Sozialisationsinstanzen trug nicht zuletzt der bürgerliche Vereinssport zur "Gleichschaltung" der Gesellschaft bei. Dort wurde ein ideologischer Rahmen transportiert, in dem sich die Rollenideale des "echten Sportlers" und des "guten Soldaten" unlösbar miteinander verknüpften. Das Fallbeispiel eines kleinstädtischen Turnvereins dokumentiert sein hohes sozialisatorisches Potenzial für den lokalen Raum. Er erweist sich als Wegbereiter des Nationalsozialismus und erliegt später dem Gleichschaltungsgebot. Entsprechend zeugen Mitteilungen aus Feldpostbriefen der sozialisierten Sportler davon, dass es offenbar gelungen war, den semantischen Horizont des Sports in einem spezifisch nationalsozialistischen Sinne zu rekonstruieren, womit sich eben gerade Sportler in besonderer Weise zur Übernahme der Soldatenrolle verpflichtet fühlten. Zwar mag es dabei letztlich auch dem Nationalsozialismus nie vollständig gelungen sein, den Sport seiner privatistischen und genuin sportlichen Aspekte zu entkleiden - einen Gebrauch hiervon, der den Zirkel des "gleichgeschalteten" Bewusstseins hätte durchbrechen können, haben die Autoren der untersuchten Feldpostbriefe jedoch nicht gemacht.

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