Universität Bielefeld

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Universitätsgesellschaft
Bielefeld

40 Jahre Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft

Begleitung des Aufbaus der Universität

Die Universität wächst auch physisch. Das Gelände des Universität ca. 1967 (oben), 1973 (Mitte) und 1975 (unten).

 

Foto links: Begleitung des Projekts „Reformuniversität“ durch die Öffentlichkeit. Der WDR-Reporter Werner Höcker (mit Mikro) im Interview mit Helmut Schelsky (rechts) und Rudolf August Oetker, im Januar 1966.
Foto rechts: Unmittelbar nach der Standortentscheidung traf sich am 13. Juni 1966 der Gründungsausschuss der Universität mit Vertretern der Stadt und des Landkreises Bielefeld sowie Vertretern der Universitätsgesellschaft auf der Sparrenburg in Bielefeld.





Mit der Gründung der Universitätsgesellschaft am 29. Januar 1966 war neben dem Gründungsausschuss der Universität ein sehr wichtiges Gremium für die neue Hochschule entstanden. Besonders in den Aufbaujahren war die Universitätsgesellschaft in materieller und ideeller Hinsicht eine der treibenden Kräfte und Förderer der Universitätsneugründung. Die Gesellschaft wurde so zu einem wichtigen Bindeglied zwischen der Universität und der Stadt bzw. der Region. Die Mitgliederentwicklung der Gesellschaft verlief überaus positiv. Am Tag der Standortentscheidung am 6. Juni 1966, hatte sie 38 natürliche und 22 nicht-natürliche Mitglieder. Bereits vor der Aufnahme des Lehrbetriebs der Universität im November 1969 war diese Zahl auf über 300 Mitglieder gewachsen.




Rechts: Die erste Mitgliederliste der Universitätsgesellschaft, vom 6. Juni 1966, dem Tag der endgültigen Entscheidung für den Standort Bielefeld.
Titelblatt und Vorwort des dritten und leider letzten Mitteilungsblatts der Universitätsgesellschaft vom April 1970.
Im Rahmen der "Vortragsreihe der neuen Universität" (durchgeführt 1968 bis 1971 in verschiedenen Städten Ostwestfalen-Lippes) berichteten prominente Mitglieder aus Gründungsausschuss und Wissenschaftlichem Beirat, später auch der Universität, über den Stand der Planungen und die Gestalt der neuen Hochschule. Drei aufwändig gestaltete Mitteilungshefte der Universitätsgesellschaft (Heft 1 vom Oktober 1966, Heft 2 vom Oktober 1968 und Heft 3 vom April 1970) dokumentierten die Planungen und den Aufbau der Universität, stellten Protagonisten der in Gründung begriffenen Hochschule vor und trugen zur Verankerung und Akzeptanz der neuen Universität in der Region bei.
Linkes Foto: Die dritte Mitgliederversammlung der Universitätsgesellschaft am 15. Dezember 1967 in Herford. Von links: Ernst-Joachim Mestmäcker, Kurt Schober, Rudolf August Oetker, Werner Glahe, Herbert Hinnendahl, Heinz zur Nieden und Ernst Graumann.
Rechtes Foto: Hermann Lübbe, Professor für Philosophie, Mitglied des Gründungsausschusses der Universität Bielefeld und Staatssekretär im Kultusministerium, und Helmut Schelsky auf der Mitgliederversammlung in Herford.
Links: Interview des "Ruhr-Student", Studentenzeitung für Nordrhein-Westfalen, mit Rudolf August Oetker im Oktober 1967.
Mit der Eröffnung der Universität aber überließ die Universitätsgesellschaft der Universität selbst das Feld in puncto Öffentlichkeitsarbeit und 'public relations‘ und verfolgte die satzungsmäßigen Ziele eher im Verborgenen. Insbesondere der erste Vorsitzende der Universitätsgesellschaft Rudolf August Oetker engagierte sich über das Normalmaß hinaus. So ermöglichte er der im Aufbau befindlichen Fakultät für Chemie das Arbeiten in den Räumlichkeiten der Fa. Oetker bereits in den Jahren vor Inbetriebnahme der universitären Laborräume. Als die Universität 1976 den letzten Bauabschnitt des neuen Universitätshauptgebäudes bezog und sich damit zumindest räumlich etablierte, konnte die Universitätsgesellschaft bereits ihr zehnjähriges Jubiläum feiern.
Abbildung rechts: Dank für die in der Aufbauphase der Fakultät für Chemie geleistete Unterstützung. Schreiben des Prorektors für Forschung, Prof. Dr. Grützmacher, an die Fa. Dr. August Oetker vom 3. Januar 1975.
Links: Schlüsselübergabe für das Aufbau- und Verfügungszentrum der Universität am 1. Dezember 1969. Prorektor Karl Peter Grotemeyer und Landesbauminister Hermann Kohlhase. Im Hintergrund ein sichtlich zufriedener Herbert Hinnendahl.


Zitate aus dem Grußwort Rektor Grotemeyers zum 10jährigen Bestehen der Universitätsgesellschaft am 3. Dezember 1976

Die feierliche, gemeinsame Erinnerung an die zurückliegenden zehn Jahre des Bestehens der Gesellschaft ist schon ein besonderes Ereignis, wenn ihre Universität gerade erst angefangen hat, ihre Provisorien abzubrechen und sich im neuen Hauptgebäude häuslich einzurichten. ... Wenn wir uns die bisherige Förderungspolitik der Universitätsgesellschaft ins Gedächtnis rufen, dann sehen wir, daß dieses sehr bunte Programm – mit Schwerpunkten im kulturellen und musischen Bereich – nicht so sehr langfristige Förderung der Lehre oder gar Forschungsförderung war, sondern vielmehr auf kurzfristigen Maßnahmen bestand, Maßnahmen einer Feuerwehr des Wissenschaftsbetriebs. ...
Ich spreche der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft den Dank der Universität Bielefeld aus, daß sie aus dem Haufen von 1000 Wünschen 999 erfüllt hat und davon abgesehen hat, eine auf wenige Prioritäten beschränkte anspruchsvolle Förderungspolitik zu verfolgen.


Oben: Zehn Jahre Universitätsgesellschaft am 3. Dezember 1976 im ZiF mit Festredner Dr. Eberhard Böning vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft.