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40 Jahre Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft

Der Karl Peter Grotemeyer-Preis für gute Lehre

Erster Preisträger des Karl Peter Grotemeyer Preises und einziger Inhaber aller Förderpreise der Universitätsgesellschaft, war Matthias Raith. Raith, Jahrgang 1960, studierte von 1980 bis 1987 Wirtschaftswissenschaften an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld und an der New York University, Graduate School of Arts and Sciences. Anschließend war er zunächst Wissenschaftlicher Angestellter und nach seiner Promotion im Jahr 1992 (Thema: "Strategic Economic Policy - a modular approach“) Wissenschaftlicher Assistent an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld. In den Jahren 1993, 1994 und 1995 war er Visiting Professor New York University, Faculty of Arts and Science, Department of Economics. 1998 habilitierte er sich mit der Schrift "Fair Negotiation Procedures“, war danach Lehrstuhlvertreter an der LMU in München und Oberassistent am Institut für Mathematische Wirtschafts-forschung der Universität Bielefeld, bevor er im Jahr 2000 einen Ruf an die Otto von Guericke-Universität in Magdeburg annahm. Dort ist er heute noch am Lehrstuhl für Entrepreneurship tätig und erhielt im Jahr 2003 ebenfalls einen Preis für gute Lehre. Matthias Raith brachte das Kunststück fertig alle drei Förderpreise der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft zu erhalten. 1992 erhielt er den Dissertationspreis, 1997 den Karl Peter Grotemeyer-Preis und schließlich 1999 den Habilitationspreis der Universitätsgesellschaft.
Professor Karl Peter Grotemeyer war Rektor der Universität Bielefeld vom 5. März 1970 bis zum 30. September 1992. Er gilt mit dieser Amtszeit als dienstältester Rektor der Bundesrepublik, der neben den vielfältigen Belastungen an der Spitze der Universität ein begeisterter und begeisternder Hochschullehrer war.

Die Universitätsgesellschaft nahm ältere Überlegungen des Kuratoriums, einen Preis für besonders gute Lehre zu vergeben, und einen Vorschlag des Rektorats auf und stiftete 1998 den mit 3.000 Euro dotierten "Karl Peter Grotemeyer-Preis - Für hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre“.

Vorgeschlagen werden sollen Lehrende, denen es in besonderer Weise gelingt Studierende zur Mitgestaltung von Lehrveranstaltungen anzuregen Studentinnen und Studenten gleich zu behandeln komplizierte Sachverhalte klar darzustellen Studierende auch in Forschungsprozesse einzubeziehen aktuelle Lehre und Berufspraxis zu verknüpfen fachübergreifende Aspekte darzustellen bei schriftlichen Arbeiten zu beraten und zu betreuen Studienfreude zu wecken und zu fördern bei der Studien- und Prüfungsorganisation zu helfen. Der Preis soll promovierten und/oder habilitierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, die Mitglieder der Universität Bielefeld und nicht alter als 40 Jahre sind, verliehen werden, wobei alle Studierenden der Universität Bielefeld Vorschläge einreichen können. Überreicht wird der Preis in der Regel im Rahmen des Jahresempfangs der Universität.

Prof. Dr. Karl Peter Grotemeyer

1927 in Osnabrück geboren, studierte Karl Peter Grotemeyer in Göttingen Mathematik, Physik und Astronomie. Der Promotion 1951 und der Habilitation 1954 folgte eine vierjährige Assistententätigkeit an der TU Berlin, bevor Grotemeyer 1958 Professor und Direktor des Mathematischen Instituts der FU Berlin wurde. Dort hatte er sich bereits einen Namen als begeisterter und begeisternder Hochschullehrer gemacht, ehe er 1969 einen Ruf an die neu gegründete Universität Bielefeld annahm, deren Wissenschaftlichem Beirat er seit 1965 angehört hatte.

Im März 1970 wurde Grotemeyer zum Rektor der Bielefelder Universität gewählt, ein Amt das er - Rekord in der bundesrepublikanischen Geschichte - bis zu seiner Emeritierung 1992 innehatte.
Auch während seiner Amtszeit als Rektor ließ er es sich nicht nehmen, Vorlesungen zu halten und Generationen von Studierenden zu prüfen.

Seine Popularität als Hochschullehrer nahm die Westfälisch-Lippische Universitätsgesellschaft 1997 zum Anlass, einen Preis für hervorragende Leistungen und besonderes Engagement in der Lehre nach Karl Peter Grotemeyer zu benennen.
Die Universität ehrte Karl Peter Grotemeyer 1992 mit der Ehrensenatorwürde. Die Stadt Bielefeld verlieh ihm den Ehrenring und die Ehrenbürgerwürde.


Ausschreibungsflugblatt für den Grotemeyer-Preis 2006
Rechts: Vorschlag der Studierenden für die Preisträgerin des Jahres 2002, Dr. Karin Aguado-Padilla (Foto unten links).
Fotos unten: Während der Laudatio auf die Preisträgerin Aguado-Padilla zeigten Studierende ihres Lernbereichs während des dritten Jahresempfangs der Universität im Audimax am 14. Juni 2002, warum sie den Preis verdient.