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Der Preisträger des "Karl Peter Grotemeyer-Preises 2006"

Prof. Dr. Thomas Koop
geb. 1967
Fakultät für Chemie

"... wenn ausländische Studierende anwesend sind, hält er seine Vorlesungen auch auf Englisch und fördert internationale Kontakte der Universität Bielefeld zu China ... er kümmert sich nicht nur um Studierende, sondern beteiligt sich auch Projekten wie der 'Kinder-Uni' und koordiniert die Graduate School."

Prof. Dr. Thomas Koop,
Preisträger des Karl Peter Grotemeyer-Preises 2006.

Im Rahmen des 7. Jahresempfangs der Universität Bielefeld wurde der mittlerweile zehnte Preisträger mit dem Karl Peter Grotemeyer-Preis für hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft ausgezeichnet. Der mit 3000 Euro dotierte Preis geht in diesem Jahr an den Professor für Physikalische Chemie, Dr. Thomas Koop.

Koop, am 3. April 1967 in Hornberg/Niederrhein geboren, studierte von 1987 bis 1992 Chemie an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, fertigte seine Dissertation in der Abteilung Atmosphärenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz bei P. J. Crutzen an und wurde 1996 promoviert. Anschließend verbrachte er knapp zwei Jahre als Postdoktorand am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge (MIT, USA). Von dort wechselte er zur ETH Zürich und war dort seit 2001 Oberassistent am Institut für Atmosphäre und Klima. Koop ist mehrfach ausgezeichnet worden: Von 1990 bis 1992 war er Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, 1997 erhielt er ein Auslandsstipendium der Max-Planck-Gesellschaft, die ihm 1997 auch die Otto-Hahn-Medaille verlieh. 1997/1998 war er Feodor-Lynen-Stipendiat der Humboldt-Stiftung, 1998 auch Otto-Hahn-Stipendiat der Max-Planck-Gesellschaft. Im Jahr 2002 erhielt Koop ein Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung. Zudem wurde er, als eine ganz besondere Auszeichnung, in die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina berufen. Die Forschungsschwerpunkte von Thomas Koop, der Mitbegründer und Mitherausgeber der Zeitschrift „Atmospheric Chemistry and Physics“ ist, befinden sich auf den Gebieten der Thermodynamik wässriger Lösungen und der Kinetik von Phasenbildungsprozessen, Phänomene der Selbstorganisation in kondensierter Phase oder an Oberflächen, insbesondere im Zusammenhang mit Effekten der Wasserstoffbrückenbindung.

In ihrer Laudatio auf den Preisträger hoben die Studentinnen Melanie Nack und Britta Isken hervor, dass seine Vorlesungen immer interessant seien, er intensiv auf die Studierenden eingehe, alles sehr ausführlich erkläre und darüber hinaus Forschungspraktika in seinen Arbeitsgruppen anbiete. Mit ihrer Meinung stehen die beiden Biochemie-Studentinnen nicht alleine da. Immerhin haben fast ein Drittel aller Chemie-Studierenden den Vorschlag für Thomas Koop mitunterzeichnet.

Koop, der im „Chemopolitan“, der Fachschaftszeitung der Fakultät für Chemie, regelmäßig Bestnoten für seine Lehrveranstaltungen erhält, empfindet die Preisverleihung als große Ehre. „Es ist wichtig, dass die Studenten die Sachen, die ich ihnen vermitteln möchte, aufnehmen und behalten“, betonte er gegenüber der Neuen Westfälischen. Deshalb greife er mitunter zu ungewöhnlichen Mitteln, um chemische Grundprinzipien zu erläutern. Der griff in die Tiefkühltruhe zu einer Tiefkühlpizza helfe zum Beispiel zu veranschaulichen, wie chemische Reaktionen von Temperaturen abhängen.

Der in Werther lebende dreifache Familienvater schätzt an der Universität Bielefeld die fakultätsübergreifende Zusammenarbeit mit seinen Kollegen.

Quellen: Bielefelder Universitätszeitung 217/2004, S. 53; Uni-Erwin der Neuen Westfälischen, WS 2006/07, S. IV