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Die Preisträgerin des "Karl Peter Grotemeyer-Preises 2011"

Dr. Maria Kronfeldner
geb. 1975
Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Abt. Philosophie

„Frau Kronfeldner verbindet innovative Lehrkonzepte, höchste fachliche Kompetenz und internationale Reputation sowie ein ehrliches Interesse an einem gleichberechtigten Dialog mit allen Studierenden und die ungemeine Fähigkeit mit der eigenen Begeisterung und Freude Studierende zu motivieren, in einer Art und Weise miteinander, die Ihresgleichen sucht.“

Dr. Maria Kronfeldner,
Preisträgerin des Karl Peter Grotemeyer-Preises 2011.

 Traditionell wurde im Rahmen des Jahresempfangs am 7. Oktober 2011auch der Karl Peter Grotemeyer-Preis für hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre verliehen – gestiftet von der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft. Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt in diesem Jahr die Philosophin Dr. Maria Kronfeldner.

Maria Kronfeldner ist seit 2010 Juniorprofessorin für Philosophie mit dem Schwerpunkt Philosophie der Lebenswissenschaften an der Universität Bielefeld, wo sie zuvor zwei Jahre als Wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig war. Kronfeldner, 1974 in Straubing geboren, hat an der Universität Regensburg studiert und promoviert. Anschließend forschte sie am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin, bevor sie 2008 nach Bielefeld kam.

Ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Preisträgerin ist die Philosophie der Lebenswissenschaften, zu der sie über die Beschäftigung mit der Philosphie der Kreativität und über die Kombination ihres philosophischen Interesses und ihrer künstlerischen Aktivitäten gekommen ist. Im Augenblick hat sie ein neues Projekt zur Bedeutung, Form und Funkltion der "natur-nurture divide" in den Lebenswissenschaften begonnen.

In ihren Lehrveranstaltungen legt sie Wert darauf, dass die Studierenden mit ihren Unsicherheiten ernst genommen werden, dass sie selbst aktiv studieren und ihre eigenen Kompetenzen entwickeln. Ihr Projekt „Handwerk Philosophie“ wird als Beispiel für „Exzellente Lehre“ mit Mitteln des gleichnamigen Programms gefördert, für das die Universität Bielefeld 2009 vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft ausgezeichnet wurde. Im Vorschlag der Philosophiestudierenden Stephan Kopsieker, Johannes Westkamp und Annele Streit - das Vorschlagsrecht für den Karl Peter Grotemeyer-Preis liegt bei den Studierenden - heißt es, Kronfeldner „verbindet innovative Lehrkonzepte, höchste fachliche Kompetenz und internationale Reputation sowie ein ehrliches Interesse an einem gleichberechtigten Dialog mit allen Studierenden und die ungemeine Fähigkeit mit der eigenen Begeisterung und Freude Studierende zu motivieren, in einer Art und Weise miteinander, die Ihresgleichen sucht.“ Und weiter: "Ihre fachliche Kompetenz und ihre Fähigkeit komplexe Probleme verständlich zu vermitteln, drücken sich einerseits in der exzellenten Textauswahl und andererseits in ihrer engagierten, offenen Art aus, möglichst alle offenen Fragen der Studierenden gemeinsam zu klären."

In ihrer Laudatio auf die Preisträgerin betonten Stephan Kopsieker und Johannes Westkamp, dass es Maria Kronfeldner gelungen sei, Forschung und Lehre tatsächlich zu verbinden. Sie unterstrichen das persönlichen Engagement der Preisträgerin, mit dem sie sich für alle Studenten einsetze. Die Studierenden, so die Laudatoren, würden in die Planung der Seminare einbezogen, in denen das selbständige Erarbeiten philosophischer Themen die Grundidee sei und in denen durch die Orientierung an den Standards internationaler Tagungen eine forschungsnahe Situation geschaffen werde. Aus Sicht der Studeirenden helfe die Preisträgerin dabei, dass Hochschulbildung nicht nur einer Elite zur Verfügung stehe, weil sie alle bewusst einbeziehe.

Maria Kronfeldner gab das Lob in ihrer kurzen Dankesrede umgehend an die Studierenden und die Universität zurück. Natürlich brauche es für gute Seminare und gute Lehre auch Studierende, die trotz mancher Unsicherheit bereit seien, aktiv mitzuarbeiten und eigene Kompetenzen zu entwickeln. An der kleinen Abteilung Philosphie in einem auf manche wenig einladend wirkenden Gebäude, das aber im Gegenteil zu interdisziplinärer Arbeit auffordere und diese problemlos möglich mache, habe sie sich von Anfang an ausgesprochen wohl gefühlt. Die Kollegen, die Studierenden, aber auch die Verwaltung seien so offen wie ihre Bürotüren.

Auf ihrer Internetseite kann man ein Zitat von Johann M. Himmelstoß lesen: "Wissen ist, wie der Frieden, eines der wenigen Dinge dieser Welt, die mehr werden, indem man sie teilt." Maria Kronfeldner teilt dieses Wissen offenbar gern und gut, wie die Auszeichnung mit dem Karl Peter Grotemeyer-Preis für besonderes Engagement in der Lehre beweist.