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Die Preisträgerin des "Karl Peter Grotemeyer-Preises 2003"

Prof. Dr. Friederike Schmid
Geb. 1966
Fakultät für Physik

"... ihr liegt viel daran, die Studierenden frühzeitig an Forschung heranzuführen. Sie bietet die Möglichkeit, in den Semesterferien durch Kurzprojekte (Miniforschung) an der Arbeit ihrer Forschungsgruppe teilzunehmen. Ihre Tür steht den Studierenden jederzeit offen ..." 

Die Preisträgerin des "Karl Peter Grotemeyer-Preises" 2003,
Prof. Dr. Friederike Schmid.

Im Rahmen des Jahresempfangs im Audimax der Universität Bielefeld am 23. Mai 2003 verlieh der Vorsitzende der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft, Ortwin Goldbeck, den "Karl Peter Grotemeyer-Preis 2003" an die Physikerin Prof. Dr. Friederike Schmid. Der Geschäftsführer der Universitätsgesellschaft Prof. Dr. Helmut Steiner betonte, dass die aus Studierenden und Vertretern des Lehrkörpers sowie der Universitätsgesellschaft bestehende Jury einhellig für die Physikprofessorin votiert habe. Marc Löllmann und Martin Weinhold hielten stellvertretend für die Studierenden, die die Physikprofessorin vorschlugen, die Laudatio auf die Preisträgerin.

Friederike Schmid, 1966 in Stuttgart geboren, besuchte die Schule in Grenoble und Dormagen, wo sie 1984 das Abitur machte. Anschließend studierte sie Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie 1989 das Diplom ablegte. Der Promotion an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Jahre 1991 folgte ein zweijähriger Aufenthalt Postdoc-Aufenthalt in Seattle. Nach Mainz zurückgekehrt habilitierte sie sich dort im Jahre 1997 im Fach Theoretische Physik. Nach einer Tätigkeit am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz ist die diesjährige Grotemeyer-Preisträgerin seit 2000 Professorin für Theoretische Physik (Arbeitsgruppe: Theorie der kondensierten Materie)an der Universität Bielefeld.

Über 50 Publikationen in den letzten zehn Jahren zeigen, dass Friederike Schmid Forschung und Lehre sowie der Blick in die Nachbarwissenschaften Chemie und Biologie gleichermaßen reizen. Im Sonderforschungsbereich "Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen", der letztes Jahr zusammen mit den Bielefelder Biologen und Chemikern gestartet ist, hat sie gleich mehrere Teilprojekte übernommen. Ihr eigentliches Arbeitsgebiet ist ein Grenzgebiet zwischen Physik, Chemie und Biologie, die sogenannte "weiche kondensierte Materie", also Materialien, die aus großen flexiblen Molekülen bestehen, die in vieler Hinsicht nur lose miteinander verbunden sind. Die meisten Materialien der Natur und alle Kunststoffe fallen in diese Klasse. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Dinge, die uns tagtäglich begegnen und beschäftigen, wie z. B. die Struktur von Membranen mit eingelagerten Eiweißen (Proteinen), die Mustererkennung von Molekülen, wie z. B. von Antikörpern, was bei der Immunabwehr eine Rolle spielt, oder Flüssigkristalle, die z. B. bei LCD-Anzeigen zu finden sind.

Dass sich die Physikerin in Bielefeld wohlfühlt, obwohl sie hier ihren Hobbys Bergwandern und Skifahren nicht so recht nachkommen kann, mag daran liegen, dass man auch in Bielefeld Cello spielen kann und sie die gebirgigen Seiten des Teutoburger Waldes noch zu entdecken hofft. Besonders aber mag dazu der bei Wissenschaftlern gute Ruf der Gesamtuniversität beigetragen haben sowie die Arbeitsbedingungen in der Fakultät für Physik, die geprägt sind von überschaubaren Studierendenzahlen und - daraus resultierend - einem persönlicheren Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden. Auch wenn die Arbeitsgruppe von Friederike Schmid mittlerweile recht groß geworden ist, kennt sie Leute in ihrem Bereich und kann ihren Werdegang verfolgen.

Die Studierenden, die Friederike Schmid für den Grotemeyer-Preis vorschlugen, lobten insbesondere die exzellent strukturierten Lehrveranstaltungen, die motivierende, anregende und klare Vortragsweise und die sehr guten didaktischen Fähigkeiten der Preisträgerin. Sie fühlten sich in den Veranstaltungen ernst genommen sowie entgegenkommend und freundlich behandelt. Über den Preis für "hervorragende Leistungen und persönliches Engagement in der Lehre" hat sich die Physikprofessorin sehr gefreut und fühlt sich geehrt, auch wenn sie sich selbst nicht mehr unbedingt als Nachwuchswissenschaftlerin sieht, für die der Preis ausgeschrieben wird. Die Preisverleihung ist aber auf jeden Fall ein Beleg für den Spaß an der Lehre, der bei Friederike Schmid schon immer da war. Ohne die Vermittlung des Faches in der Lehre, so die Preisträgerin, hätte sie sich kaum für eine Hochschullehrerlaufbahn entschieden.

In ihrem Dank an die Studierenden und die Universitätsgesellschaft betonte Friederike Schmid, dass es ihr nicht schwer falle, interessante Lehrveranstaltungen anzubieten. Physik sei nun einmal ein ungemein spannendes Fach.