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Internationalisierung der Universität Bielefeld 2020- 2024

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Prof'in Dr. Angelika Epple

Prof'in Dr. Angelika Epple

Vice-rector for Research and International Affairs

E-Mail
pro-fi@uni-bielefeld.de
Phone
+49 521 106-4071
Office
UHG U7-216

Bielefeld University

November 2020

Re-Thinking Internationalisation – shaping the new higher education landscape by connecting people worldwide – physically and virtually

Unser Anspruch

Die Universität Bielefeld ist eine international erfolgreiche und global vernetzte Institution. Ein Markenzeichen ist die feste Verankerung von Internationalisierung in allen Bereichen der Universität. Sie versteht sich als gesellschaftlicher Reflexionsraum, der von internationalem Austausch und kultureller Offenheit geprägt ist. Die Universität Bielefeld ist in mehreren Forschungsfeldern Spitzenstandort mit hoher internationaler Sichtbarkeit, Relevanz und Attraktivität für Wissenschaftler*innen aus dem Ausland. Jährlich begrüßt sie mehrere hundert Gastwissenschaftler*innen sowie Studierende aus der ganzen Welt in Bielefeld. Dazu zählen auch gefährdete und geflüchtete Forschende, die die Universität als Mitglied des Scholars at Risk Network unterstützt, und geflüchtete Studieninteressierte und Studierende. Zahlreiche Kooperationsprogramme, englisch- und mehrsprachige Studiengänge, Double Degree-Programme sowie Studiengänge mit International Track bereiten Studierende und junior scholars aus dem In- und Ausland auf den internationalen Arbeitsmarkt vor. Damit erwerben sie interkulturelle Kompetenzen in einem von Diversität geprägten Umfeld.

Integrierte Internationalisierungsstrategie („Comprehensive Internationalisation“)

Die Universität Bielefeld versteht Internationalisierung als einen Prozess der Veränderung, der alle Bereiche universitären Lebens – Wissenschaft & Forschung, Studium & Lehre, Verwaltung & Planung – betrifft. Sie lebt von und mit den international kooperierenden Wissenschaftler*innen und Studierenden und gründet in der lebendigen, stets lokal eingebetteten persönlichen Interaktion. Internationalisierung zuhause und die Internationalisierung außerhalb Deutschlands sind daher zwei unterschiedliche Facetten einer integrierten Internationalisierungsstrategie, die permanent weiterentwickelt wird. Internationalisierung ist somit bereits heute und wird in Zukunft in einem noch höheren Maße – wie Gleichstellung, Diversität/Inklusion und Digitalisierung – ein zentrales Querschnittsthema der Universität Bielefeld sein, zu dem alle ihre Mitglieder beitragen. Internationalisierung muss in einer sich verändernden Welt immer wieder neu gedacht, umgestaltet, angeregt und bezüglich der jeweiligen Bedürfnisse vor Ort überprüft werden: Re-Thinking Internationalisation.

Ziele und Maßnahmen 2020-2024

Die wichtigsten Schwerpunkte der Internationalisierung in den kommenden Jahren bilden

  • erstens die Fortführung der weltweiten Kooperationen und Vertiefung der internationalen Netzwerkbildung sowie der Aufbau neuer europäischer Netzwerke,
  • zweitens die Steigerung der Mobilität – physisch und virtuell – in Studium, Lehre und Forschung und
  • drittens die Unterstützung von internationaler Spitzenforschung und herausragenden Wissenschaftler*innen.

Dabei wird der Austausch in Forschung und Lehre von Menschen aus der ganzen Welt – sowohl physisch als auch virtuell – zunehmend bedeutsam und stellt zugleich eine wichtige Voraussetzung für die Internationalisierungsmaßnahmen an der Universität Bielefeld dar.

1. Konsolidierung bestehender internationaler Netzwerke und Partnerschaften sowie Aufbau neuer Netzwerke mit Schwerpunkt Europa

Internationalisierung ist ein dynamischer Prozess, der unterschiedliche Formen der internationalen Kooperation umfasst. In Zeiten globaler Herausforderungen wird deutlich, dass – neben den wichtigen binationalen Beziehungen zu Partnerhochschulen im Ausland – multilaterale Zusammenarbeit mit diversen internationalen Verbündeten eine immer wichtigere Rolle in der Wissenschaftslandschaft spielt. Die Universität Bielefeld wird daher weiterhin die zahlreichen bestehenden Kooperationen pflegen und ihre internationalen Netzwerkaktivitäten intensivieren sowie zukünftig weitere weltweite Allianzen aufbauen. Aufgrund der großen Erfolge unseres New Yorker Verbindungsbüros (gemeinsam mit dem Campus OWL) eröffnen wir in den kommenden Jahren auch ein Auslandsbüro in Guadalajara/Mexiko zur Stärkung unserer Kooperationen in Nord- und Südamerika. Die bereits vorhandenen Kooperationen, insbesondere mit strategischen Partnereinrichtungen innerhalb und außerhalb Europas und den Hochschulen im NEOLAiA-Verbund sollen systematisch ausgebaut werden. Zudem soll durch die Erweiterung des internationalen, insbesondere des englischsprachigen Studienangebots die Internationalität als bedeutsames Studienelement curricular verankert werden. Weiterhin sollen Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenzen als Mehrwert der internationalen Zusammenarbeit generiert und als wesentlicher Bestandteil der „Internationalisation at home“ begriffen werden. Bedarfsgerechte Angebote und Fortbildungsmöglichkeiten sollen im Sinne einer partizipativen Internationalisierung allen Mitgliedern der Universität Bielefeld zugänglich gemacht werden.

2. Steigerung der Mobilität – physisch und virtuell – in Studium, Lehre und Forschung

Internationalisierung lebt von internationalen Begegnungen – sei es analog oder online. Die Formen des Studiums, der Lehre und der Auslandsmobilität werden zukünftig im internationalen Hochschulraum von einem weltweiten Umdenken in Bezug auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit geprägt sein. Dies erleichtert die Internationalisierungserfahrungen im Ausland und stärkt die Internationalisierung „at home“. Für den Austausch mit Partnereinrichtungen in Europa bedeutet das konkret die Einführung von Erasmus without Papers (EWP), so dass zukünftig alle bereits bestehenden ca. 370 Inter-Institutional Agreements mit unseren ca. 230 Partnerhochschulen mit Programm- und Partnerländern digital erneuert und verwaltet werden. Darunter fallen Mobilität im Bereich Studium im Ausland sowie Praktikum im Ausland, ebenso wie Mobilität von Dozierenden und Verwaltungspersonal. Außerdem werden die Schnittstellen der verschiedenen europäischen Hochschulen durch die Implementierung einer European Student Card (ESC) harmonisiert und dadurch die administrativen Prozesse und Anrechnungsmodalitäten vereinfacht. Mit der Erweiterung anspruchsvoller, digitaler und multinationaler Angebote (innovative Lehr-, Lern- und Forschungsformate, kollaborative Online-Lehrveranstaltungen mit Kolleg*innen von Hochschulen im Ausland, transnationale Lern- und Forschungsteams) und der Verbesserung der Infrastruktur in den Fakultäten wird zudem das Verständnis von Landesgrenzen und Wissensstandorten neu definiert: Im virtuellen Raum gibt es weder geographische Vor- oder Nachteile gegenüber der Attraktivität von Hauptstädten. Im Netz können neue Projekte mit weltweiten Kolleg*innen synchron und asynchron lanciert und vorangetrieben werden. Diese Chancen wird die Universität Bielefeld strategisch nutzen und so die Internationalisierung „at home“ intensivieren. Zur Erhöhung der Mobilität wird die Zusammenarbeit im NEOLAiA-Netzwerk dahingehend ausgebaut, dass Joint Degrees mit curricular verankerten Mobilitätsphasen pilotiert werden, z.B. im Bereich „Diversity and Inclusion Studies“. Durch die Weiterentwicklung von diversitätsspezifischen Maßnahmen zur Erhöhung der Mobilität (physische und digitale Barrierefreiheit) sollen auch Menschen, die Zweifel haben, den Schritt ins Ausland zu wagen, explizit ermutigt und darauf vorbereitet werden. Zudem sollen weiterführende Angebote zum virtuellen bzw. hybriden Austausch mit Partneruniversitäten neue Formen der Mobilität, z.B. „virtual mobility“ oder „blended mobility“, abdecken. Damit wird nicht nur die Heterogenität der Studierenden- und Lehrendenschaft gefördert, sondern ein aktiver, international relevanter Beitrag zur gelebten Inklusion geleistet. Internationalisierung setzt langfristige Visionen und Missionen voraus, die auf einer nachhaltigen Strategie fußen. Die Universität Bielefeld hat sich Nachhaltigkeit und Klimaschutz als hochschulpolitische Ziele gesetzt und sich zu deren Umsetzung sowie Förderung verpflichtet. Das erweiterte Angebot zur Auslandsmobilität in Form von „virtual und blended mobility“ sowie die Sensibilisierung für umweltschonendes Reisen tragen wesentlich zum Ziel der Klimaneutralität bei. Um die Auslandsmobilität grüner zu gestalten, werden einerseits Informationen zur Bildung nachhaltiger Entwicklung (BNE) in die bereits bestehenden Beratungsangebote eingespeist, andererseits Anreizsysteme geschaffen, z.B. durch die Einführung von Klimastipendien.

3. Unterstützung internationaler Spitzenforschung und herausragender Wissenschaftler*innen

Das erste „Institute for Advanced Study“ in Deutschland, das Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), war die Keimzelle der Reformuniversität Bielefeld und ist bis heute einer ihrer Leuchttürme für herausragende internationale Forschung und Vernetzung. Das unter der Federführung der Universität Bielefeld gegründete Maria Sibylla Merian Center for Advanced Latin American Studies (CALAS), die Bielefelder internationalen Graduiertenkollegs und die großen Forschungsverbünde der Universität belegen, dass Internationalisierung Voraussetzung wie Ausdruck herausragender Forschung und Lehre ist. Forschung steht immer im weltweiten Wettstreit um die besseren Argumente und die besten Lösungen. Der Wettstreit bewirkt sowohl eine Profilbildung von Universitäten als auch die zunehmende Spezialisierung von Wissenschaftler*innen mit dem Anspruch, in diesen Profilfeldern eine prägende Rolle im internationalen wissenschaftlichen Diskurs spielen zu können. Dies befeuert die Notwendigkeit der Internationalisierung und notwendigerweise die Gewinnung hervorragender Kooperationspartner*innen. Konkurrenzfähige Spitzenforschung und weltweite Zusammenarbeit sind zwei Seiten einer Medaille. Die Universität Bielefeld stärkt ihre international ausstrahlenden Leuchtturmprojekte mit maßgeschneiderten Internationalisierungsprogrammen und steigert die Attraktivität für exzellente internationale junior und senior academics gezielt. Sie betreibt eine aktive internationale Rekrutierungspolitik und ermöglicht kürzere und längere Forschungsaufenthalte von Gästen in Bielefeld und von Bielefelder Wissenschaftler*innen in internationalen Forschungseinrichtungen im Rahmen ihrer Exzellenzstrategie. Wir verstärken unser Engagement, renommierte junior und senior academics aus dem internationalen Kontext zu gewinnen und in die thematischen Forschungszentren, strategischen Netzwerke und Verbundprojekte einzubinden. Die Universität Bielefeld bietet nicht nur attraktive Stellen für internationale Doktorand*innen in ihren Graduiertenprogrammen, sondern baut gleichzeitig das International Guest Lectureship Programm aus, um Dozierenden aus dem Ausland zu ermöglichen, Lehrerfahrung an der Universität Bielefeld zu sammeln und erste Kontakte vor Ort zu einer möglichen zukünftigen Arbeitgeberin zu knüpfen. Wichtige strategische Maßnahmen zielen weiterhin auf eine Steigerung der ERC-Grants und Humbodlt-Fellows ab. Wir intensivieren wissenschaftliche Auslandskontakte und erweitern sie durch die Förderung von Bottom-Up-Initiativen, um somit den eigenen Standort für ausländische Studierende, Promovierende und erfahrene Wissenschaftler*innen attraktiver zu gestalten. Hierzu sollen einerseits die administrativen Prozesse zukünftig vermehrt auch in englischer Sprache zu bewältigen sein (z.B. Vordrucke von Einstellungsunterlagen etc.) und andererseits soll die Einbindung von internationalen Partner*innen in die bestehenden Netzwerke, die Forschungsstrategie sowie die Lehrprofilierung der einzelnen Fakultäten und Einrichtungen vertieft werden. Zudem soll ein Anreizsystem geschaffen werden, einerseits (in Kooperation mit der Universitätsbibliothek) für englischsprachige, open source Publikationen, insbesondere auch in Fachkulturen, in denen dies noch nicht selbstverständlich ist, und andererseits (in Zusammenarbeit mit dem International Office) für die Ausrichtung von und Teilnahme an internationalen Konferenzen. Durch die aktive Beteiligung an internationalen Kooperationsprojekten – sowohl als koordinierende als auch als teilnehmende Institution – bei gleichzeitiger, wettbewerbsnotwendiger Weiterentwicklung der Digitalisierung des Forschungsmanagements, soll das internationale Renommee der Universität Bielefeld gesteigert und ein aktiver Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen geleistet werden. Der interdisziplinäre, diskriminierungskritische und weltoffene Forschungs- und Lehrgrundsatz der Universität bietet dafür den optimalen Rahmen.


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