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Sommersemester 2007


Programm

Während die vom Rationalismus inspirierte Musik des Barock und der Klassik von ihrem Selbstverständnis her sich einer supranationalen, ja im Prinzip menschheitsumspannenden Ästhetik verschreibt, heftet die Romantik ihr Augenmerk zunehmend auf die nationalen und regionalen Unterschiede, die sich ihr besonders im Rückgang auf die volkstümliche Musizierpraxis erschließen. Zugleich lenkte das neu entflammte Interesse an der Ungleichheit der Menschen den Blick von Literaten, Malern und Musikern im 19. Jahrhundert auf die unterschiedlichen Völker und Landschaften selbst, deren Darstellung damit selbst die zur Schilderung wenig prädestinierte Musik zur Entwicklung deskriptiver Techniken beflügelte.

Mit zwei besonders prominenten Beispielen eines am nationalen bzw. territorialen Kolorit ausgerichteten Kompositionsstils will das Programm des Sommersemesters 2007 bekanntmachen, nämlich mit

Georges Bizet: Carmen
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Schottische Sinfonie

Aus der von einem Franzosen gelieferten Darstellung des spanischen Zigeuner-, Arbeiter- und Soldatenmilieus bringen wir die Eröffnung des 2. Akts, die Habanera, die Seguidilla und das Kartenterzett. Ein weiteres Mal wird uns dabei Julia Husmann als Solistin zur Verfügung stehen, flankiert von Magdalena Kapka und Lara Venghaus, die die Partien der Frasquita und der Mercedes übernehmen.

Auch das Bild Schottlands, in den ersten Dezennien des 19. Jahrhunderts ein noch sehr entlegener, geheimnisvoller Teil Europas und nur durch die begeistert aufgenommenen Versepen Walter Scotts ins zentraleuropäische Bewusstsein gelangt, erscheint hier im Entwurf eines Ausländers, der es seinem Publikum als eine zwischen Elegischem und Koboldischem spielende Natursinfonie entgegenbringt.

Ausführende


Julia Husmann (Carmen)
Magdalene Kapka (Frasquita)
Lara Venghaus (Mercedes)

Hochschulorchester Bielefeld
Leitung: Michael Hoyer