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Sommersemester 2011


Konzert des Hochschulorchesters


Die Abschlusskonzerte des Sommersemesters 2011 fanden am 07.07.2011 um 20 Uhr am Obersee in Schildesche und am 11.07.2011 um 20:15 Uhr im Auditorium Maximum der Universität Bielefeld statt.

Carl Maria von Weber: Konzert für Klarinette und Orchester Es-Dur (2. Klarinettenkonzert) von Louis Spohr: Sinfonie Nr. 3 c-moll op. 78

Ausführende

Gil Shaked-Agababa, Klarinette
Hochschulorchester Bielefeld
Leitung: Michael Hoyer

Rezensionen

Neue Westfälische vom 14.07.2011
    An der Schwelle zur Romantik

    VON HEIKE SOMMERKAMP Bielefeld. Als die Klassik allmählich zu Gunsten der Romantik zurücktrat, entstanden Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur op. 47 und 17 Jahre später Louis Spohrs Sinfonie Nr. 3 c-Moll op.87. Das Hochschulorchester Bielefeld und sein Leiter Michael Hoyer haben sich im vergangenen Halbjahr mi dieser Übergangsphase auseinandergesetzt und präsentierten das hörenswerte Ergebnis am Montagabend beim Semesterabschlusskonzert im Audimax. Als Solistin dabei: Die junge Klarinettistin Gil Shaked-Agababa.
    Der Übergang von der Klassik zur Romantik faszinierte offenbar nicht nur die Musiker: Rekordverdächtige dreihundertachzig Zuhörer sorgten mit ihrem Erscheinen dafür, dass die Programmhefte schon zehn Minuten vor Konzertbeginn vergriffen waren und späte Gäste erst in den oberen Reihen des Audimax Platz fanden.
    Bei Webers Es-Dur-Klarinettenkonzert hielt sich das hochengagierte Laienorchester bewusst im Hintergrund und fügte sich in freudiger Brillanz hinter der israelischen Klarinettistin Gil Shaked-Agababa ins Klanggeschehen.
    Die junge Solistin führte dem Saal die dynamische und klangliche Varianz ihrer Klarinette eindrucksvoll vor Ohren, lotete deren Tonspektrum von satten Tiefen bis zu klaren Höhen aus und setzte fesselnd-ruhevollen Passagen effektvoll gegen leichthändig-virtuos durcheilte Laufsequenzen ab.
    Trotz aller Zurückhaltung überlagerte das spielfreudige Ensemble einige Piano-pianissimos der Solistin, die ihr Instrument bis zu einem präsenten, dabei aber kaum noch wahrnehmbaren Hauch zu drosseln verstand, wie auch ihre umjubelte A-capella-Zugabe bewies.
    In der Pause machten die Musiker einen großen Schritt in Richtung Romantik: Die folgende Spohr-Sinfonie näherte sich trotz klassischer Formalia im Ausdruck deutlich dieser Epoche an. Trotz zunächst hörbarer intonatorischer Irritationen im Holz - nach dem zweiten Satz ließ Hoyer alle Bläser nachstimmen - und zeitweise merklichem Herausgefordertsein einzelner Register zum Beispiel in der Fuge des Finalsatzes gelang es den versierten Laienmusikern, unter Hoyers detailliert-elegant einendem Dirigat die Seele dieses Werkes zur Freude der Hörer unwiderstehlich ins Audimax zu transportieren.
    © 2010 Neue Westfälische, Bielefelder Tageblatt

Fotos


(freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Heike Sommerkamp)
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